Juni


22.Juni 2009


Rote-Nasen-Ragout?

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 erst verhagelt es einem den Mittsommerabend regelrecht, und dann wird es am nächsten, dem nun schon wieder kürzeren Tag, auch noch richtig gefährlich!

 

 Aber alles hängt ja in dieser Welt zusammen. Obwohl immer verlangt wird, man soll zusammenstehen. Zusammen hängen – das war früher. Doch Massen-Hinrichtungen sind ja irgendwann verboten worden. Aus welchem Grund war das gleich nochmal...?

 

 Als es vor einigen Tagen in den Medien hieß, der Kannibalen-Film dürfe nun doch in die Kinos, war mir klar – ich gehe in solche Kinos nicht.

 

 Und irgendwie hatte ich auch sofort Angst. Denn: Ich bin durchaus lecker!

 

 Und heute – Bummmms! – dann im Deutschlandfunk die Meldung der Meldungen - seitdem traue ich mich nicht mehr aus dem Haus: Die EU hat den Verkauf und den Verzehr von Clown-Fleisch erlaubt!

 

 Werden solche wie ich jetzt gejagt, erschossen, zusammen erhängt, im Stall gehalten? Wer Glück hat, kommt in die Zucht???

 

 Paniert man unsereins gar irgendwann?

 

 Also eins ist klar: ICH MÖCHTE PANIERT WERDEN!

 

 Kleinere Haut-Unreinheiten bleiben so dem Gourmet verborgen, und er haut ganz entspannt rein!

 

 Oder wie wär’s mit mariniertem Clown?

 

 Maniriert gab ich mich ja ab und an, vor allem an, schon des Öfteren. Aber Jürgen in leckerer Knoblauch/Ingwer-Marinade…?

 

 Das alles ist natürlich, und nun spreche ich euch, die ihr euch schon wollllllüstig (Ja, „l“ kann ich besonders gut tippen!) die Lippen leckt, mal direkt an, alles reiner Sarkasmus. Denn obwohl ich weiß, was für ein Leckerli ich wäre, lebe ich viel zu gern, um mich auf der Schlachte-Platte feilbieten zu lassen! Mit Petersilie in den leeren Augenhöhlen!!!

 

 Denn die Augen braucht’s ja für die Sülze…

 

 „Hör auf, Angebeteter!“ höre ich euch a) hungrig und b) entsetzt schreien. Und dem sei so! Auch wenn sich W. jetzt seinen Latz wieder abbinden muß.

 

 Denn: Ich lasse mich nicht vernaschen! 

 Ich rufe jetzt bei der EU an und schlage vor, erstmal nur den Verzehr von Comedy-Affen zu erlauben. Vielleicht sogar zur Pflicht zu machen.

 

 Wie klingt das eigentlich, wenn auf der Speisekarte „Marios Bart“ offeriert wird?

 

 Wetten, die Deppen im Lande stehen drauf!

 

 Ich spendiere allen eine Runde Senf.

 

 Denn den meinen gebe ich gar zu gern dazu.

 

 Ungewürzte Grüße von

 

Jürgen




15.Juni 2009


Legasthenische Brüll-Affen

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 daß wir in einem Land der Deppen leben, wird wohl nicht nur mir jeden Tag etwas bewußter.

 

 Daß es auch Deppen-Parteien gibt – wer mag das anzweifeln?

 

 Daß sogenannte Volksparteien ab SOOOOOO doof sind, das haben wir, die umworbenen Wähler, nicht verdient.

 Warum brüllt der ansonsten sehr eloquente Herr Steinmeier denn seine Rede auf dem SPD-Wahlprogramm-Verabschiedungs(Und tschüß?)-Parteitag dermaßen heraus? Ist das die kämpferische Note? Rumbrüllen? Grölen?

 

 Ein altes, von mir selbst soeben erfundenes Sprichwort sagt nicht ohne Grund: „Wer brüllt, ist zu blöd zum Schreiben!“

 

 Und siehe da: Das Sprichwort stimmt.

 

 Denn was zelebrieren die Legastheniker von der SPD riesengroß hinter, vor, über und vielleicht gar (unsichtbar) unter ihrem Kandidaten: „Sozial und Demokratisch!“

 

 Danke, eine Rechtschreibreform reicht. Adjektive schreiben wir bitte weiterhin klein.

 

 Kleihein!

 

 KLEIN!

 

 Aber wer rumbrüllt, schreibt auch alles groß! Blödheit wird heutzutage (und früher auch) groß geschrieben. „Sozial“ am Satzanfang ebenso. Aber bei „demokratisch“ sollten wir mal ganz demokratisch bleiben und klein beigeben.

 

 Es tut mir weh, das zu formulieren, aber: Die Genossen sind peinlich. Der Münte ist sehr peinlich. So heute früh im Deutschlandfunk. SEHR peinlich und gar nicht kleinlaut.

 

 Der Frank-Walter ist eigentlich nicht peinlich. Nur wenn er brüllt. Und was macht er, der Frank-Walter: Er brüllt.

 

 Der dicke Umweltminister und Ex-Pop-Beauftragte ist auch schweigend peinlich.

 

 Und Tiefensee ist so peinlich, daß es keiner Begründung bedarf.

 

 Irgendwann schreiben die auch Tu-Wörter, die wir in der Diktatur noch „Verben“ nennen mußten, groß. Anstand, Diskretion und Würde aber klein.

 

 Irre Irre. Wenn ich mich nicht irre. Und ich irre mich nicht.

