August


29.August 2008


Sitz!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 mal hieß es „Nimm ein Ei mehr!“, dann wieder „Finger weg von den Eiern – Cholesterin-Gefahr!“, mittlerweile „Ha, alles falsch – es gibt auch gutes Cholesterin!“, und seit gestern dann: Heiße Hoden – tötere Spermien!

 

 Durch die Sitzheizung! Im Auto!

 

 Gut, wer daheim am Beistelltischchen auch ´ne Sitzheizung hat, kann selbst dort sehen, wie Spermium um Spermium den Hitzetod zelebriert. Scheiß-Erd-Erwärmung!

 

 Das große Hoden-Roden ist angesagt…

 

 Ich bin ja eigentlich viel zu g’schamig, um über solcherlei zu plaudern. Aber da es unter der Rubrik „Aus aller Welt“ in der Leipziger Regionalpresse vermeldet wurde, weiß es sowieso jede Sau.

 

 Eine Studie hat es an den Tag gebracht. Eine Studie, die sozusagen in die Hose ging.

 

 Und gemessen wurde auch. Mal mit, mal ohne Sitzheizung. Überraschenderweise waren die Hoden mit Sitzheizung wärmer als ohne. Wer hätte das gedacht? – Sozusagen Überraschungs-Eier!

 

 Mich als alten Sitzheizungs-Fetischisten interessiert ja vor allem: WIE  wurde gemessen, und WER maß? – Ein Sack voll Fragen!!

 

 Sicher hätten die Forscher auch einfach mal ein Spermium in Normaltemperatur neben ein gegrilltes legen können, um dann zu gucken, welches sich noch windet. Aber wahrscheinlich war das nicht abgefuckt genug und hätte auch nicht für „Aus aller Welt“ gereicht.

 

 So aber werden wir nun bald Horden dümmlicher Jugendlicher beim Kopulieren im Auto beobachten müssen. Bei eingeschalteter Sitzheizung! Als Empfängnisverhütung. Schöne Grüße an den Papst.

 

 Wobei natürlich nun der Frage, ob das Papa-Mobil über eine Sitzheizung verfügt, Brisanz der ganz besonderen Art innewohnt. Wenn nicht gar beiwohnt.

 

 Beiwohnen geht übrigens auch, wenn man getrennte Wohnungen hat. – Hab’ ich aus ´ner Studie.

 

 Und die hab’ ich gelesen. Von vorn bis hinten. Mit heißen … Ohren.

 

 So. Und jetzt setze ich mir meine beheizte Mütze auf und mache mir warme Gedanken. Was nichts anderes heißt, als daß ich mich zum Studien-Objekt erkläre.

 

 Sollte ich ab morgen (noch mehr) verblöden, bringt mir bitte eine Sitzheizung ins Heim.

 

 Heiße Grüße ewigen Studenten

 

Jürgen




27.August 2008


Schweine-Journalisten!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 darf ich mich mal auskotzen? Nein? Mach’ ich aber doch!

 

 Und ich kann mich auch nicht einer gemäßigteren Sprache bedienen, denn diejenigen, welche bei mir Brechreiz ohnegleichen verursachen, verdienen es nicht, mit sprachlicher Rücksicht behandelt zu werden.

 

 Scheiß-Journalisten, Scheiß-Redakteure, Scheiß-Herausgeber!

 

 So!

 

 Und noch mal: Scheiß!

 

 Diese Drecksäcke und auflagegeilen Mistschweine denken nur, und wirklich NUR an Knete, aber halten sich dann immer noch das Mäntelchen der Berichterstattungs-Pflicht vors wahrscheinlich mehr als kümmerliche Gemächt.

 

 In Leipzig ist’s derzeit besonders penetrant. Denn in der von mir bewohnten Stadt wurde ein kleines Mädchen ermordet.

 

 Und wird es täglich immer wieder. Mit RIESEN-Aufmachern, selbst in der sich nie und nimmer als „Boulevard“ bezeichnenden Presse, die längst dem Boulevard in Nix nachsteht und manchmal sogar die Richtung vorgibt.

