Mai


23.Mai 2008


Zum Leo gemacht

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich (und viele andere auch) habe es immer schon gewußt: Jürgen ist der personifizierte Leopard! Und Jürgen, das bin ja immer noch ich!

 Viele werden nun, wenn sie, ob der bei der Erwähnung meines Namens spontan einsetzenden übermäßigen Speichelflusses dazu überhaupt noch in der Lage sind, enthusiasmiert mit der Zunge schnalzen und sich dabei einen Körper vors geistige Auge rufen, nach dem nicht zuletzt unser aktuelles Programm benannt wurde: Alabaster.

 

 Doch ich bin nun wirklich der Letzte, der das DAS betonen würde. Es beansprucht mich wirklich schon viel zu sehr, mich der gierigen Hände und der vokalen Fleh-Kaskaden à la „Laß mich dich bitte berühren!!!!!“ beim Aufenthalt in den Städten unseres Landes zu erwehren. Auch in den Dörfern fängt es jetzt schon an, brenzlig zu werden. Ich sage nur: Laue.

 

 Viel mehr las ich heute in SPIEGEL-online, daß in Südafrika ein Griller (nein, keine Grille) von einem Leoparden angefallen und schwer verletzt wurde.

 

 Das hätte ich sein können!!! Also der Leopard, nicht die Grillette.

 

 Denn ich tat es hier ja schon des öfteren kund, daß ich Menschen, die im FAZ-Fragebogen „Grillen“ in die Rubrik „Hobby“ eintragen, nicht begreifen kann.

 

 Schlümmer noch: Sie verpesten meine Umwelt! Mit Kadaver-Schwaden. Und schlümmer als schlümm: Manchmal machen sie mir sogar Appetit! Auf verbranntes Fleisch. – Peinlich…

 

 Ich selbst veranstalte HÖCHSTENS ein, zwei Mal im Jahr ein Grillfest. Und das nur, weil ich seit vorigem Jahr einen fahrbaren Grill, der nicht fährt, besitze. Und der fährt nicht, weil ich ihn SELBST zusammengebaut habe. Binnen vier Stunden. Und schwer blutend, was ja wieder zum Grillen paßt… - Der geborene Heimwerker halt.

 

 Den Grill selbst schaue ich seither nicht mehr an und benutze ich schon gar nicht. Selbst beim Besuch der fleischversessenen Gäste lasse ich ´nen Freund den Grillier (bitte „Grilljee“ sprechen) spielen. Daß er dann von den anderen Protein-Geilen mit Lob überschüttet wird, ist mir Wurscht!

 

 Leoparden kennen keinen Neid.

 

 Abschließend noch eine Anmerkung: Der Griller in Südafrika war … ein Tourist. Ein Ausländer. Vielleicht war der Leopard nur ein verkleideter Fremden-Feind? Tier-Tarnung, um in der Weltöffentlichkeit besser dazustehen und die Fußball-WM nicht zu verlieren?

 

 Ok., ist nur so ´ne Vermutung. Aber ich werde das weiter beobachten!

 

 Und ganz abschließend dann noch die Beantwortung einer Frage, die mir, nachdem ich gestern unsere drei „Best off“-Konzerte mit dem wunderbaren Titel "Das Beste vom Feinsten - Melankomiker-Hits aus zwei Jahrtausenden" ankündigte, tausendfach gestellt wurde: „Spielt ihr wirklich ALL eure Hits?“

 

 Da kann ich nur versichern: Ja! Und nochmals: JAAAAAAA!

 

 Alle beide.

 

Euer Leopard

 

Jürgen




21.Mai 2008


Jeder Achte (den anderen)

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 irgendwie bin ich wie die Armut. Nein, ich komme nicht etwa in einem nach mir benannten Bericht der Bundesregierung vor. Gott bewahre.

 

 Aber: Ich schände nicht!

 

 Daß ich ebenso nicht brandschatze, sei nebenbei auch mal ins Weltall hinausposaunt.

 

 Obwohl ich gar nicht Posaune spielen kann. Mein Nachbar aber professionellst und mit zärtlicher Hingabe Oboe. Eigentlich könnte der doch mein Nicht-Brandschatzen und -Schänden in andere Milchstraßen hinaus-oboieren? – Muß ich mal ob (oe) seiner Gage mit ihm palavern.

 

 Jeder Achte in der Bundesrepublik, so teilte es Onkel Gabriel uns mit, ist ein Armer. Gefühlt übrigens auch jeder Zweihundertfünfzigste ein Armenier. – Aber das nur nebenbei.

 

 Also jeder Achte. Deshalb wohl auch die immer wieder vernommene Mahnung: Nehmt euch in Acht.

 

 Darum wird man auch in Acht und Bann geschlagen. Alle Acht-ung!

