Mai


10.Mai 2011


Aura-Verlust

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 sie ist wieder da!!! Gottseidank!!!! Denn sie war weg…

 

 Meine Aura!!!

 

 Ich hatte durchaus noch eine, aber eine, die keiner haben wollte. – Eine gebrauchte Aura, igitt!!

 

 Es begann, glaube ich, mit der neuen Brille. – Nun sehe ich die Welt, wie sie ist, und ich weiß nicht, ob ich das möchte… Vor allem vorm Spiegel!

 

 Dafür ist aber auf dem Pomputer-Bildschirm alles verschwommen, eine Art ausgleichende Ungerechtigkeit.

 

 Und während ich noch darüber nachdachte, ob mein Leben nun noch lebenswert sei, nahm das Unheil seinen Lauf.

 

 Ich verfuhr mich. Mit der Straßenbahn!! – Verfahrene Kiste…

 

 Am Freitag hatte ich mich fürs Geburtstagsfeiern mit der allerliebsten A. fein gemacht, Strähnchen gelegt, mich parfümiert, neben der neuen Brille auch noch neue Schuhe an den Körper genagelt: Ich war eine Sehenswürdigkeit!

 

 So hinkte (Leicht, nur noch leicht!!!) ich denn zur Straßenbahnhaltestelle, denn ich wollte mich bei A. nicht nur den köstlichen, von T. zubereiteten, Speisen hingeben, sondern auch dem Bier! Nur gut, daß es insgesamt nur drei (oder vier?) Bier gab, sonst wüßte ich jetzt gar nicht mehr, was mir alles geschah… - Diese Weintrinker…

 

 Die Straßenbahn kam pünktlich! Wow!

 

 Ich hatte sowieso nur vor, zwei Statiönchen im schaukelnden Gefährt zu verbringen und dann noch zehn Minuten gemütlich zu hinken, also machte ich es mir gar nicht so richtig bequem, sondern fläzte mich nur leger und kniefreundlich über zwei Sitze.

 

 Und verfiel.

 

 Ins Nachdenken.

 

 Worüber? – Keine Ahnung.

 

 Ich schreckte erst wieder auf, als ich meinte, gleich aussteigen zu müssen. Leider hatte die Bahn die von mir gedachte Streckenführung verlassen.

 Ich brabbelte irgendwas von „Typisch!“ in mich rein, fand dann aber, daß es sooo schlimm nicht sei, wenn ich halt an der nächsten Haltestelle, am Bahnhof, aussteigen würde. Damit wäre ich zwar weiter von A.s Wohnung entfernt als beim Start in der heimischen Richterstraße, aber ich bin ja ein Mann!

 

 Nur: Der Bahnhof tauchte NIE auf!

 

 Ich konnte überhaupt nicht sagen, wohin mich der Straßenbahnfahrer entführen wollte. Zumal nur noch ich im Wagen saß…

 

 „Endstelle!“ – Das gibt’s doch nicht… Mitten in der Leipziger Pampa!!! Fast schon Wolfen…

 

 Ich mach es kurz: Das Handy hatte ich vergessen, ´ne Bahn in Gegenrichtung kam nicht. Zumal die Endstellen-Haltestelle keine Haltestelle in Gegenrichtung hatte!!

 

 Teufelswerk.

 

 Ich bin ja nebenberuflich Held, und so kam ich 50 Minuten später, vollkommen abgehinkt bei A. an. Nur deren Liebenswürdigkeit, T.s Essen sowie die erwähnten drei Bier gaben mir den Glauben an die Menschheit, vor allem aber den an mich, zurück.

 

 Ich möchte hier nicht betonen, daß auch auf dem nachmitternächtlichen Nachhauseweg nicht ein Taxi auch nur daran dachte, für mich zu stoppen. – Hinkte ich zu schnell?

 

 Egal. Zumindest machte ich mir da noch keine Gedanken um meine Aura.

