Juli


31.Juli 2007


Beschenkt und kardätscht

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 danke für die CDs in meinem Briefkasten. Für alle fünf! Ihr seid aber lieb. Obwohl: Hätten auch mehr sein können…

 

 Aber eigentlich ist es ja wohl ein Demütigungs-Versuch, denn nicht der kleinste Hinweis darauf, wer mich mit (schwarzgebrannter – Ich bin GEMA-Mitglied!) Musik beglückte, befand sich im Post-Aufbewahrungs-Behälter. Oder sollte das die SPIEGEL-Beilage der Woche sein???

 

 Das macht einen aber auch kirre in der Birne, wenn man Geschenke nicht gleich zuordnen kann. Wahrscheinlich verletze ich gerade auch noch jemanden zutiefst. Hundertpro auch noch eine „Sie“ – bei meinem „Glück“…

 

 Hiermit sei die Beschenkerin zum Kaffee eingeladen! Offiziell. Und sollte Herr R. mit einer Perücke vor der Tür stehen und auf ein Gratis-Getränk pochen, werde ich das a) sofort durchschauen (anhand seiner wirklich einmaligen und herz-allerliebsten Grübchen) und b) natürlich auch gleich servieren, denn mein, und hier sei’s mal explizit gesagt, allerbester Freund säuft bei mit IMMER gratis. – Gut, ich bei ihm auch… Aber das gehört sich ja wohl so.

 

 Wenn es nun aber doch ein männlicher Beschenker ist? Noch dazu einer mit Geschmack? Ach, der kriegt auch ´nen Espresso. Oder zwei. Dann aber … muß er wieder gehen.

 

 Upps! Jetzt gerate ich in einen Zwiespalt! Denn eigentlich wollte ich noch ein Weilchen ins Pomputerchen hinein-palavern, um euch die Arbeitszeit (Und ich hoffe doch, daß ihr dies NUR während der Arbeitszeit lest!) zu versüßen, andererseits müßte ich ja ab jetzt einsatzbereit hinter meiner Wohnungstür knien, um der Präsente-Präsentiererin zu harren. Gekämmt und gestriegelt. Naja, in meinem Fall mehr gestriegelt als gekämmt.

 

 Aber: Wie striegelt Mann sich? Huch: Bei Wikipedia lese ich gerade: „Der Striegel darf nur auf gut bemuskelten Körperpartien verwendet werden.“ Das macht mich zum Ganz-Körper-Striegler!!!!

 

 Und weiter bei Wiki Leandros (oder so): „Nach dem Striegeln wird das Fell mit einer Kardätsche sauber gereinigt und glatt gestrichen.“ Hä? Welches Fell??? Und heißt das nicht „Kartätsche“? Mit „t“? Ja! Aber auch nein. Denn mit „t“ ist ´ne Munition und mit „d“ ´ne feine Bürste. – Ergo: Wieder was gelernt.

 

 Morgen liegen vielleicht massenweise Striegler in meinem Briefkasten… Oder die eine oder andere Kartätsche nebst ein, zwei Kardätschen. Dät’sch mich wirklich freuen…

 

 Mir kommt da ´ne Idee! Vielleicht sind die CDs von der Cruzen, dem spanischen Schauspiel-Untalent, das ich so liebensw&rdig in einer meiner jüngsten Wortmeldungen rezensierte. Will sich das Luder bei mir einschleimen??? Nö, kann nicht sein. Wo sollte DIE denn Geschmack herbekommen haben? Titten und Hirn schließen sich zwar nicht aus, bedingen einander aber auch nicht. Sonst wären ja viele fette Männer wahnsinnig klug!

 

 Ich jedenfalls verfalle zusehends. Und zwar in Trance. Musik-Trance. Ich höre CDs. Eine nach der anderen. Und lese dazu die „Hör zu“, wenn’s die denn noch gibt. Und guck’ (ohne Ton) ´nen Hörror-Film. Hörlich!!!! Mit Paul Hörbiger!!! Hörzzerreißend!

  

 „Hör’ endlich auf mit dem Quatsch!“ fleht nun ein jeder von euch, denn wenn ihr richtig hören könntet, würdet ihr sie rufen hören: eure Arbeit. Na dann, nix wie ran an das Luder, denn es will geschafft werden.

