September


05.September 2011


Roland und Horst

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ist es denn schwer, sich zum Roland zu machen? Nein, vor allem nicht, wenn man Roland heißt… - Aber wer möchte das schon?

 

 Ich aber, ja, ICH, machte mich mal wieder zum Roland. Und zum Horst…

 

 Denn ich war böse. Böse über BOSE. – Soviel zum Thema „Schleichwerbung“.

 

 Denn von eben jener Firma erwarb ich vor mittlerweile drei Jahren ein Gerät, das mir Rundfunksendungen als auch CD-Inhalte akustisch in mein Heim verpflanzt. Nicht billig, aber dafür auch nicht formschön…

 

 Klingt aber gut.

 

 Klingt? – Klang.

 

 Nö, BOSE-Geräte gehen nicht kaputt. Never! Aber das Scheißding funktionierte einfach nicht mehr. Und ich kannte den Grund: Die Fernbedienung.

 

 Denn nur über eine solche kann man das kleine technische Klangwunder bedienen. Bloß mittlerweile versagten alle zwei mir einst gelieferten Fernbedienungen den Dienst. Ich drückte und drückte: Nüscht!

 

 Da ich aber Abitur habe, dachte ich nicht gleich an einen Neukauf, sondern – Ja, ich bin klasse! – an die Batterie. Die in der/den Fernbedienung/en.

 

 Mit dem kleinen schmalen Metallscheibchen bewaffnet, erschien ich im Knopfzellen-Center. „Das hier in voll!“ lauthalste ich.

 

 „Gern, aber darf ich erstmal prüfen, ob die Batterie wirklich leer ist“, säuselte umsatzschädigend das Frauchen hinterm Tresen. – Sie durfte.

 

 „Ist noch voll!“ lautete das Urteil nach einem Blick aufs Prüfgerät.

 

 Ich schluckte, nickte und trabte. Nach Hause.

 

 Dort googelte ich mir die Finger wund, bis ich sie heraus hatte: die Service-Hotline-Nummer der Firma BOSE.

 

 Und nun kam mein toller Auftritt! Ich war auf Krawall gebürstet!!

 

 Kurze Begrüßung meines Opfers, und dann legte ich los: Die Fernbedienungen funktionieren nicht, alle beide, und bitte jetzt nicht das Wort „Batterie“, denn ich bin ja nicht blöd, und überhaupt, und was’n nu?

 

 Immer noch relativ freundlich warf die telefonische Servicekraft dann doch das Wort „Batterie“ ein, was mich schier in Rage versetzte: „Ich bin doch nicht blöd!“ mediamarkte ich.

 

 Dann mußte ich atmen, und diese Pause nutzte das Call-Luder, um mir mitzuteilen, daß manche Batterie-Prüfgeräte auch bei nur noch dreiprozentigem Füllstand (?) des kleinen Energieträgers „Nicht leer!“ anzeigen. Und überhaupt, ob es denn nicht logisch sei, daß nach drei Jahren Gebrauch so’n Knopfzellchen doch mal nachlassen könne bzw. ersetzt werden müsse?

 

 Scheiße! Jetzt kam sie mir mit Logik! Ich aber wollte Krawall!!

 

 Den lieferte ich dann aber, als sie mir auf eine  Frage nach einer neuen Fernbedienung deren Preis und die Versandkosten offenbarte. So nicht! Nicht mit mir!!

 

 Ich legte nicht, knallte aber auf, und dann kam ich … zu mir.

 

 Vielleicht sollte ich doch nochmal ins Batterie-Lädchen…?

 

 Gedacht, getan.

 

 Diesmal verlangte ich gleich ´nen neuen kreisrunden Stromversorger. – „Ich teste mal den alten…“, murmelte die Bedienkraft. Und: „Ist noch voll!“

 

 „ICH GLAUBE IHNEN NICHT!“ brüllte ich gelassen und, wie ich glaube, ziemlich beeindruckend.

 

 Sieben Euro kostete mich die neue Zelle. – Aber jetzt hatte ich sie. BOSE, ich komme!!

 

 Daheim machte ich mir ´ne Flasche Rotwein auf, füllte das bauchige Glas, setzte mich neben das HiFi-Wunder und öffnete sanft das Batteriefach der Fernbedienung.

 

 Jetzt!

 

 Ich filigranierte den neuen, übervollen Stromspender hinein, beugte mich zurück – und dann wieder vor: Erst noch einen Schluck des guten Weines, dann die Musik…

 

 Schluck!

 

 Und dann drückte ich auf „Play“.

 

 Jaaaaaaa!!! – Nix.

 

 Raus mit der scheißneuen Batterie und rein damit in die zweite Fernbedienung. Wieder nix!

 

 BOSE! Na warte!!!

 

 NICHT MIT MIR!!!

 

 …

 

 Laßt mich ganz kurz noch erwähnen, daß ich dann irgendwann bemerkte, daß mein Radio/CD-Player der Firma BOSE nicht durch den Netzstecker mit der Steckdose verbunden war bzw. dieser nicht GANZ drin steckte. Ich änderte das, völlig wahnsinnig werdend, und hatte damit SOFORT das Gerät und beide Fernbedienungen repariert.

 

 Irgendwie war ich jetzt der Held.

 

 Aber auch der Roland.

 

 Euer

 

Horst




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