Juli


27.Juli 2008


Paradiesisch

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 was war das, um mal nicht nur als ewiger Nörgler oder Lobpreiser eines gewissen W. in Erscheinung zu treten, gestern abend schön. Eher gestern nacht.

 

 Denn bis weit nach Mitternacht zupften Herr R. und ich bei der „Paradiesischen Nacht“ im Elbauen-Park von Magdeburg einen flotten Darm, wie ich’s bei Naturbespannung unserer Gitarren ab und an gern formulieren würde. So aber zupften, schlugen, streichelten und umgarnten wir, immerhin, einen flotten Draht.

 

 Und den hatten auch die vor uns (und den anderen Mitwirkenden) dieser Traum-Nacht auf einem Hang plazierten (Alte Rechtschreibung- Jetzt erst recht!!!) ca. 1000 Besucher in Richtung „MelanKomiker“. Das machte die Nacht zum Fest, für das wir hier mal ganz artig „Danke!“ sagen möchten: „Ihr wart richtig gut, ihr Magdeburger!“

 

 Wir fühlten uns verstanden, hatten einen riesigen Spaß und mochten die Welt. Teilweise mochte ich sogar Herr R., verstand aber, wie immer, dies durchaus überzeugend zu verbergen.

 

 Was ich nicht begriff, war, daß er, also W., ebenso wie ich mit einem VIP-Bändchen für diese Veranstaltung ausgestattet worden war, welches zu ungezähmter Nahrungs- und Getränke-Aufnahme berechtigte. Ohne Geld!!!

 

 Daß ich das verdient hatte – wer in Gottes weitem Imperium möchte dies in Frage stellen. Aber W.?

 

 Ich fände es - und dies ist ein durchaus ernst gemeinter Hinweis an alle Veranstalter - wesentlich subtiler, wenn MIR EIN Bändchen (auf Lebenszeit?) verliehen würde und es MIR dann obläge, Herrn R. die Nahrungsmittel zuzuteilen. – Dies hündisch-ergebene Dankbarkeit in seinem Blick, wenn’s nach langen zwei Tagen wieder einen Happen gibt, stelle ich mir sehr motivierend vor.

 

 Da selbst die oben erwähnte doppelte Bebändelung den Gesamteindruck dieser schnuckeligen Nacht nicht schmälerte, muß was dran gewesen sein, am Adjektiv „paradiesisch“.

 

 Deshalb hier nun mein Bekenntnis, auf das seit gestern viele Landeshauptstädter von Sachsen-Anhalt so sehr hoffen:

 

„Ich bin ein Magdeburger!“

 

 Paradiesische Grüße von

 

Jürgen




22.Juli 2008


Keine Frage!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 nun steht er wieder vor der Tür, der Gevatter. Nein, nicht Onkel Hein, respektive der Tod, nö, ein anderer, sich mindestens ebenso rar machender Gevatter ist’s, Gevatter Sommer.

 

 Kommt, heizt uns ein, heizt uns auf und heizt ab. Ab morgen. Oder übermorgen. Oder überübermorgen. Dann aber gaaanz bestimmt.

 

 Wie lange er bleiben wird, steht auch schon fest: bis Sonntag.

 

 Hier hält es der Sommer wie Herr R. und ich: meist nur Kurzgastspiele. Dann aber mit Knall-Effekt.

 

 Wir zwei süßen Herzchen (Ja, ihr vermutet richtig, ich spreche von den „MelanKomikern“…) vereinen nun Sommer und Kurzgastspiel am Sonnabend bei der „Paradiesischen Nacht“ am Magdeburger Elbufer. Beide übrigens am gleichen Ufer! Das wurde uns vertraglich zugesichert.

 

 Obwohl es ja heutzutage mehr gang als gäbe ist, wenn einer vom anderen Ufer mitspielt.

 

 Die Welt – ein Fluß! „Panta rhei“, wie der Portugiese sagt.

 

 Wobei der Portugiese eigentlich wissen sollte, daß der Pantha, vor allem der schwarze, hinten gar nicht mit „a“ geschrieben wird, sondern mit „er“: schwarzer Pantha.

 

 Ach diese Portugiesen…

 

 Eusebio hatte übrigens bei der 66er WM durchaus etwas von einem schwarzen Panther und wurde Zweierlei: Torschützenkönig und berühmt. Beides ist schön. Und vermeldenswert - für Nachgeborene.