 

 Auch Herr R. und ich waren in den vergangenen Wochen arm dran, feilten und filetierten ständig an neuen Liedern rum – und sahen nicht einen Pfennig dafür. Nicht mal zwei, also einen Cent.

 

 Dafür ist nun aber, nachdem wir das neue Programm am Wochenende zweimal gespielt haben, unsere Selbstachtung gestiegen. – Denn wir haben den Parforceritt durchs neue Liedgut lebend überstanden, wurden sogar von vereinzelten Beifallskundgebungen zahlender (!) Veranstaltungsbesucher überrascht.

 

 Nun heißt es: Sacken lassen. Mal zwei Wochen nicht an die neuen Lieder denken, um dann nochmal dran zu arbeiten. – Denn so richtig spielen wir das „Damen-Wahl“-Programm erst ab September. Wenn da mal nicht noch der eine oder andere Hit dazukommt…

 

 Apropos Hit: Da wir, in aller Bescheidenheit natürlich, in der nächsten Zeit drei „Best off“-Programme darbieten werden, dabei aber von den Betreibern der Bischheimer Kulturmühle gemahnt wurden, diese doch nicht so „Melankomiker“-untypisch „Best off“ zu benamsen, haben wir uns für eine bescheidenere Variante entschieden. Nun werden die drei Konzerte am 12. und 13.Juli im Leipziger Palmengarten sowie das am 24.Oktober in der Kulturmühle gaaaanz schlicht so offeriert: "Das Beste vom Feinsten - Melankomiker-Hits aus zwei Jahrtausenden".

 

 Da sieht man mal, wie alt W. schon ist. Aber nicht arm! Denn wenn er ab und an an der 781-Euro-Hürde zu scheitern droht, reiche ich in unnachahmlicher Gnade den grenzüberschreitenden Euro rüber. – Schon um in der Bevölkerung aufkeimendes Mitleid mit W. zu unterbinden. – Ja, so selbstlos bin ich.

 

 Obwohl ich manchmal auch kaum über 7800 Euronen im Monat bar auf die Kralle zum Überleben zur Verfügung habe. – Was sag’ ich: Zum DARBEN!

 

 In Durban sind die ausländerfeindlichen Aktionen der Südafrikaner nun übrigens, laut heutiger Nachrichten, auch angekommen. Gut, daß ich Durban vor elf Jahren verließ. Doch das nur nebenbei und weil es wahr ist.

 

 Wahr ist auch, daß ich jetzt gleich noch zum Geburtstag fahre. Zum Kita-Geburtstag. 30 Jahre Kindertagesstätte in Wiederau. Bei all den Armuts-Berichten: Daß heutzutage schon Gebäude wesentlich jünger sind als ich, sollte zu einem wirklichem Aufstand in der Bevölkerung führen.

 

 Obwohl: Das eine Jahr…

 

 Arm-selige Grüße von

 

Jürgen




13.Mai 2008


Des-Interesse

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 wer da denkt, ich übte mich in letzter Zeit in ignoranter Abstinenz, dem sei hiermit das Denken untersagt.

 

 Mitnichten. Und ohne Neffen. Denn neben all den Veranstaltungen, die vor allem an der Ostsee, zwischendurch aber auch mal wieder in Thüringen (Gut geplant von … mir.), Jubelstürme der Begeisterung durch die Dünen wie auch die Bergtäler schwappen ließen, sind der ewige Herr R. nebst meiner Wenigkeit derzeit wie die Irren beim Proben.

 

 Nun gut, wir können ja nicht anders proben, da wir sowieso irre sind. Aber wir proben. Immerhin.

 Und wie erfreut zeigte sich W., als gestern NOCH ein weiteres neues Lied aus meiner Feder floß. - Nun heißt es für ihn: Üben, üben, üben... Denn Übung macht den Waldemar!

 

 Schon in drei Tagen hat das neue Programm „Damen-Wahl“ so ´ne Art Premiere. Natürlich in Berlin, denn wo ließe es sich besser testen als in der Hauptstadt, in der ja sonst kulturell nix los ist und die Maßstäbe deshalb nicht zu hoch angelegt werden.

 

 Aber: Egal, wie hoch die Latte liegt, wir springen!!! Wenn’s sein muß auch unten durch…

 

 Am Sonntag in der Bischheimer Kulturmühle werden wir dann ja bereits routiniert durchs neue Programm gleiten, das dann aber erst wieder im Herbst die Bühnen der Welt, Europas, Deutschlands, Sachsens und Leipzigs garnieren wird. Natürlich ziehen wir jede Woche ´ne neue Garnitur an.

 

 Zumindest ich. Für W. kann ich da nicht garantieren…

 

 Ab nächster Woche werde ich hier wieder öfter und ausführlicher mein Leben und mein Leid, was ja eigentlich eine hundertprozentige Kongruenz darstellt, schildern. Von der nassen Decke in meinem Eßzimmer, von brutalstmöglichen Haus-Abrißarbeiten direkt neben meiner Terrasse, vom plötzlichen Verschwinden meiner Brille am Pfingstsonntag usw. detailgetreu berichten.

