Juli


17.Juli 2012


Gaaanz ruhig!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 die Bekloppten sind unter uns! Nee, nicht solche Bekloppten wie unsereins. Das hat ja noch ´nen gewissen Charme, wenn man selbst weiß, daß man ´ne Meise hat und die pflegt.

 

 Gemeint sind die Bekloppten, die nur so von Selbstbewußtsein strotzen, beratungsresistent sind und mir unheimlich aufs Schwein gehen. ABER SOWAS VON!!!

 

 Zu doof zum Schreiben, aber vollkommen desinteressiert, wenn unsereiner sich herabläßt, die Dumpfbacken zu korrigieren. – „Ist doch egal…“, lautet dann immer und überall die Antwort der Niedrig-Intelligenzler.

 

 Keine Sau weiß heute mehr, wie man Straßen-Namen richtig schreibt. Warum auch? Ist doch egal!

 

 Und so beschriften sie ihre Autos mit Adressen, ihren hirnrissigen Firmen-Namen sowie Dienstleistungs-Angeboten und schaffen es auf drei bis vier Zeilen eine zweistellige Zahl von Fehlern unterzubringen.

 

 Möchte ich irgendwas, was diese Schrapnellen anbieten, jemals erwerben? Nein.

 

 Und ich denke, daß auch andere, wenn sie den Orthographie-Verzweiflungs-Akt in irgendwelcher Werbung zu Gesicht bekommen haben, die jeweilige Firma SOFORT ignorieren. Aber fast alle hauchen mir denn in mein erregtes und dabei immer noch wunderhübsches Antlitz: „Ist doch egal…“

 

 ISSES NICH!!!!

 

 So ’n kleines bissel Bildung oder auch nur Halbbildung, so ’n Hauch von Rechtschreibung und Grammatik, so ’ne Nuance von Ahnung, daß man sich, wenn man es selbst nicht richtig weiß, einfach bei jemandem, der es weiß, RAT HOLEN SOLLTE – auch das hat was mit Achtung vor dem angebaggerten Kunden zu tun.

 

 Ich kenne Menschen, die beruflich Schilder herstellen, Werbung auf Autos fabrizieren und überhaupt mit Schrift zu tun haben. Und sie setzen alles eins zu eins so um, wie es der Kunde wünscht. Ihnen sind dessen Fehler auch egal. Sie sagen sich „Scheis drauf!“ und sind dabei auch mit einem „s“ zufrieden.

 

 In Zeitungen liest ja meiner Meinung nach sowieso keiner mehr Korrektur. Bei Buchverlagen schon seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Hanebüchene Fehler springen mich tagtäglich an.

 

 ICH WERDE WAHNSINNIG!!!

 

 Nun aber zum Schönen: Ich bin ja schon wahnsinnig.

 

 Und ich wußte immer schon, daß es Deppen en masse gibt. Nicht weil sie nicht richtig schreiben können. Nö. Aber weil sie nicht FRAGEN können.

 

 Mittlerweile weiß, glaube ich, nur noch ich, daß nach der Mengenangabe „eine Million“ der Singular folgt. Auch bei „einem Dutzend“ oder „einer Milliarde“. Himmel!! Das wird sogar im Deutschlandfunk und im Deutschlandradio Kultur, den beiden einzigen überhaupt noch erträglichen Rundfunksendern im Universum, tagtäglich in 90 Prozent der Fälle im Plural dargeboten.

 

 „Als“ und „wie“ werden permanent falsch gebraucht.

 

 In Buch-Übersetzungen aus dem Englischen SIND die Leute gesessen.

 

 Da habe ich doch glatt fertig.

 

 Ob ich erregt bin? – Nö.

 

 Frustriert.

 

 Gleich kommt Herr R. zur Probe fürs neue Programm (Jetzt sind schon vier neue Lieder fertig…). Sicher wird er mich fragen, warum ich ihm hochroten Kopfes die Pforte öffne.

 

 Ich werde es ihm in kurzen, aber prägnanten Sätzen erläutern. Und wehe, er sagt dann: „Ist doch egal…“

 

 Tiefenentspannte Grüße von

 

Jürgen




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