April


27.April 2010


Bandagiert und ignoriert

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 was soll man dazu sagen, wenn Behinderte ignoriert werden? Das macht sprachlos. Sogar mich!

 

 Aber nicht schreiblos!

 

 Und deshalb prangere ich. Und zwar an! Denn niemand Geringeres als ich war es, der da am vergangenen Sonntag ignoriert wurde.

 

 Mitten im Park. Im Leipziger Rosental. Bei besten Sichtbedingungen! In Farbe!

 

 Mann und Frau hätten mich erkennen MÜSSEN. – Doch ob meiner sichtbaren Behinderung ignorierten sie den vorübereilenden Astral-Leib. Unverschämt!

 

 Einerseits kann ich es ja verstehen, denn der männliche Ignorant kommt aus der Gruppe der in Deutschland geborenen Ausländer. Naja…

 

 Andererseits – wenn ich nicht behindert bin, dann duzen wir uns…

 

 Noch andererseitser aber gab es da diese Frau an seiner Seite, und mit dieser, also der Frau, nicht der Seite, habe ich, als ich noch nicht behindert war, hektoliterweise Milchkaffe bzw. Latte macciato in diversen Leipziger Cafés verzehrt. Ey, teilweise haben wir uns sogar unterhalten. Und geduzt!!!

 

 ICH SPIELE SOGAR SQUASH MIT IHR!!!!

 

 Naja, jetzt aber bin ich behindert – und in solchen Momenten zeigt sich wahre Größe, wahre Freundschaft. Oder auch nicht.

 

 Wie gesagt, begab es sich vor zwei Tagen im Leipziger Rosental, daß ich trotz eines am Donnerstag beim Squash arg lädierten Knies, dafür aber mit einer imposanten Knie-Bandage, durch den besagten Park joggte. Nicht schnell. Gewiß. Aber da waren a) das Knie und b) die, nun ja, gar junge und hübsch anzuschauende Betreuerin, die ich an meiner Seite hatte, um a) beim schlimmsten Fall der Fälle (Knie-Bruch!) sofort wiederbeatmet werden zu können und b) motiviert zu sein.

 

 Und motiviert war ich. Trotz all der Schmerzen!

 

 Dann aber jenes unglückliche Zusammentreffen mit nun wohl ehemaligen „Freunden“…

 

 Wir liefen in ca. 15 Zentimeter Abstand an ihnen vorbei, ich schleuderte Verbal-Injurien in ihre Richtung, doch es waren vor allem Ignoranz und Unverständnis ob meiner Belästigung, die ihre mir dereinst sympathischen Gesichtszüge prägten.

 

 Ja, ich hatte die Mütze tief ins Antlitz gezogen, sodaß jenes mich sonst durchaus prägende Stirn-Leuchten nicht direkt zu erkennen war.

 

 Aber wahre Freunde WITTERN doch den Freund… Die Nüstern hätten signalisieren müssen: „Ey, er sieht zwar nicht so aus wie Jürgen, läuft auch langsamer als sonst, hat ´ne Mütze auf der Birne und ein unverschämt großes Ding von Kniebandage nördlich der ranken Hüfte, aber vom Geruch her, könnte er es sein…“

 

 Heute weiß ich: Sie schämten sich meiner.

 

 Sie, die gerade noch bei mir eine solche kulinarische Seltenheit wie fettiges Lammfleisch kredenzt bekamen…

 

 Für euch und mit euch koche ich nie wieder! Jedenfalls nicht mehr in diesem Monat!

 

 Ja, ich kann durchaus auch hart sein. Und nicht nur da, wo’s sich gehört. Nein, auch im Herzen…

 

 Und ich habe alles Recht der Welt dazu, denn ich bin behindert. Immer noch. Am dicken, geschwollenen Knie. Herr R. mußte mir am Freitag, als wir in hessischen Landen gastierten, gar ein Fußbänkchen vor die Bühne stellen, da ich sonst nicht in der Lage war, diese zu erklimmen...

 

 Wenn jemand dicke, geschwollene Knie zu seinem Sexual-Fetisch erkoren hat, sollte er mich für ein Schäferstündchen anschreiben. Aber hinterher dann nicht jammern: „Ich hab’ dein Knie geseh’n, das durfte nie gescheh’n…“

 

 ´s sieht nicht gut aus. Obwohl ich Tag und Nacht kühle.

 

 ´s wird aber wieder, weil es ja MEIN Knie ist. Und weil ich, wie immer, keinen Arzt ranlasse.

 

 Kann sein, daß das mit dem Joggen am Sonntag zwei Tage nach der Verletzung ein bissel früh war. Andererseits konnte ich aber so auch den Charakter zweier ehemaliger Freunde entlarven…

 

 Nur Geld kann das wieder gut machen. Viel Geld…

 

 Für diese Woche habe ich dann mal sportfrei.