 

 Nein, das interessiert so richtig keinen. Ich weiß!

 

 Aber

 

Jürgen




05.Mai 2008


Druck!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 wir befinden uns auf der Zielgerade! Und mit „wir“ meine ich ausnahmsweise mal nicht nur mich allein (denn dann hätte ich es ja groß geschrieben…), sondern Herrn R. und mich.

 

 Herr R. hechelt übrigens auf dieser Zielgerade ein wenig hinter mir her, denn ein Virus der gemeineren Art streckte ihn am Samstag nieder. Ich, der ich insgeheim schon von einem Solo-Abend am gestrigen Sonntag im Leipziger „Frosch-Café“ geträumt hatte, wurde dann aber (wiedermal…) herb von ihm enttäuscht, denn er schleppte sich trotz allem auf die Bühne und absolvierte seine Darbietungen fehlerfrei. Trotz eines Tees vorher. Und eines Tees in der Pause.

 

 Gut, wenn ich im Tee bin, mache ich auch keine Fehler. Aber einer von uns beiden muß ja bei der Mugge nüchtern bleiben, um die Fehler von W. zu registrieren und diese dem Publikum umgehend mitzuteilen. Diesen undankbaren Part habe ich nun mal übernommen, glaube aber, daß den Besuchern einer Veranstaltung der Hochkultur schuldig zu sein.

 

 Doch zurück zur Zielgerade. Denn auf der kriechen Herr R. und ich derzeit, immer den Freitag nächster Woche im Blick, wenn wir erstmals mit dem neuen Programm „Damen-Wahl“ auflaufen. Übrigens: 21 Uhr im Alten Ballsaal von Berlin Friedrichshagen, Karten unter 030/6455716. Wer dann gleich dort übernachten möchte, kann am nächsten Tag die begnadeten Pigor und Eichhorn an gleicher Stelle erleben…

 

 Also: Die Lieder sind (bis auf eines oder zwei) fast fertig. JETZT heißt es üben. Ha!

 

 Ich denke, daß wir am Ende von der Aufführung mindestens genauso überrascht sein werden wie das Publikum. Nur, daß wir Geld dafür bekommen! Ein unschätzbarer Vorteil, den man umso höher bewertet, wenn man sich unter Buh-Rufen gedemütigt von der Bühne schleicht, dabei mit beiden Händen das prall gefüllte Portemonnaie umklammernd.

 

 Aber abwarten! Vielleicht haben wir ja Glück – und es kommt gar keiner.

 

 Wenn wir zwei Tage später das gleiche Programm in der Bischheimer Kulturmühle offerieren, ist dieser Auftritt gewiß schon von ziemlich viel Routine geprägt. – Bei mir. Für W. sind ja ALLE Lieder an jedem Tag wie neu… Was den Vorteil hat, daß er sich immer wieder über die drei Pointen freut, welche unsere bisherigen ca. 50 Lieder zieren.

 

 Wo sie (also die Pointen, nicht die Lieder) versteckt sind? – Sucht selbst.

 

Obwohl Selbstsucht nicht eine der schönsten Eigenschaften ist. - Aber erklär das mal einer Herrn R.

 

 Mich verschlägt es jetzt erstmal für drei Tage der Reihe nach gen Schwerin, dann an die Ostsee und nach Berlin, um mit Kinderprogrammen die Mädels und Buben, welche später meine Rente nicht nur erwirtschaften, sondern bitte auch pünktlich überweisen sollen, zu verunsichern. Achtung, liebe Ostsee: Ich habe vor, in dich einzutauchen! Also: Zieh dich schon mal warm an.

 

 Ihr aber huscht nun schnell ans Telefon, um Karten für den 16.Mai zu bestellen. Für die Übernachtung wird gesorgt. Im günstigsten Fall von euch selbst. Laßt es einfach mal drauf ankommen.

 

 Wir lassen’s mit den neuen Liedern ja auch.

 

 Herr R. ist schon aufgeregt! – Dabei kennt er noch nicht mal alle Lieder. Vom Können ganz zu schweigen.

 

 Ich aber kann! Und zwar bald nicht mehr. Baut mich (und zur Not auch W.) auf! Mailt uns Liebesbekundungen und Zuspruch! Schickt Konto-Nummern oder Aktfotos. Seid dabei gewiß, daß ich nichts davon Herrn R. zeigen werde. Denn er wird immer so nervös, wenn er … Konto-Nummern sieht.

 

 Drückt uns die Daumen und vielleicht ausnahmsweise auch mal die großen Zehen. Macht Druck!

 

 Auf Waldi und

 

Jürgen




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