Mrz


27.Mrz 2011


Ohne Pony M(elankomiker)

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 was für eine Frechheit! Die „Leipziger Volkszeitung“ wagte es, am Freitag Folgendes als SCHLAGZEILE zu verkünden: „Mittelscheitel paßt nicht zu jedem Typ“.

 

 Punkt und aus.

 

 Das geht gegen mich! Eindeutig!!

 

 Säcke!!!

 

 „Ja, jetzt hämmert er schon wieder die 1-und !-Taste kaputt“, werdet ihr jetzt unter eurem Pony daherbrabbeln.

 

 Na und?

 

 Immer diese Demütigungen!!!

 

 Ich halte das nicht mehr aus…

 

 Andererseits sähe Seitenscheitel bei mir sicher toll aus! Was aber, bitteschön, sieht an mir eigentlich NICHT toll aus? – Vom Fuß bis zum Skalp – ein Tollhaus!

 

 Und innendrinnen erst! Eine Durchblutung sondergleichen. Ein Herzschlag, der die Brust tagtäglich bangen läßt, denn ihr schwant, daß sie ob dessen in Bälde birst!

 

 Was’n Satz!

 

 Nieren, vor denen sich jeder Spargel fürchtet! (Ich habe am Freitag die Saison eröffnet…)

 

 Ein Bauchspeicheldrüschen, das meinen Bauch dermaßen einspeichelt, daß sogar noch im Mundraum Spucke ankommt. Im wahrsten Sinne des Wortes: Über-Fluß.

 

 Ein Hals, dem das Wort „schwanengleich“ nicht im geringsten gerecht wird…

 

 Lenden, die… - Tja, da fehlen selbst mir die Worte.

 

 Knie, die jedem Weib zu befehlen scheinen: Knie nieder!

 

 Waden, die es waren, nach denen der Schienbein-Hintergrund benannt wurde: die Ur-Waden.

 

 Äugelein, die selbst durch eine ungeputzte Brille mit scharfem Blick brillieren. Und bohren!

 

 Ein Geschlecht, das (Ja, warum soll ich das hier nicht ansprechen?) durchaus auch Gegut heißen könnte.

 

 Lippen, an denen so viele hängen, daß ich sie allabendlich abstreifen muß…

 

 Und eben ein ausgeprägter Mittelscheitel.

 

 Was dagegen? – Schnauze!

 

 DAS muß Mann erstmal tragen können.

 

 Unbemerkt von vielen scheitele ich ja sogar meine kleine Haar-Insel, die ganz vorn auf meinem Kopf thront, um das Humor-Zentrum zu markieren, mittig. Jeden Morgen! Sieben Haare links, sieben rechts.

 

 Doch die alltäglichen Stürme, in die ich mich begeben muß, um Stoff für neue Liedlein zu sammeln, vor allem aber, um, wo wir auch gerade dabei sind, dem musikalisch’ Spiel als „Melankomiker“ zu frönen, in besserem Licht auf der Bühne zu stehen als Herr R., verwehen tagsüber das eine oder andere Haar, so daß eben jener Höhepunkt meiner, nennen wir sie guten Herzens: Frisur, abendlich oft zerzaust, ja regelrecht verziept den höchsten Punkt meines Alabaster-Körpers markiert.

 

 W. sagt dann manchmal: „K&mm dich!“

 

 Eine weitere Frechheit… Was andere kämmen müssen, kann ich legen!

 

 W. hat übrigens auch ´nen Mittelscheitel. Glaube ich. Ich gucke ja seit Jahren nicht mehr hin. Aus Neid…

 

 Oder kämmt bzw. tackert er nur geschickter als ich…?

 

 Jedenfalls möchte ich, daß es nun der „LVZ“ an den Kragen geht. Lasset uns gemeinsam Protest-Aktionen gegen dieses Verunglimpfer-Blatt starten!

 

 Bitte!!!

 

 Macht mit!!!

 

 Kamm together…

 

 Blitzgescheitelte Grüße von

 

Jürgen

 

 PS. Schnell mal klicken, bitte: http://www.videowerkstatt.net/videos/leipzig-um-7/2011-03/leipzig-um-7-mit-melankomiker-23/  - Was’n Scheiltel!

  

 




17.Mrz 2011


Schlümm!