 

 Weniger schön aber, daß er heute an Arthrose in den Knien leidet, was ich gerade ergoogelt habe. – Das gönnt man niemandem.

 

 Jedoch: Man muß auch gönnen können…

 

 Meine Knie hingegen (Stücker zwei, übrigens) können Arthrose nicht einmal buchstabieren! Was für Knie!!! Gut, sie können auch Mama und Mimi nicht buchstabieren, da sie eigentlich überhaupt nicht schreiben können, aber vermelden möchte ich dies hier doch schon mal. Im Falle es fragt mal einer so dahin…

 

 Jaha: Meine Knie können noch nicht mal lesen. Ich habe SAUDOOFE Knie!!!! Jaha: Ich gebe es zu!!! ES IST GUT JETZT!!!!

 

 Aber überaus intelligente Knöchel…

 

 Nachdem ich euch dieses Knöchelchen zum Grübeln hingeworfen habe, werfe ich mich nun selbst auch. Und zwar in Schale (Apfel- oder Birne-? - Entscheidet jetzt!). Um den Sommer zu begrüßen, den alten Schwerenöter: „Ey, wo hast du dich denn so lange rumgetrieben???“

 

 Wie immer wird S. mich ignorieren, was ihn schon beinahe zum einem Bruder im Geiste eines gewissen W. macht.

 

 W. und S. – nur gut das es Abkürzungen gibt! – Was andererseits mein Navigationssystem im Auto nicht zu wissen scheint. Nonavigationssystem is perfect. – Schon wieder eine alte portugiesische Weisheit.

 

 Portugal, überall Portugal!! Dieses Land macht mich kirre!! Und ich weiß nicht mal, warum.

 

 Warum ich dies hier heute alles schrob, weiß ich allerdings auch nicht. Fragt daher bitte W. (oder S.), aber nie, nie und nochmals nie

  Jürgen


15.Juli 2008


Der Schlüssel zum Unglück

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 die Frage nach einem Hobby, stellt sich mir nicht mehr, denn ich habe ein neues: Schlüssel-Anhänger!

 

 Der eine ist Fan von Andy Borg, die eine steht auf Cannabis, ich aber – ich fahre auf Schlüssel ab. Und mit.

 

 So am Samstagmorgen, als Herr R. und ich – nach einer herrlichen Nacht im Doppelzimmer, wobei ich diesmal, ob der Position der Leselampe, rechts, in „Fahrtrichtung“ gesehen, liegen durfte – den noch herrlicheren Skulpturenpark in Katzow bei Greifswald  (www.skulpturenpark-katzow.eu) gen Leipzig verließen. Hinter uns die noch vom abendlichen Konzert in der dortigen Scheune berauschten Gäste, den Künstler selbst, also Thomas Radeloff, seinen überdimensionierten Hund sowie die abend-, aber leider nicht morgendlich tiefausgeschnittene Silke zurücklassend, jagten wir in die Messestadt, wo ja zwei weitere Drei-Stunden-Konzerte unserer harrten…

 

 Ein Säuseln lag in der Luft, W. bediente Lenkrad und Pedale wie immer gekonnt und kein Risiko scheuend, ich räkelte mich verkrampft auf dem Beifahrersitz und war ganz Auge, damit Herr R. nicht wieder, wie auf der Hinfahrt geschehen, die richtige Autobahnausfahrt verpaßt. Gut, bei gefühlten 500 km/h lassen sich diese Schilder aber auch sowas von schlecht lesen… Zumal W. bereits ab und an über nachlassendes Augenlicht klagt!

 

 Sei es, wie es sei – entgegen jeder Erwartung erreichten wir die Messestadt lebend und pünktlich, und während Herr R. sich sogleich an das Studium unseres neuen Mixers, welcher nicht etwa den Geschmack unserer Getränke, sondern den Sound der allerliebsten Darbietungen in neue Dimensionen steigern wird, machte, sondierte ich den Inhalt meiner Hosentaschen: Hausschlüssel, Autoschlüssel, Autoschlüssel meines Vaters (Hä?) sowie Zimmerschlüssel für die Nr.2 der Scheune in Katzow.

 

 Bingo! Die Peinlichkeitsgrenze wieder weit überschritten.