 

 Aber für Sonntag habe ich mich schon wieder zum Joggen verabredet. Mit Pflegerin…

 

 Und wenn dann mein Knie, endlich wieder bandagefrei, das Rosental in seinen Bann zieht, werden alle mit einem lustvollen Lächeln auf den Lippen sowie im gesamten Antlitz sowohl erregt als auch erkennend flüstern:

 

Jürgen




23.April 2010


Mißbrauchs-Mißbrauch

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 überall ist Mißbrauchsland! So (oder ähnlich) wußte es schon Joachim Ringelnatz (In diesem Zusammenhang bitte den Nachnamen beachten!) zu formulieren.

 

 Und heute wäre wieder mal Gelegenheit! Heute! Allerdings erst nach der Vorstellung… Müßtet ihr aber nach Hessen kommen, denn gleich schwingen sich Herr R. und ich aufs Auto und düsen. Richtung Kassel.

 

 Aber ob uns, vor allem MIR, da jemand hinterher an die Wäsche will? Wie hat’s olle Harald Schmidt so schön formuliert: „Ich wäre in der Schule sehr gern mal mißbraucht worden. Aber ich war einfach zu häßlich!“

 

 Mir ging’s ähnlich, lieber Harald! Ich aber war (und bin) zu schön!!!

 

 Mir geht mittlerweile das ganze detailgetreue sexuelle Geschwafel in den Medien sowas von auf den … Geist! – Himmel!!!

 

 Das ist natürlich ein Thema, aber nur EIN Thema!

 

 Wir haben jetzt eine Mißbrauchsbeauftragte! Ein SEHR mißverständliches Wort! Schier ungeheuerlich.

 

 Und heute früh lauschte ich im Deutschlandfunk Mädchenstimmen, die da unbedarft tirilierten, daß für sie schon das Streicheln übers Haar sowie eine tröstende Umarmung durchs pädagogische Personal gen Mißbrauch tendiere.

 

 Lehrer und Lehrerinnen: Ihr steht jetzt alle unter Generalverdacht! Wenn’s Kind mal auf die Schnauze plauzt  und blutet – nicht anfassen!!! Ihr Säue!

 

 Sollen die Eltern kommen und trösten.

 

 Die aber, und das lehrte mich dann heute auch gleich noch die Mißbrauchsbeauftragte, sind meistens noch schlimmer! Schlimmer??? Schlümmer!!!!

 

 Meistens? Fast immer!!!

 

 In den Familien wird mißbraucht auf Teufel komm raus! – Schönes Thema für den Papst übrigens.

 

 Wir haben eigentlich nix anderes mehr zu tun, als unentwegt zu mißbrauchen.

 

 Kinder. Kinder!!!

 

 Und irgendwann werden uns kluge Psychologen, die das Verhalten von Haustieren deuten können, die ganze schreckliche Wahrheit eröffnen: Hunde, Katzen, Wellensittiche, Hamster und vor allem Guppies – keiner, der da nicht heimlich durch die Hütte, den Käfig oder durchs Aquarium gejagt wurde um dann zu dienen. Der Wollust.

 

 Vielleicht sollte ich mich heute abend als Guppie verkleiden?

 

 Und wenn es dann wirklich zum Mißbrauch kommt, liebe Gemeinde, dann werdet ihr es spätestens hier sowie in allen Medien dieser Welt haarklein und dezidiert beschrieben lesen können. Nichts, aber auch nichts lasse ich weg.

 

 Um meiner Empörung Ausdruck zu verleihen!

 

 Und die Leserschar – nicht ihr, aber die in den anderen Medien – wird zutiefst empört „Mehr! Wir wollen es noch genauer wissen! Was für abscheuliche Sauereien. Los, empöre uns!“ kreischen.

 

 Weltpolitik? – Fuck off!

 

 Die wahren Kriege finden in den Familien statt. Überall! Ohne Ausnahme! Es wird großflächig mißbraucht! Flächendeckend!

 

 Und die Medien liefern immer ein paar nette Anregungen für diejenigen, die vielleicht noch gar nicht auf abartige Gedanken kamen. Jetzt aber möchten sie nicht mehr abseits stehen. – Einmal ein Star sein! Einmal Seite 1!

 

 Wir werden es lesen! Morgen wieder! Und übermorgen!! Und so weiter!!!

 

 Was war das gleich noch mal: Sensibilität?