 

 Herrje, die Tat an sich ist wahrlich schon schlimm genug, aber aus ihr wird auch noch der letzte Rest Verkaufswert herausgepreßt. Natürlich aus Mitgefühl und um zu warnen.

 

 Schweine-Journalisten.

 

 Fotos von ratlos blickenden Polizisten im Park, Fragen an den Bürgermeister (der’s ja wohl nicht gewesen ist…), Umfragen unter Passanten (Sind Sie dafür oder dagegen…? – Überraschenderweise alle dagegen!) und immer wieder ein Opferfoto mit strahlendem Lächeln.

 

 Ja, um aufzuklären. Um zu berichten. Daß es nichts zu berichten gibt.

 

 Ihr Drecksäcke! Vermeldet einfach die verabscheuungswürdige Tat, informiert, wenn irgendwo besondere Vorsicht angebracht ist, und haltet ansonsten pietätvoll DAS MAUL!

 

 Gut, das bringt nun nicht DIE Auflage und ist nicht reißerisch genug. Hätte aber etwas mit Anstand zu tun.

 

 Was wiederum Anstand ist, können diese jeglicher Hemmungen baren „Journalisten“ gern mal googeln. Oder nachfragen. Notfalls auch bei

 

Jürgen

 PS. Schämt euch!




20.August 2008


Überall ist Waldemar…

  

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich war verschollen! Und wurde gerettet. Von Waldemar!! Überall ist Waldemar!!!

 

 Selbst in der einstigen DDR-, und nun gar Deutschland-Hauptstadt Berlin.

 

 Dort nämlich sagte sich mein Auto, mitten auf einer Straße im Zentrum der Regierungsmetropole, „Ich laß mich nicht mehr länger verkuppeln!“ und gab auf. Ja, auch seinen Geist.

 

 Mir ging das a) auf den Selbigen und b) ziemlich nahe, denn es war schon seeeehr peinlich, mitten in der City der City verloren neben einem von außen scheinbar intaktem Auto zu stehen und anderen Verkehrsteilnehmern per hilflosem Gestikulieren klarzumachen, daß sie mich nebst der Selbstfahrlafette doch bitte locker per Schwenk umfahren sollten…

 

 Doch Hilfe nahte. Vom ADAC. Nach 90 Minuten! Und die Hilfe sprach mit leicht polnischem Akzent. „Bringen wir gleich auf Schrottplatz, das Auto!“ – Polnischer Humor…

 

 Ha.

 

 Dann aber wurde das Vehikel doch verladen und gen Intensivstation verfrachtet. Und in der Beifahrerposition verriet mir der gelbe Engel seinen Vornamen: Waldemar.

 

 Uuuunglaublich. Noch nicht tot – und schon re-inkarniert! Nur um MIR zu helfen!!!

 

 Hier muß mal erwähnt werden, daß ich Herrn R. ja wirklich für eine Seele von Mensch halte. Nennen wir ihn ruhig einen Engel. Aber in diesem speziellen Fall hat er sich wahrlich selbst übertroffen.

 

 Übrigens: Manchmal heuchle ich auch gewaltig, um weiterem Unheil vorzubeugen…

 

 Sei es, wie es sei: Am nächsten Tag wurde das Autochen von der Intensiv-Station direkt ins Leben entlassen. Gegen Geld natürlich.

 

 Die Rechnung aber ist bereits gen W. unterwegs. Per Einschreiben. Nicht daß er dann wieder behauptet, von Nichts etwas zu wissen.

 

 Der polnische W. meinte übrigens zum Abschied: „Wenn du wollen Auto verkaufen – hier ist meine Karte. Immer zuerst an mich!“ Tja, die Gene…

 

 Ich aber verkloppe die Karre, wenn sie denn einstmals endgültig im Navigator „Ewige Jagdgründe“ angegeben hat, natürlich an den echten W.

 

 Und lasse ihn dabei herzlich bluten. Es wird und soll Herzblut fließen.

 

 Schon weil er mich mitten in Berlin eineinhalb Stunden warten ließ.