 

Geliebte Lesende , geliebter Lesender,

 

 die Geigerzähler sind ausverkauft! Und Italien wird 150 Jahre alt. Ganz nebenbei dreht Frau Merkel noch am Rad… Huch! Frau Doktor Merkel!

 

 Das alles ist so schlimm, daß es schon beinahe „schlümm“ ist, aber was schlägt dem Faß den Boden aus? – Genau: Die Kinder kennen das Märchen vom „Tapferen Schneiderlein“ nicht mehr.

 

 „Sieben auf einen Streich“ – das ist ihnen fremd.

 

 Wie, bitteschön, wollen sie dann später vor ihren Kumpels oder Mit-Tussen ob sexueller Eskapaden prahlen??? – „Ich hab’s getrieben wie das tapfere Schneiderlein!!!“

 

 „Hä????“

  

 Lange nicht aufgeregt, oder?

 

 Aber das mit dem Schneider-Märchen habe ich in einer Chemnitzer Grundschule erfahren müssen, als die Lehrerin, verkleidet als eben jener Geselle mit der Elle und einer mit „Sieben auf einen Streich“ beschrifteten Schärpe, von den Kindern nicht „erkannt“ wurde. Und als sie „auflöste“: tapferes Schneiderlein, erntete sie nur ungebildete Blicke.

 

 Himmel! Arsch! Und – hier mal berechtigt – Zwirn!

 

 Waren es italienische Kinder?

 

 Ha! Wer wird denn Ressentiments schüren…

 

 Italien hat jetzt also 150 Jährchen auf dem – Achtung, Brüller! – Stiefel.

 

 Italien ist älter als ich!

 

 Aber Italien will sich spalten! In Nord- und Süd-Italien…

 

 Also die Lega-Nord will das.

 

 Mir persönlich ist das Wurscht, denn ich hatte selbst bei einer Ost-West-Spaltung ab und an Spaß, aber: Es paßt nicht in die Zeit!

 

 Spaltung!!

 

 Aber hallo!

 

 Nur ob dieses italienischen Spaltpilzes, der unsereinem vielleicht bald das Essen vergiftet, kann ich mir erklären, daß in Deutschland, in einem Land, das erst vor kurzem ent-spaltet wurde, die Geigerzähler ausverkauft sind.

 

 Oder sollte ich es mir einfach mit der Beklopptheit der Leute erklären?

 

 Hui, das wäre wirklich zu einfach. 

 Obwohl schon Goethe gesagt hat: „Einfach ist nicht immer falsch!“

 

 Verzeihung, Goethe…

 

 Zumindest Frau Doktor bleibt aber standhaft. Bei ihrer Meinung. Immer bei der von heute. Liegt wahrscheinlich am verstrahlten Langzeit-Gedächtnis.

 

 Und dann verkauft sie uns auch noch. Für blöd.

 

 Denn nicht nur der GAU steht kurz bevor, es muß der Super-Gau sein. Ohne „Super“ geht’s nicht mehr. Dabei heißt es an der Tankstelle immer: „Super ist ausverkauft!“

 

 Wahrscheinlich ist das Super schon in Richtung GAU unterwegs…

 

 Super-Gau ist genauso bekloppt wie „Zukunftsperspektive“… Aber wenn man das heutzutage bemängelt, gucken einen die Probanden ja auch an, als wäre man das tapfere Schneiderlein.

 

 Nö, man muß sich nicht über alles lustig machen, aber runzeln darf man doch wohl mal.

 

 In meinem Fall die Stirn.

 

 DIE Stirn habe ich einfach mal.

 

 Obwohl das nun auch wieder keiner mehr versteht…

 

 Irgendwie fühle ich mich manchmal wie Italien!

 

 Durchgenudelte Grüße von

 

Jürgen




07.Mrz 2011


Sinnfrei, aber gefühlsecht

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 Fastnacht und Frauentag – wie, um Himmelswillen, paßt DAS denn zusammen?

 

 Gut, finde ich, denn wenn unsereins mal Frauentag hat, ist es meist fast Nacht.

 

 Ich weiß: ein überdimensionaler Brüller! Ein Knaller!! Eine Rakete!!! Eine Scherz-Bombe!!!! Ach was, -Granate!!!!!

 

 Aber nun mal wieder so, wie ihr mich kennt, nämlich im Ernst. Obwohl ich noch nie im Ernst war. Nicht mal am Männertag…

 

 Ich möchte definitiv NIE in einen Ernst! Bitte!!