 

 Dezent abkotzend grüßt der kopfschüttelnde

 

Jürgen




09.April 2010


Bob flog außenrum!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich glaube, die Weltgeschichte muß neu geschrieben werden. Zumindest die jüngere. Oder, um’s mal konkret zu sagen: Die beiden Weltkriege bleiben verloren. Da ist nicht mal mehr ´n Unentschieden drin… Waren aber auch Auswärtsspiele! DARÜBER sollte man im Nachhinein mal nachdenken!! Weltkriege IMMER als Heimspiel!!!! Dann wird’s auch was…

 

 Aber alles was danach, also ganz konkret 1968 passierte, erscheint mir, und da mich viele von euch nicht zu Unrecht als „Guru“ ansprechen, auch euch nun in völlig neuem Licht.

 

 Denn: Ich hatte einen lichten Moment!

 

 Ich dachte, seit langem wiedermal, wiedermal nach. Kurz. Aber schmerzfrei! ´s funktionierte also noch, das zerebrale Zentrum in der Ober-Omme. – Naja, schon das Sprichwort behauptet ja keck: Alte Birne rostet nicht!

 

 Jetzt aber – Haltet euch schon mal fest! – meine durchaus die Welt verändernde Erkenntnis: Bob wurde 1968 unrechtmäßig Olympiasieger in Mexico City. Kein Mensch, nicht mal Bob, konnte damals, ob gedopt oder unmedikamentiert, 8,90 Meter weit springen.

 

 Keiner! Nicht mal ich!!! Und ich hatte damals schon die drei Meter im Visier…

 

 Wie aber flog nun Bob die dann gemessenen 8,90 Meter weit? WIE?????

 

 Gar nicht.

 

 Ja, so simpel kommen manchmal die großen Menschheits-Ideen daher.

 

 Denn ich bin mir sicher: Bob beamte sich. Bob Beamon. Nomen est 8,90 m!

 

 Daß da noch keiner drauf gekommen ist… Bin ich wirklich sooooo gut??? – Ja.

 

 Und ich bin mir zudem sicher, daß Bob sich nicht etwa 8,90 m weit beamte (Das wäre ja aufgefallen, da er im Moment des Ab-„Sprungs“ schon wieder gelandet wäre…), sondern sage und schreibe, hier aber nur schreibe, 40 023,9911 Kilometer.

 

 Das dauert ungefähr so lange, wie ein Mensch, wenn er es denn könnte, benötigte, um aus eigener Kraft (Ha!) 8,90 Meter weit zu hüpfen.

 

 Bob beamte sich sozusagen außenrum. Um nicht aufzufallen! Ein 40 000-Sassa!!

 

 Der Erd-Umfang beträgt nun mal 40 024 Kilometer. Und wer rechnen kann, wird – je nach Begabung – entweder jetzt sofort oder aber in ein, zwei Stunden das Erlösungswort säuseln: Bingo! Oder gar: Heureka!

 

 Ihr möchtet Kinder von mir, um an meinen gen-ialen Genen zu partizipieren??? Ich verstehe euch! Aber – ihr seid Männer!!!

 

 Ihr möchtet mich heiraten, um immerdar ein Leuchten in eurem Wohnbereich vorweisen zu können? Sorry, ihr seid zwar Frauen, und Heiraten ginge zur Not auch noch, aber zusammen WOHNEN…? So tolerant kann keine Frau sein…

 

 Tja.

 

 Ihr möchtet schnellen, unvergeßlichen, vor allem aber unverbindlichen Sex? – Sofo… - Mist, in solchen Momenten klingelt immer, und immer völlig überraschend, W. an meiner Tür!

 

 Hat sich bestimmt hergebeamt. Der alte Mister Beam.

 

 Mit einem durchgeknallten Sim-Sala-Beam und einem Beams-Stein in der Tasche verflüchtigt sich

 

Jürgen




06.April 2010


Sinnlos!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 draußen lacht sich die Sonne, welche sich all die gefühlten 20 Ost/fontszlig;es Helium. Oder ein hei size=ertage, an denen ich kinderliedernd unterwegs war, geschickt hinter den eklig-grauen Wolken versteckt hielt, ins Fäustchen.

 

 Wenn denn die Sonne überhaupt ein Fäustchen hat.

 

 Wobei EIN Fäustchen nun auch nicht gerade das Wahre ist. ´ne amputierte Sonne! Nö, ich möchte nun Gevatterin Strahlefrau nicht etwa diskriminieren, aber Denk-Anstöße sollten in unserer überaus empfindlichen Zeit ja wohl noch erlaubt sein. Denk-Anstöße, mit’m Fäustchen…

 

 Wieso heißt es eigentlich, die Sonne lache, wenn sie doch nur strahlt?