 

 Was da alles hätte passieren können! Man stelle sich vor, Frau Merkel wäre vorbeigekommen, hätte mir Hilfe angeboten und ich hätte vor Lachen nicht antworten können, weil ich (natürlich) auch in dieser gelungenen Verkleidung einen wahren Waldemar vermutet hätte. Waldemar Merkel!

 

 Verlachen einer Kanzlerin! Darauf steht, glaube ich, abkanzeln. – Ui, gerade nochmal Schwein gehabt. Und dabei froh, kein Muslime zu sein, denn die können ja kein Schwein  haben. Dürfen und wollen das auch nicht.

 

 Ob sie sich Waldemar nennen dürfen, erforscht für euch demnächst

 

Jürgen




05.August 2008


Florian im OP

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 das geht nun aber wirklich zu weit! Nicht mal ein „Bis hierher und nicht weiter!“ kann ich da noch akzeptieren. Können sich die Reichen denn jetzt alles erlauben? Ich finde, daß in diesem Falle Tabus en masse gebrochen wurden. Mein Fazit: So nicht!!

 

 Sicher habt ihr es ja alle gelesen oder in den Nachrichten gehört: Da wurden jemandem zwei Arme transplantiert. Das allein ist ja wohl noch schlimmer als die schlimmste Sklaverei es jemals war! Aber: Von wem wurden sie transplantiert? Nicht etwa von einem Mediziner, der den Armen vielleicht unnötige Schmerzen hätte ersparen können, nein – so ´ne Art Florian Silbereisen durfte ran, denn in der Meldung hieß es wörtlich, daß zwei Arme von einem Hirntoten transplantiert wurden.

 

 Aber hallo, Freunde des gepflegten Schwachsinns, wo kommen wir denn da hin?

 

 Daß sich heutzutage der eine oder andere einen oder zwei Diener, ´ne Putz- und Ehefrau sowie eine sexuelle Gespielin hält – schön, aber wahr. Nur, liebe Gemeinde der Menschenrechtsbewahrer, daß man sich nun die dienstbaren Geister, welche halt pekuniär schlechter gestellt sind, auch gleich noch an den eigenen, mit Knete gesegneten Leib verpflanzen läßt, um sie immer, aber auch wirklich IMMER zur Hand(!) zu haben, finde ich – und hier möchte ich mal knallhart formulieren – unschön.

 

 Da in diesem Land ja fast jeder als ein Armer gilt und in den Armutsberichten der Bundesregierung mittlerweile die Nicht-Armen binnen einer halben Stunde namentlich genannt werden (Mich nennen sie übrigens immer VOR Herrn R.!), kann ja fast keiner mehr sicher sein, nicht irgendwann mal an irgend jemanden, der mit Geld gesegnet ist, angenäht zu werden.

 

 Von einem Volksmusikanten! Von einem Schwachsinnigen!! Von einem Hirntoten!!! Von Florian????

 

 Das tut doch bestimmt weh! Und dann das ewige Gefrage des „Operateurs“: „Kann mal jemand den Faden in die Nadel einfädeln?“ – Das ständige Jodeln! Blut kann er auch nicht sehen…

 

 Außerdem weiß ja der arme Arme nicht, an wen er angenäht wird, denn er befindet sich ja – und das wollen wir wirklich stark hoffen – in Narkose.

 

 Gut, wenn er Glück hat, gehört er dann urplötzlich zu mir. Was heißt eigentlich „er“? Ich würde mir natürlich „sies“ annähen lassen. Mindestens zwei. Und zwei gaaaanz Arme. Damit sie’s denn mal richtig gut bei mir haben! Ja, das würde ich!!!

 

 Aber, Freunde des gepflegten Nudel-Essens, ich MACHE es natürlich nicht! Niemals!!! Da könnt ihr sicher sein! An mich wird nix genäht, was der liebe Gott, meine noch liebere Mutti und mein ebenso lieber Vati nicht schon vor vielen, vielen Jahren in mühsamer Kleinarbeit, aber, wie nicht nur ich überzeugt bin, sondern, was (gegen Geld) auch Herr R. meint, nicht schon in Perfektion angeschraubt haben.

