Juni


27.Juni 2012


Was für ein Kitzler!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 wichtig ist nur eines: pünktlich sterben.

 

 Und noch besser wäre: pünktlich durch einen Unfall die schöne Welt und all die von mir noch uneroberten Frauen (Neun!!!) zu verlassen.

 

 Das wäre der Knaller! Und es würde sich sowas von lohnen… Seufz! Und stöhn!!

 

 Aber es muß am 1.November sein, Freunde des gepflegten Unfall-Todes. Und zwar am 1.November dieses Jahres. (Und nicht „diesen Jahres“, ihr ungezählten Sprach-Deppen dieser Welt!!!)

 

 Meine Allianz-Versicherung, die mir eigentlich ja gar nicht gehört, schrieb mir nämlich einen Brief, in dem sie mir eben dieses Angebot unterbreitete:

 

 „Leistung bei Tod am 1.11.2012“… und dann wurde ein, naja, nicht so erkleckliches Sümmchen offeriert.

 

 Dann aber kam es: „Leistungen bei Unfalltod zum 1.11.2012“ … und da bekäme ich schlappe 50 Prozent mehr!!!

 

 Sterben muß sich wieder lohnen! Und bis zum 1.November ist ja noch ´ne ganze Zeit hin, in der ich – nun ohne finanzielle Sorgen – die eine oder andere Sau rauslassen kann.

 

 Sogar unser Premieren-Termin für die „Busen-Freunde“ am 31.Oktober in Leipzig ist nicht in Gefahr. Da wird doch nicht die “Allianz“ auf unserer „MelanKomiker“-Seite extra nach den Terminen gegoogelt haben… Teufel aber auch!

 

 Selbstmord ist übrigens nicht im Angebots-Katalog enthalten. Totlachen auch nicht.

 

 Und gerade eines von beiden läge mir irgendwie.

 

 Ist aber, und nun muß ich prinzipiell werden, ist also Totgekitzeltwerden, beispielsweise durch Herrn R., ist das ein UNFALL-TOD???

 

 W. ist nämlich ein Kitzler vor dem Herrn. Ein Fingerspitzengefühl, das seinesgleichen sucht, hat der Mann. Und der kennt Stellen an meinem Körper, die waren hundertpro nicht von Anfang an da. Die hat er herbeigekitzelt.

 

 Wenn man das beruflich machen könnte: Kitzler. - W. hätte ausgesorgt. Zumal dann sicher, sollte Ins-Nirwana-Kitzeln wirklich als Unfall-Tod anerkannt werden, eine kleine Gewinnbeteiligung für den Kitzler selbst mit drin ist.

 

 Also ich würde da nicht knausern.

 

 Allerdings weiß ich nicht, ob W. am 1.November schon was vorhat. Der Termin ist halt entscheidend… Verunfalltotet am 2.November – da sehe ich wahrscheinlich von der Allianz keinen blanken Cent, und Herr R. hat seine Finger-Kuppen ummesunst ramponiert, der Filigran-Animierer…

 

 Vielleicht stürmt es aber am 1.November wieder mal so richtig in Leipzig, und dann bräuchte ich mich ja nur unterhalb meiner Terrasse auf die Straße stellen und drauf warten, daß mir ein fliegender Terrassen-Tisch  (meiner!!!)  die Birne wegraspelt. Vom eigenen Terrassen-Tisch erschlagen – ist das ein Unfall-Tod oder Selbstmord? Oder einfach nur ´ne Sauerei auf der Straße? Denn ohne Blutflecke geht das nicht ab…

 

 Naja, vielleicht hat ja Herr R. pünktlich zum Stichtag Zeit, dann erübrigt sich das Hoffen auf stürmische Zeiten.

 

 Beinahe wäre die ganze schöne 1.November-Option sowieso zu spät gekommen, denn am Sonntag, als ich mit Herrn D., also mit N., den Titel „Reggae mit Regina“ für die neue CD einspielte bzw. -sang, hätten wir uns beinahe totgelacht. Das war zwar schön, aber wir wären ohne Bezahlung von diesem Planeten abgetreten. Beide! Und ich bin doch noch so jung…

 

 Auf den Titel aber, zumindest in der CD-Variante, könnt ihr euch jetzt schon freuen. Das ist besser als Kitzeln! Nichts für ungut, Herr R.!