 

 „Was hat er nur wieder mit seinen vielen Ausrufungszeichen? Hat ihm die lange Schreib-Pause nicht gutgetan?“ werdet ihr nun, engagiert wie immer, fragen. Ich aber bin da, um Antworten zu geben. Auch auf nichtgestellte Fragen.

 

 Und meine Antwort lautet: Naja.

 

 Denn das Leben ist ein einziges Naja. Mal „Na!“ und mal „Ja!“

 

 Ein „Nein!“ wird nicht akzeptiert. Und die Biene hieß eigentlich auch nicht Maja, sondern Naja. – Tja, bei mir erfährt man so einiges.

 

 „Biene“ ist ja auch ein schönes Synonym für „Frau“. Quergestreift, flatterhaft, immer auf der Suche nach Süßem, obrigkeitshörig, sinnlos herumsummend und im genau falschen Moment zustechend – eindeutig Frau.

 

 Ja, jetzt heische ich Sympathie!! Heisch!!!

 

 Der Mann dagegen … sitz auf seinem Drohn (Schon wieder ein Brüller, ein Wortspiel, das Seinesgleichen sucht, ein blitzgescheites Bonmot, eine Zwölf auf der nach oben bis Zwölf begrenzten Richter-Skala der Wortspiel-Wertungen, eine Verbal-Injurie zum Verlieben!!), streift nicht etwa sich, sondern sinnlos rum, flattert nicht, sondern fliegt zielbewußt, leider aber immer auf die Fresse, sucht nicht nach Süßem, sondern ist die meiste Zeit sauer, ist hörig, aber leider meist schwer-, jongliert mit Summen und kommt, ob im falschen oder richtigen Moment, eigentlich nie zum Stich, tröstet sich aber – ganz Mann, also clever – mit Bienenstich. Der Mann – ein Tausendsassa!

 

 Ich selbst bin ja nur ein Hundertsassa. Was nichts anders bedeutet, als daß ich von den 1000 Mann-typischen Eigenschaften genau DIE 100 verkörpere, die von Frauen schlicht mit „Sensationell gut und für uns nie erreichbar!“ verbalisiert werden.

 

 Diese, nennen wir sie mal „tollen“,  Eigenschaften allerdings habe ich zehnfach verstärkt, was mich zum zehnfachen Hundertsassa macht.

 

 Was habt ihr also soeben gelernt? – Richtig: Ein zehnfacher Hundertsassa ist mitnichten ein Tausendsassa, sondern um vieles besser. Da fällt mir die Vokabel „göttergleich“ ein. Himmel, was es für passende Vokabeln gibt…

 

 Muß gleich noch mal mein altes Vokabelheft aufschlagen… - „Dostroprimeltschajelnosti“…

 

 Tja, die Russin kann’s auch gewieft ausdrücken.

 

 Überhaupt: Diese Russinnen!!! – Dazu später mal mehr (Erinnert mich bitte!), denn bislang kenne ich noch keine Russin…

 

 Zurück zur Ausgangsfrage: Wie passen Fastnacht und Frauentag zusammen?

 

 Keine Sau interessiert sich für sowas! Ich aber bin keine Sau, also möchte ich’s wissen.

 

 Es paßt nur in DER Form zusammen, daß ich an selbigem Doppel-Tag früh in zwei Schulen mit den Kindern fastnachte und abends in Oschersleben frauen-flüstere.

 

 Ja, ich führe ein Leben, das a) schöner nicht sein könnte und b) dem Tanz auf einem Vulkan gleicht.

 

 Ich weiß…: ein erloschener Vulkan.

 

 Aber immerhin ein Vulkan!

 

 Und so mancher Vulki ist irgendwann doch noch mal überraschend ausgebrochen.

 

 Mein Ausbruch steht – ich fühle es – kurz bevor.

 

 Macht euch auf was gefaßt!

 

 Ich selbst bin darauf äußerst gespannt, denn vielleicht ist der Ausbruch gekoppelt. Mit Gefühlen!

 

 Hui, das wäre ja mal Feines. Nach Jahren wieder mal ein Gefühl…

 

 Welches wird es sein?

 

 Ekel?

 

 Auch ein intensives Gefühl!

 

 Egal welches: I froi mia drauf!

 

 Gefühlsechte Grüße von

 

Jürgen




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