 

 Lachen alle, die strahlen? Lachen alle Feuerwehrmänner? Himmel!!! Ja, auch die Feuerwehrfrauen!!!! – Schon wieder diskriminiert…

 

 Lachen alle Neutronenbomben? Komisch, daß da niemand auf „Bombin“ besteht…

 

 „Strahlerküsse schmecken besser, Strahlerküsse schmecken gut!“ – So ein Scheiß-Werbespruch hat sich bei mir irgendwo im überaus geräumigen Hinterstübchen eingenistet. Wo ich doch so stolz darauf bin, NIE Werbung zu gucken und zu hören. Ich zappe IMMER weg. Sogar im Kino!

 

 Da drücke ich mir dann die Faust aufs Auge. Und aufs Ohr. Nicht, daß ich so ´ne große Faust hätte, die Beides abdecken könnte, nö, ich habe, ganz traditionell, zwei Fäuste. Und nicht ein Fäustchen!

 

 Trotzdem, und das ist wohl noch ein Relikt aus meiner Tausend-Tele-Tips-verseuchten Kindheit, schmecken Strahler-Küsse besser. Ok., das war dann wohl mehr die vermainzelmännchte Kindheit…

 

 Aber warum behauptete das uns alle zum Deppen machen wollende Werbevolk das? Strahler, wir alle wissen das, werden in der Schweiz die alpinen Kristall- und Mineraliensucher genannt. Was aber befähigt diese, nennen wir sie mal Bergziegen und, ja doch!, auch Bergböcke, zur geschmacklich reizvollen Kuß-Abgabe? Mineralien unter der Zunge? Kleinstkristalle im Speichel?

 

 Denn: Wer küßt, speichelt auch. Klingt jetzt nicht gerade appetitanregend, ist aber so. Die Lefzen tropfen normalerweise nur so…

 

 Die besondere Form des Kußtrainings ist bei „MelanKomiker“-Muggen immer dann zu beobachten, wenn Herr R. seine Lotus-Flöte vor der Benutzung ein-speichelt. Durchaus eklig! Dieser Speichel-Lecker! Eigen-Speichel!!!

 

 Davon sollte jeder immer ein Töpfchen mit sich rumtragen, falls einem mal die Spucke wegbleibt. Ja, TÖPFCHEN, nicht Tröpfchen.

 

 Nicht umsonst werden diejenigen, die an Speichel-Mangel leiden, als arme Tröpfchen bezeichnet.

 

 Nun gehört aber auch auf jeden Topf zumindest EIN Deckel. Sagt der Volksmund, die kleine Sau. Ja doch: der kleine Eber. - ´s wird immer schwieriger, nicht zu diskriminieren!

 

 Ich sammle ja Deckel. Und dabei läuft mir dann das Wasser im Munde zusammen. Und ich strahle! Ramme mir dabei aber, um nicht zu sabbern, eine Faust ins Schleckermäulchen (War das nicht ´ne DDR-Quark-Süß-Speise??), wobei ich mir vorstelle, wie blöd das aussieht, und darob (Was’n vernachlässigtes Wort!) lachen muß.

 

 ICH lache mir in die Faust! Ob der Vielzahl meiner Deckel. Wobei, genau betrachtet, ich ja nicht der Topf, sondern eigentlich ja der Deckel sein sollte. – Irre.

 

 Vielleicht bin ich ein armer Topf! Und merke es nicht mal. Zugespeichelt bis zum Rand…

 

 Lecker! Und umringt von Speichel-Leckern. Kleinen Leckermäulchen! Was für ein Quark.

 

 Doch ich schwoff ab. Denn draußen lacht immer noch die amputierte Sonne. Aus vollem Herzen. Sozusagen herzlich. Und blendet mich dabei. – Was wiederum erklärt, warum es „Das paßt wie die Faust aufs Auge“ heißt. Oder auch nicht. Denn es müßte ja „Das paßt wie das Fäustchen auf die Augen“ heißen.

 

 Die Welt ist voller Rätsel!

 

 Und ich bin mir selber eins!

 

 Mit sich eins sein – wenige können das von sich behaupten!

 

 Aber wer mit sich nicht eins, sondern, sagen wir mal: zwei, ist, hat ja schon die erste Stufe zur Schizophrenie erklommen.

 

 Und, und nun kommt’s, wenn die Sonne schizophren wird, hat sie auch wieder ZWEI Fäustchen, die gelbe Strahlebacke. Und dann lacht sie, wie immer speichelfrei prustend, über den heute leicht verdrehten

 

Jürgen




03.April 2010


Freundschafts(?)-"Spiel"

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 man muß sich nicht über alle Auswärtssiege freuen, oder?

 Afghanistan - Deutschland 3:5.

 Scheiß Freundschaftsspiel.

 Unfaire Grüße vom ziemlich pazifistischen

Jürgen




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