 

 Gut, Thomas angerufen, mich tausendmal entschuldigt, wie immer alles auf Herrn R. geschoben, der ja gerade beschäftigt war und nichts merkte, und dann erstmal ausgiebig den Kopf geschüttelt. – Aber immerhin: Diesmal keine Reisetasche im Zimmer vergessen…

 

 Also, Hotels dieser Welt: Wenn W. und ich wiedermal bei euch aufkreuzen, dann kontrolliert gefälligst bei der Abreise unsere Taschen, enttarnt uns als Schlüssel-Fetischisten. Was ein Fetischist ist, bringe ich dann Herrn R. schon irgendwie bei.

 

 Im konkreten Fall war er zwar unschuldig, aber eigentlich hätte er mich ja bei der Abreise auch fragen können, ob ich den Schlüssel abgegeben habe. Jener scheint nun auf dem Postweg verschollen zu sein, denn heute rief Silke an und fragte unsicher an, ob wir nicht, eventuell, aus Versehen usw. den Zimmerschlüssel…

 

 Diesmal habe ich gleich alles auf W. geschoben…

 

Anhängliche Grüße von

 

Jürgen




02.Juli 2008


Cheese!!!!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich gucke nicht mehr hin. – Was ja beim Autofahren nicht gerade soooo günstig ist. Aber ich WILL es nicht mehr sehen!

 

 Es? – Sie.

 

 Die blöden Plakate an der Autobahn, die nichts als überdimensionale Todesanzeigen fröhlich lächelnd abgebildeter Unfall-Opfer darbieten. Meist in der Gruppe. Und mit der Unfall-Ursache im Kleingedruckten.

 

 Fakes?

 

 Aber sicher. – Und das wiederum hält Jürgelchen für ziemlich geschmacklos. Jaha, Totfahren ist auch nicht gerade deliciously (Wie der Litauer sagt…), aber gefakte Pseudo-Leichen – na, ich weiß nicht.

 

 Zumal ich mir – wie immer das Schlechte im Menschen vermutend und niedrigste Beweggründe voraussetzend – ziemlich sicher bin, daß die konterfeiten Karambolagiere von Nix wußten, als sie für schlappe 50 oder gar weniger Euro bei irgendeiner Werbe-Agentur fürs Verblichenen-Plakat posten. Und brav alle Rechte an ihrem Bild abtraten.

 

 Nun grinsen sie sich – was’n Wahnsinns-Gefühl – halt selbst schwarz umrandet an, wenn sie über die A 1 bis 145 brettern. Ganze vom Fotografen erst ins Leben gerufene Familien, die es so nie gegeben hat – scheinbar totgefahren.

 Aber: Ich gucke ja nicht mehr hin.

 Zumal die Plakaters ja immer rechts am Fahrbahnrand lauern. Und rechts neben mir im Auto lauert ja in den meisten Fällen Herr R.

 

 Und der ist echt. Und lebt! – Hier sei übrigens erwähnt, daß ich die Einfügung „hoffentlich noch sehr, sehr lange“ an dieser Stelle nur weglasse, um von ihm beim samstäglichen Wiedersehen auf einer der Bühnen dieser Welt (Bad Düben!!!!) nicht als „Schleim-Backe“ begrüßt zu werden.

 

 Sollten W. und ich jemals dahinscheiden (Was ja im Normalfall nicht anzunehmen ist, denn Götter leben ewiglich…), verbitten wir uns, am Autobahnrand plakatiert zu werden. Nein, dann sollen mindestens hundert Jahre lang aus ALLEN Notrufsäulen dieser Welt all jene unserer Lieder, die von den Radiosendern dieses Planeten mit nicht enden wollender Arroganz ignoriert und immer wieder ignoriert werden (Und wir bräuchten das Geld wirklich…), schallen und Autobahnbenutzer zur Raserei bringen.

 

 Wir erziehen gegen den Trend.

 

 Töne können töten? – Unsere schon.

 

 Wer das außerhalb der Autobahn erleben möchte, kann dies am 12. und 13.Juli ja bei unseren „Best off“-Konzerten in Leipzig final genießen: „Das Beste vom Feinsten – MelanKomiker-Hits aus zwei Jahrtausenden!“ – Ein vergleichsweise bescheidener Titel.

 

 Und da die Frage, ob wir bei diesen Events wirklich ALLE MelanKomiker-Hits darbieten werden, in letzter Zeit immer und immer wieder gestellt wird, sei sie hier auch gleich noch beantwortet:

 

 Ja!!!

 

 Alle beide.

 

 Fotografische Grüße von

 

Jürgen




Copyright © 2005-2006 Design by ITS-NETWORK.NET
Sie sind Besucher Nummer: 165110
JW-admin | News-admin