 

 Übrigens kam heute morgen auch Pofallas Ronald von der Zeh-de-uh im DLF zu Wort. Wie DER schreibt, das möchte ich gar nicht wissen. Schon was er sagt, ist an Peinlichkeit nicht zu übertreffen. Da bereitet jedes Wort Pein!

 

 Ich wähle wohl im September wieder Herrn R., denn er stellt sich – aus gutem Grund – nicht zur Wahl. Aber, und hier muß ich W. mal ausdrücklich loben: Er brüllt eigentlich NIE rum. Niemals nicht.

 

 Und schreiben kann der… – Halleluja!

 

 Der schreibt Adjektive vorn so klein, kleiner geht’s nicht! Und zu Tu-Wörtern sagt der alte Diktatur-Geborene weiterhin „Verb“. Mit Verve.

 

 Das alles findet wiederum einer absolut zum Brüllen:

 

 der Soziale jürgen




08.Juni 2009


45a

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich war dann mal weg. Aber nur, um die ganze vorige Woche ausgiebig Kindertag zu feiern.

 

 Ohne Herrn R.!

 

 Ich selbst wundere mich natürlich nicht, daß W. nicht mehr zu Kinderfesten eingeladen wird, denn er wäre ja jetzt mittlerweile in der 45.Klasse, wenn er jedes Jahr versetzt worden wäre. Was mir nicht realistisch erscheint…

 

 Denn ab der 20.Klasse hätte ich ihn nicht mehr abschreiben lassen.

 

 Trotz allem – der Satz „Ich gehe in die 45a der Friedensoberschule Delitzsch!“ hätte was. Vor allem, wenn dann noch „Und mein Gruppenratsvorsitzender heißt Jürgen!“ angehängt würde.

 

 Ja, ich geb’s zu: Ich war ein Würdenträger! Bei mir saß das Halstuch noch fest. Was nichts anderes bedeutet, als daß ich irgendwann sooooooo’n Hals hatte. Ich glaube, das war zu jener Zeit als W. stellvertretender FDJ-Sekretär war.

 

 Und ich Agit-Proper…

 

 Ja, ich war schon immer propper! Und ´n bissel blöde sowie leichtgläubig.

 

 Hat sich aber gebessert. Das mit der Leichtgläubigkeit. Ich bin nicht mal mehr leicht gläubig.

 

 Ich glaube nur noch an mich. Und das eigentlich auch kaum bis nie.

 

 Und trotzdem werde ich zu Kinderfesten eingeladen! Weil man mir die 45.Klasse nicht ansieht…

 

 „Sie sind doch höchsten 40.Klasse!“ muß und darf ich immer wieder hören. Was mir sehr gut tut. – „Und jedes Jahr versetzt!“ füge ich dann meist und nicht ohne stolzen Unterton hinzu.

 

 Versetzt werden – darum ging es einem damals. Heute hat man sich dran gewöhnt, ab und an mal versetzt zu werden.

 

 Sitzenbleiben – um Himmelswillen, daran war nicht zu denken. Heute aber bleibe ich ab und an gern mal sitzen. – Wenn Herr R. Boxen, Kabel und Instrumente gen Auto transportiert…

 

 Um gute Noten geht es heute wie damals. Nur daß wir damals die Noten lesen konnten…

 

 Was ich ein bissel vermisse, sind die Appelle. Beim „Heißt Flagge!“ zeigte ich immer auf mich und murmelte: „Heißt Jürgen!“

 

 Appelle gab es damals wie Sand an der Ostsee. Für’n Appell und ´n Ei. Nicht ummesunst hieß ein alter DDR-Werbeslogan „Nimm ein Appell mehr!“ Eijeijei!

 

 Wir standen damals immer so schön im offenen Viereck. – Wer, bitteschön, steht heute noch im offenen Viereck?

 

 Vermissen wir das?

 

 Nein.

 

 Und im Ranzen hatten wir ein Dreieck! Eine eckige Jugend!

 

 Aber eine Jugend mit Rechenschieber! Ja, sowas gab es damals. Heute dagegen muß jeder seinen Rasen oder die Sandfläche selber harken.

 

 Rechenschieber – ein vergessener Beruf! Vielleicht sollte man den Berufsberatern heutzutage mal zeigen, was ´ne Harke ist? Vielleicht harkt es aber dann bei denen aus? Und sie rächen sich.

 

 Sollte dieser Rache-Akt (also die nackte Rache) schief gehen, haben sie sich verrächt.

 

 Übrigens hat sich ja auch derjenige, welcher den falschen Partner ehelicht, ver-heiratet. Soll öfter vorkommen als sich ver-fatzen.

 

 Denn Fatzen ist so schwer nicht. Das machen in Frankfurt fleißige Redakteure Tag für Tag.

 

 Nun gut, sie fazen, aber wir wollen doch an solch einem Tag wie heute nicht beckmessern, zumal gerade im „Karstadt“ Gabeln im Angebot sind.

 

 Ihr merkt schon – jeden Tag drei Kinderfeste, das tut mir gut.

 

 Am kommenden Samstag aber, nach dem obligatorischen Kinderfest, gehe ich in mich. Und in die Kirche. Samt W.! Und dann wird wieder gesungen, was das Kirchenschiff so aushält. In Mohlis. Und wer Mohlis nicht kennt – der … kennt Mohlis eben nicht.

 

 Ich kenne Mohlis auch noch nicht, werde aber Mohlis und die Mohliser am Samstag kennenlernen. Hoffentlich macht W. keinen schlechten Eindruck…

 

 Einer von uns beiden gibt sich dann, wie immer, nach der Veranstaltung, nach diesem Fest der Sinne, zum Anbeten frei:

 

Jürgen




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