7.September 2010


Vollendetes Glück!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 60 000 Euro jährlich reichen für vollendetes Glück! Habe ich gerade in SPIEGEL-online gelesen. Und ich kommentiere es sofort mit: Fein.

 

 Das soll’s dann aber auch gewesen sein. Denn ich las auch, daß Frau Künast der Bundesregierung mit einem heißen Herbst droht. Droht?

 

 Hallo, ich wünsche mir nichts sehnlicher als einen heißen Herbst. Jetzt wo ich eine, zwar höher gelegte, aber wieder benutzbare Terrasse habe. Je heißer, desto lauter rufe ich „Heißa!“

 

 „Heißa immer noch Jürgen, der da diesen Unfug schreibt?“ werdet ihr jetzt fragen. Na klar. Ich lasse mich nicht umtaufen. Und ich möchte auch nicht postum getauft werden! Mich zieht keiner durchs Becken, ohne daß ich die Wassertemperatur mit einem „Brrrrrrrrr!“ kommentieren kann.

 

 Postum taufen – auch ´ne schöne Idee. Es gibt ja sonst nix auf der Welt, was veränderungswürdig oder von Bedeutung wäre. Mormonen und Juden haben sich gerade darauf geeinigt, daß beide Glaubensrichtungen sich nicht etwa einen Toten aus der jeweils anderen Glaubensrichtung schnappen und „umtaufen“. – Schön, wenn Einigkeit herrscht. Der Hunger in der Welt wird da nebensächlich…

 

 UNICEF hat übrigens die Kluft zwischen Arm und Reich kritisiert. Schön, wiedermal das Wort „Kluft“ zu lesen. Und ansonsten: Die trauen sich was… Einfach so zu kritisieren. Waren die das nicht, bei denen die Spendengelder mal so einfach schwuppdiwupp verschwanden?

 

 Ok., jetzt kritisieren sie die Kluft zwischen Arm und Reich, vermeldet SPIEGEL online, da dies aber nur die Überschrift ist, rate ich mal einfach, daß den Unicefern die Kluft einfach nicht groß genug ist. Unzufrieden, wie sie nun mal immer sind, die kleinen Spenden-Geier.

 

 Ich werde heute durch elegante Kluft überzeugen, wenn ich nachher den Planeten betrete, also meine Wohnung verlasse. – Meine neu gestrichene Wohnung. Derzeit ohne Wasserschäden. Also noch vor fünf Minuten. Ich gucke nachher gleich noch mal nach.

 

 „Wasser sucht sich seinen Weg…“, sagt der Dachdecker. Mit diesem Satz wachen Dachdecker auf! Das antworten sie auch, wenn sie auf dem Standesamt (Warum eigentlich „auf“ dem Standesamt und nicht „im“???) gefragt werden: „Wollen Sie diese Schabracke hier wirklich ehelichen und mit ihr verheiratet bleiben, bis sie sich scheiden läßt?“ – „Wasser sucht sich seinen Weg!“

 

 Diese Dachdecker…

 

 War nicht auch Honecker einer…? Nee, war er nicht, denn er brach die Dachdecker-Lehre ab. Kluger Mann…

 

 Wußte aber nicht, daß 60 000 Euro jährlich für vollendetes Glück ausreichen. Selbst wenn die Schabracke noch bei einem wohnt. – 50 000 für die Schabracke, 10 000 fürs vollendete Glück, also fürs posthume Umtaufen. Oder ´ne anständige Sarg-Kluft.

 

 Das Leben ist so vielfältig. „Vielfalt“ ist übrigens morgens der zweite Vorname meines Gesichts! Ja, ich bin ein kleiner Falter…

 

 Und als solcher flattere ich jetzt in einen flockigen, aber fast schon heißen Herbsttag. Auf der Suche nach den jährlichen 60 000 Euro. Und dabei immer darauf bedacht, den Schabracken dieser Welt auszuweichen!

 

 Denn nicht nur Wasser sucht sich seinen Weg, auch

 

Jürgen

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