 

 Der 1.November… Ich kann ihn kaum erwarten! Himmel!!

 

 Und erst der 2.!!! Wenn die Knete kommt…

 

 Ich glaub, ich freu mich fast tot.

 

 Tot-ale Grüße vom Allianz-versicherten

 

Jürgen




13.Juni 2012


Ein Baum wie ein Mann!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 heute möchte ich mal nicht von meiner Wenigkeit, sondern von einem außergewöhnlichen Erfolg meines Kollegen W. berichten:

 

 Herr R., also W., residiert hier in Leipzig ja nicht nur in einer Mietwohnung, nein, er bewirtschaftet auch ein Gärtchen. Und dessen wurde ich nun in der vorigen Woche erstmals ansichtig.

 

 Tja, ein Garten halt…

 

 Aber W. wäre nicht Herr R., hätte er nicht noch etwas Besonderes zu bieten. Eine Sensation! Jedenfalls verkündete er das lauthals…

 

 W. hat es geschafft, einen Kirschbaum zu züchten, der sowas von voll im Saft steht, der ein solches Blätterdach in ungewohnter Dichte als Schattenspender übers Gärtchen fächert, daß Garten-Nachbarn schon vor Neid verschieden… (Könnte ich mir zumindest vorstellen.)

 

 Doch damit nicht genug! W. hat es krachen lassen. Oder besser gesagt: Sägen bzw. Schneiden.

 

 Allerdings rechtzeitig, nämlich bereits im vorigen Jahr. Da beschnitt er das Bäumchen in der ihm eigenen Art, die mich übrigens dazu brachte, schon vor Jahrzehnten zu sagen: „Wenn Beschneiden, dann nicht von W.!“

 

 Herr R. ist ein Schnitter vor dem Herrn. Ein Radikalist.

 

 Und das Pracht-Exemplar von Kischbaum, dieser Blätterwald an einer einzigen Pflanze, gibt ihm recht.

 

 Vor allem aber die Tatsache, daß der Baum anno 2012 darauf verzichtet hat, auch nur eine Blüte, geschweige denn eine Kirsche aus seinem Geäst zu pressen. Nur Süßkirschen-Blätter…

 

 Aber halt SOLCHE Karwenzmänner!! Millionen von Blättern…

 

 Würde nur einer in unserer Band über teigige Haut verfügen, wir könnten groß in die Blätter-Teig-Produktion einsteigen. Leider aber ist unsere Haut rein, samten und der Teint, zumindest der meine, rosig.

 

 Um es kurz zu sagen: Wir sind der Sargnagel der Kosmetik-Industrie.

 

 Doch zurück zum Züchter W., dem Botaniker des Jahres: Er hat es nicht explizit formuliert, aber ich kann ja mittlerweile auch seine Gedanken lesen, und deshalb glaube ich zu wissen, daß er Führungen plant. Bezahlte! Um seinen Kirschbaum, den hundertprozentig kirschenlosen.

 

 Das wird ein touristischer Knaller!!!

 

 Da bebt die Sparte!

 

 Es wäre übrigens schön, wenn der eine oder andere Baum-Besucher mir hinterher ein Feedback gäbe. Denn ich bewunderte zwar Herrn R.s erste eigene fruchtlose Fruchtpflanze, konnte aber natürlich nicht bestätigen, daß es sich beim Grünling wirklich um einen Kirschbaum handelte.

 

 Ich kenne nur Pappeln! Und Mammeln… Ha!

 

 Also, um es kurz zu machen: Ich lade euch alle ein! In W.s Garten. Wo der liegt? - Einfach in Leipzig-Lindenau den Touristen-Strömen folgen. Und Eintrittsgeld parat halten. Scheine!

 

 Vielleicht nehmt ihr euch für die Wartezeit in der Schlange, die sich gen Rauschen des Blätterwaldes windet, was zum Naschen mit. Süßkirschen…

 

 Kernige und süße Grüße an alle Kirschen im Lande aus der Botanisier-Trommel von

 

Jürgen




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