 

 Wenn’s geschäftlich weiter so gut bei mir läuft wie in der letzten Woche (0 €), bin ich bald ein Superreicher. Und dann laß ich’s krachen, dann verpflanze ich als erstes dem Florian ein Gehirnchen und zwinge ihn dann, mir zwei Reiche zu transplantieren, zwei gaaaaanz Reiche.  

 

 Wer, neben einem gewissen W., der andere Glückliche sein wird, verrät euch vielleicht irgendwann oder aber nie die Transe

 

Jürgen




04.August 2008


Fleißpelz

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 was soll das denn?? Fragte mich soeben, als er meinen Wohnbereich, beglückt ob all der Proben-Stunden, die er mit mir verbringen durfte, sichtlich ergriffen verließ, ein gewisser Herr R.: „Sag’ mal, was machst du jetzt eigentlich, wenn ich weg bin?“

 

 Nanünana! Bahnt sich da etwa eine etwas mehr als kollegiale Beziehung an? Kam dieses Funkeln in seinen Augen nicht etwa nur vom von mir kredenzten Kaffee-Getränk, welches die Probenkehlen benetzte? Ist da mehr???

 

 Gut, ich antwortete W. wie immer ganz ehrlich: „Nüscht!“

 

 Denn: Ich kann nicht lügen!

 

 Nüscht tun – das kann ich schon. Eines meiner vielen Talente, neben gar nix tun und überhaut nix tun.

 

  Da (und nur da) bin ich wie ein Hund, von dem Frauchen bzw. Herrchen IMMER behaupten: „Der macht nix!“

 

 Ich aber habe so was ähnliches wie Urlaub!! Seit Jahren! Nur ab und an gestört von W. sowie Kinderprogramm-Terminen.

 

 Die „MelanKomiker“-Muggen SIND reine Erholung. Schon allein, wenn ich sehe, wie Herr R. das Zusammensein mit mir genießt. – Ja, da kann auch ich Gefühle zeigen…

 

 Nun aber konstatiere ich, daß ich W. erstmals (erstmals?) belogen habe, denn nachdem er Leipzig gen Laue (Mein Gott, Laue!!!!) verließ, machte ich nicht etwa nix, sondern erstens mir ´nen neuen Kaffee sowie mich zweitens an Werk für das hier Niedergeschriebene.

 

 Oft wird man ja von der Kritik niedergeschrieben. Ich aber erledige das selbst.

 

 Ich bin überhaupt ein Fleißpelz! Denn nachher werde ich noch die Blümlein gießen. Die meinen ebenso wie die der (schon wieder!!!!) urlaubenden Nachbarn (Naja, Musiker…). Meine natürlich etwas mehr…

 

 Dann – heißt es: AUSRUHEN vom Tagwerk, denn immerhin war es erst 9.30 Uhr als Herr Rösler mich per Telefon aus dem Tiefschlaf riß, um mir seinen Herzenswunsch zu gestehen: eine Probe mit Jürgen.

 

 Wer, psollte er (wie ich) ein übergroßes Herz besitzen, könnte da „NEIN!“ sagen? – Ich.

 

 Aber heute war ich mal gnädig und erbat nur ein Stündchen, um mein Haar zu polieren und neu zu legen, denn auf MEIN Äußeres legt W. durchaus wert.

 

 Er dagegen zeigte mir sein durchschnittenes (!!!) rechtes Knie und brabbelte irgendwas von Auslegware verlegen und ´nem sehr scharfen Messer.

 

 Das heißt für mich, daß ich ihn, wenn er wiedermal in MEINEM Wohnbereich heimwerkern darf, in eine Rüstung stecken werde, damit er mir nicht das Parkett vollblutet.

 

 Ja, ich bin herzensgut und denke voraus.

 

 Und damit verstoße ich schon wieder gegen mein W. gegebenes Wort, heute nix zu tun.

 

 Bin ich hyperaktiv? Sollte ich mich mit Tabletten hemmen lassen?

 

 Fragen über Fragen! Die Antworten darauf gibt euch, wenn er denn jemals aus seinem WOHLVERDIENTEN Nachmittagsschlaf erwachen sollte, wie immer

 

Jürgen




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