 

 Und am Feierabend macht ihr euch sofort alle auf die Socken. Gen Jürgens Briefkasten. Mit CDs, Strieglern, Kardätschen und Kartätschen. Meinetwegen auch mit Kartuschen.

 

 Doch bevor ihr damit das Kästchen, welches mit „Keine Werbung – sonst Kloppe!“ gekennzeichnet ist, auffüllt, denkt daran: Geschenke beschriften!

 

 Gestriegelte Grüße von

 

 Hörrohr-Jürgen




28.Juli 2007


Gelbe Gefahr!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 was wurde ich nicht schon oft mitleidig belächelt, wenn ich spätnachts mit Freunden das Restaurant deren Wahl verließ und mich sehnsüchtig nach einem Taxi umschaute bzw. meine Laufschuhe schnürte, während diese (also die Freunde, nicht die Laufschuhe) sich, trotz mehr als fünf Tausendstel Spaßmacher im Blutkreislauf,  auf ihr Veloziped warfen, stolz klingelten, den Helm unters Kinn schnallten und mit der festen Absicht, Fußgänger zu töten, gen Heimstatt strampelten.

 

 Eine Heimstatt nenne ich durchaus auch mein eigen bzw. mein miet, aber ein Fahrrad befindet sich seit Jahrzehnten nicht mehr im Umfang dessen, was die Hausratsversicherung so abdeckt. Nicht mal ´n Tandem.

 

 Obwohl ich mir das seeeehr schön vorstellen könnte, wie ich, hinten sitzend, die Füße hochlege, während ich W. anfeuere bzw. den rechten Weg weise. Herr R. – mein Pedaleur! Oh, das ist eine Überlegung wert.

 

 Die Frage ist allerdings: Wie dope ich ihn? Denn ohne leistungsfördernde Mittel würde ich meinen Alabaster-Körper dem seinen nie anvertrauen.

 

 Müßte W. selbständig entscheiden, kenne ich die Antwort bereits: Schnitzel mit Bratkartoffeln, oder aber der nach mir benannte und vom ihm geliebte „Stramme Max“. Vor Berg-Etappen gar beides, egal in welcher Reihenfolge. – Da sieht man wieder mal, daß Diplom-Ingenieure, die im Zenit ihres beruflichen Erfolges stehen, von Sport keine Ahnung haben.

 

 Nachdem W. sich in die Materie eingelesen hätte, würde er sicher um Fremdblut-Doping flehen. Was heißt „fremd“ – Freund! Doch ich habe keinen Tropfen übrig, Gevatter seit Kindertagen. Geh’ mir von der Vene! Hände weg von meiner Aorta!! Von wegen: Mir die Nase blutig schlagen und dann trinken… Trinken??? Saufen!!!! Und dabei Vergleiche mit dem besten aller Rebsäfte ziehend…

 

 Doch, wie gesagt, da muß ich einen jeden enttäuschen: Von mir gibt’s keinen Schluck. Sollte ich allerdings posthum zu Blutwurst verarbeitet werden, kann ich mir den Menschenauflauf vor der Metzgerei „Fritze Haarmann“ durchaus vorstellen. Und im benachbarten Restaurant „Zum kleinen Kanni B.“ würde er, sozusagen als Leckerlie, dann auch noch warm feilgeboten: der Menschen-Auflauf. Auf Wunsch überbacken! Mjammmm!

 

 Das alles macht meinen Tandem-Motor W. aber noch nicht leistungsstärker. „Epo!“ höre ich euch rufen. Vielleicht noch verabreicht aus der (Achtung, Brüller!) Zabel-Tasse. Schurer Unsinn! (Scherz für Täve-Fans…) Wie wär’s mit (B)Ullrich-Salz? Sowas kann man sich in die Trainings- color= color=Jaksche (Jetzt übertreffe ich mich aber selbst…) stecken.

 

 Gut, das waren abgestandene Scherze. Sozusagen Pointen im Tiefflug. Sinkewitze! – Nun bin ich wirklich in Hochform!!!