 

 Gestern aber schon.

 

 Denn gestern versagte gegen 10 Uhr am Morgen mein Festnetz-Telefon. Nur gut, daß ich einen Telefon-Tag machen wollte. Also Veranstalter nerven…

 

 Das Ding war immerzu besetzt, und die Telekom versprach, mir zu helfen. Innerhalb der nächsten 24 Stunden…

 

 Übers Handy verabredete ich mich mit A. in einem Café in der Innenstadt, um die Sache mit den drei Bier auszuwerten.

 

 Ab ins Auto, und… Es sprang nicht an. Überhaupt nicht. Es nuddelte, wenn ich das mal so sagen darf, aber mehr nicht.

 

 Der von mir persönlich herbeigetragene PIT-STOP-Mitarbeiter zuckte. Wenn auch nur mit den Achseln.

 

 So mußte dann der ADAC-Mann, das kleine gelbe Männchen, kommen. Und höre da: Meine Kiste sprang an.

 

 Nun aber nix wie … in die Werkstatt. Waren ja nur ca. 500 Meter.

 

 Auf dem Weg dorthin konnte ich auf dem Display so tolle Sachen wie „Achtung, halbe Motorleistung!“ und „Auto explodiert in 20 Sekunden!“ lesen.

 

 Da war ich dann richtig froh, daß die Werkstatt mein Auto bei sich behielt…

 

 Ich hinkte nach Hause auf meine Terrasse, sagte übers Handy (Telefon immer noch tot…) alle Termine ab und blendete die Sonne.

 

 …bis mein Freund Stefan anrief, ob ich nicht mit ihm ein Nachmittagsbier trinken möchte.

 

 Himmel, die Rettung!

 

 Er mußte mich bloß abholen. Was er auch tat.

 

 Nur: In dem Moment, als ich sein Auto „betrat“, versagte die gesamte Audio-Anlage. Keine CD ließ sich mehr abspielen, kein Radio-Sender mehr einstellen, nur noch ein Dummen-Funk-Sender (R.S.A.?) for ever…

 

 Mein Chauffeur verzweifelte. Und ich zweifelte: an meiner Aura…

 

 Ganz nebenbei möchte ich noch erwähnen, daß, als wir mitten in der Stadt und in der Sonne die Biere in uns gossen, direkt hinter mir auf der Straße ein Taxi versuchte zu starten.

 

 Ich kannte bereits das Geräusch, welches anzeigt: Dieses Auto MÖCHTE nicht anspringen…

 

 Aua, die Aura!!!

 

 Und dann machte es „Klick!“. Ich glaube beim Anblick der mehr als hübschen Kellnerin.

 

 Hinter mir sprang SOFORT das Auto an. Und nachdem wir das gastronomische Etablissement verlassen hatten, funktionierte im Chauffeurs-Wagen auch die Audio-Anlage wieder.

 

 Ein Wunder? – Nein, meine Aura! Sie war wieder da!!!

 

 Es ist eigentlich keiner Erwähnung wert, daß noch am frühen Abend die Werkstatt anrief und mir mitteilte, mein Auto möchte wieder mit mir fahren.

 

 Und seit gestern abend um 23 Uhr ist mein Telefon nicht mehr dauerbesetzt.

 

 Ich bin übern Berg!

 

 Vorhin fiel mein Knie ab!!!

 

 Was will Mann mehr? Vor allem aber

 

Jürgen




02.Mai 2011


Durchblick

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 es mait! Juhu! Und Hopsasa!

 

 So. Genug der wilden Ausgelassenheit. Manchmal gehen die Pferde aber auch sowas von mit mir durch. Ach, ich bin mir schon einer…

 

 Was wird er bringen, der Mai?

 

 Käfer? Glöckchen? Länder? Britillner? Skolben? Lensteine? Schberger?

 

 Tja, da kommt einiges auf uns zu. – Öffnen wir uns!