 

 Und was ist das Gegenteil von Pointen im Tiefflug? – Solche die gen Himmel, ja bis auf den Mond hinauf schießen: sogenannte Armstrongs. Der wiederum macht sich mittlerweile in einer Liegestatt, erbaut aus gelben Leibchen, einen schönen Lance…

 

 Da habe ich schon was, womit ich Herrn R., dem Pedalritter meiner Wahl, Flügel verleihen kann: ein Gelbes Trikot! Schön eng, damit er schnell schwitzt und ich es hinten schön warm habe. Und natürlich muß er die ganze Fahrt über singen! W.- mein Fahrrad-Radio. Gleichzeitig auch mein CD-Player, denn wenn ich auch nur den Titel einer CD nach vorn, gegen den hurrikangleichen Fahrtwind, brülle, muß er diese sofort AUSWENDIG darbieten. Bislang klappt das mit den Lebenswerken von Udo Lindenberg und Reinhard Mey. Er arbeitet aber gerade an dem von Lutz Jahoda!!! – Wessis: googeln.

 

 Schwarzbier – das Dope überhaupt für den Rennfahrer W.! Nur: Die Dosierung bestimme ich!! Und: In den Kurven wird nicht gesoffen!!! Sonst kleckert das immer so nach hinten. Und mit vollem Munde kann er auch nicht das von mir bei Kurven mit einem Radius von über 30 Grad geforderte „Hui!“ artikulieren.

 

 Ich stelle mir gerade vor, wie wir beide solange in einem Kreisverkehr herumrasen, bis Herr R. heiser ist. Uiuiuiuiui… Dann würde ich ihn natürlich zum Regenerieren ablegen. Auf dem Mittelstreifen der Straße. Und mich tandemschiebend entfernen. Im Ohr das langsam lauter werdende Motorengeräusch eines nahenden Schwerlastzuges.

 

 Ach, wilde Phantasie, mäßige dich. Denn es wäre doch wirklich schade drum. Wo kriegt man denn wieder ein sauberes Gelbes Trikot her…?

 

 „Nun ist es aber gut, Jürgen!“ höre ich die W.-Fans unter euch aufschreien. Alle beide! Ich aber kann da nur sagen: Recht habt ihr. Denn das gönge wirklich zu weit. Ich brauch’ ihn doch zu (brauchen NIE ohne „zu“) noch, den kleinen Racker mit den strammsten Waden von ganz Laue. Der Kenner spricht auch von „lauen Waden“…

 

 Nun bin ich also immer noch radlos, darf meinerseits aber dopen auf Teuf…, äh, Waldi komm raus. Darf. Dürfte! Will aber nicht!! Denn dopen macht doof in der Birne!!! Sieht man an Florian Silbereisen. Der trägt sein gelbes Trikot auf dem dementen Schädel. Als Dutt!!! DEN sollte man mal testen. Macht aber keiner. Nee, auch nicht gegen viiiiiel Knete. DIE Urin-Probe wäre wirklich zu ekelig. Ach, was schreib’ ich:    e k e l i g s t! – Schlürf…

 

 So. Nun stehe ich immer noch leicht angetrunken vor meiner Kneipe, während all die Radfahrer mittlerweile schon daheim weitersaufen. Taxi werde ich auch keins nehmen. Yellow cabs meide ich, schon wegen der Farbe. Trikot-Aversion…

 

 Mache ich mich halt wieder auf die Socken. Was natürlich um vieles besser ist als „mir“. Danke, deutsche Sprache!!!

 

 Und zwei, drei Stündchen später bin ich auch schon zuhause angekommen. Glücklich, durchtrainiert, ungedopt, aber heiser. – Von wegen der vielen „Hui!“s in den Kurven.

 

 Leise „Joa, mir san’ mit’m Road’l doa!“ summend, greife ich zur Luftpumpe, die ich auf dem Heimweg einem vorbeirasenden zugedopten Pedaleur aus dem Gestänge seiner Selbstfahr-Lafette riß, gönne mir noch einen Hauch pneu-geschwängerten Odems und begebe mich in Morpheus’ Arme.

 

 Eure „Gelbe Gefahr“

 

Jürgen




22.Juli 2007


Lull und lall

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich bin meiner Zeit knapp ein Jahr hinterher. Und wäre es noch länger - ´s wär’ auch nicht schlimm. Oder, um mal im Heimat-Idiom zu schreiben: nich schlümm.

 

 Denn gestern abend bzw. nächtens ließ ich die spanische „dramatische Komödie“ „Volver“ im Sommerkino über mich ergehen. Immerhin fast ein Jahr nach deren Kinostart in deutschen Landen. Und ich hätte getrost noch ein weiteres Jahr warten können. Oder gar noch hundertundeins (Denn so lange habe ich noch vor zu leben…) – verpaßt hätte ich nüscht.