 

 Das ist es sowieso, was  ich euch zurufen möchte: Ihr müßt euch öffnen…

 

 Allem?

 

 Nö.

 

 Da bin und bleibe ich eher verschlossen. Ich bin ein perfider Neuheiten-Negierer. Das fängt ja schon mit der Rechtschreibung an. Keine Chance, mir da was Neues draufzudrücken.

 

 Andererseits habt ihr aber ein Recht darauf, daß ich mir immer mal wieder ein neues Lied aus dem Kopf wringe. Ein Lied – so vollkommen neu. Eines, in dem es, ausnahmsweise, mal um MEINE Schönheit, MEINE Einzigartigkeit, MEINEN Körper (samt Knie), MEINE Stimme, MEINE Gottgleichheit geht.

 

 Und so wringe ich denn. Fürs neue Programm mit dem nunmehr dritten Melankomiker namens Norman Daßler. Wir hatten am Sonnabend unsere erste gemeinsame Mugge. Und, jetzt kommt’s: Die Sache hat Potential!

 

 Nach oben!!

 

 Denn: Vielleicht bekommen wir beim nächsten Mal sogar Geld…

 

 Naja, wir spielten ja auch nur fünf Liedlein auf einer sogenannten „Offenen Bühne“, weil wir halt nach den viiiielen Proben (mehr als drei!) endlich das Ganze mal live testen wollten.

 

 Gut getestet. Gut gespielt. Sogar schon zwei vollkommen neue Liedlein.

 

 Und dann das: Am meisten verdient hat an diesem Abend … Herr R.!

 

 Gibt’s nicht, oder?

 

 Er, der sich gerade aufs ingenieurelle Treiben bei der Hannover-Messe vorbereitete, kassierte ab. Mein Gott, hat der’s gut… Jetzt weiß ich, warum der mich nun ab und an mit ´nem anderen Kollegen auf die Bühnen dieser Welt schicken möchte…

 

 Denn nach dem grandiosen Sonnabend-Auftritt veräußerte ich sage und schreibe drei der meist viel zu billig verkauften Melankomiker-CDs. Vom Erlös stehen W. 50 Prozent zu. Also knapp die Hälfte. Kriegt er natürlich auch.

 

 „Du aber, kleiner Fleißig-Singer, hast doch auch 50 Prozent der Tonträger-Einnahmen auf deinem gewiß übervollen Konto verbucht!“ werdet ihr nun gen eures Helden brüllen.

 

 Gewiß. Aber ICH hatte an diesem Tag Fahrtkosten… Gut und gern drei Kilometer!!! Hin. Und dann noch mal zurück!!!

 

 Es war sozusagen eine Promotion-Veranstaltung für W.

 

 Wie er das nur macht…? Immer alles im Griff…

 

 Ich werde ihn am Sonnabend mal fragen, denn dann musizieren wir wieder gemeinsam.

 

 Bis dahin begucke ich ihn mir im Fernsehen, wenn von der Hannover-Messe berichtet wird. W. - „verkleidet“ als Ingenieur. Mit Schlips und Kragen. Und Ingenieurs-Wissen.

 

 Also mit all dem, was ich nicht habe.

 

 Ich aber habe den Mai.

 

 Und in diesen stürme ich nun (…im Rahmen meiner Möglichkeiten, Scheiß-Knie!) hinaus.

 

 Denn heute bekomme ich sie: die neue Brille.

 

 Und dann habe ich ihn: den Durchblick.

 

 NICHTS wird mir mehr entgehen. Und keine mir entkommen…

 

 Aber, bevor einem eine entkommen kann, müßte man sie ja erstmal gehabt haben…

 

 Und das kommentiere ich nun mit einer Floskel, die ob meiner neuen Sehhilfe, die ich nachher übergestülpt bekomme, völlig veränderte Bedeutungs-Dimensionen erhält:

 

 Mal sehen…

 

 Dioptrische Grüße von

 

Jürgen




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