 

 Schon der Begriff „Sommerkino“ – ein Hohn. Während ein paar Freunde und ich uns vor der Leipziger Moritzbastei „warmtranken“, ging es ja mit den Temperaturen noch so. Da sich die Sommerkino-Bühne aber AUF der MB befindet, gerieten wir ab 22 Uhr langsam, aber unsicher, in eine Art Windkanal.

 

 Das hatte zwar a) den Vorteil, daß die zwei Reihen vor mir logierende junge, seeeeehr große blonde Maid im ärmellosen T-Shirt nach ca. 30 Minuten mit Lungenentzündung den Kinobesuch aufgab, sich nach Hause trollte und dort gewiß eines unschönen Todes starb, was mir andererseits nun auch die Sicht auf die zweite Hälfte der Leinwand ermöglichte, b) aber auch zur Folge, daß mir trotz bis obenhin geschlossener Jacke überm Pullöverchen kühl und kühler wurde. Ich hätte in einem Auto jeglichen Fabrikats anheuern können. Als Kühler.

 

 Lullern mußte ich auch! Und das schreibe ich nur, weil ich das Wort „lullern“ so schön finde. Herbert Wehners Frau sagte mal in einem Interview nach dem Tode ihres Mannes herzergreifend, daß sie dessen fortschreitende Senilität zum ersten Mal bemerkte, als er vollkommen unbedarft „in den Garten lullerte“. – Das wiederum bestärkt mich in meinem Nichtraucher-Dasein! Denn, mal ehrlich: Wer möchte sich denn jetzt noch ´ne Lulle anzünden? Da fühlte man sich ja lull und lall…

 

 Da im MB-Sommerkino der Film immer zwei Teile hat (bedingt durch das Wechseln der Filmrollen in der EINEN Vorführmaschine), können wir das Problem des Lullerns nun ad acta legen. Es sei denn, es hagelt eurerseits Leserbriefe dazu. Sollte dies der Fall sein, komme ich gern darauf zurück: Nur die Harten kommen in den Garten! Siehe Herbertchen…

 

 Doch der Film, das Filmchen, die Zelluloid-Zierde lullte mich mitnichten ein. Ein solcher Scheiß!! Und noch’n Ausrufezeichen: !

 

 Tochter soll von Papa mißbraucht werden, der dann, wie sich später rausstellt, nicht ihr Papa ist, und ersticht diesen sicherheitshalber. Mama, die wiederum von IHREM Papa mißbraucht wurde und somit auch die Schwester ihrer Tochter ist, „vergräbt“ den letztmalig Geilgewesenen in einer Gefriertruhe. – Die tote Oma taucht nach vier Jahren wieder auf!!!!! Nein, nicht als Mittagessen, sondern leibhaftig, und wohnt bei Mutterns anderer Schwester – unterm Bett. Als Russin! Die Nachbarin, deren Mutter mit dem Mann der Wiederauferstandenen fremdfickte, bekommt Krebs!!!!

 

 Nun war ich mir sicher, daß gleich irgendeiner gesteht „Ich habe AIDS!“ und dann Tampon-Werbung kommt. Doch hier war der Drehbuch-Autor wohl mit seiner Phantasie am Ende und versagte. Hätte mich fragen sollen!!! Ich hätte Oma nochmal schwanger werden lassen. Von ihrer Enkelin. Irgendwie ließe sich das mit Gen-Forschung schon erklären. Ansonsten wär’s halt ein Wunder gewesen.

 

 Oma aber stirbt bei der Geburt der Zwillinge (!) und wird so zur Hauptspeise ihres eigenen Leichenschmauses. Als Dessert gibt’s dann die Innereien des Tiefkühltruhen-Tiefgekühlten: Pansen an Minze…

 

 Diese ungewöhnliche Speisenkombination wiederum erweist sich als DAS Mittel gegen AIDS! ALLE werden geheilt! Auch die Nicht-Erkrankten!!!

 

 Tote Oma wird wieder zum wöchentlich einmal zelebrierten Gourmet-Höhepunkt jeder Kindergarten- und Schulspeisung. Nun aber weigern sich immer mehr Kinder, überhaupt auf die Welt zu kommen!!!! Es sei denn, Mama ist auch Schwester. Oder Bruder, wenn’s ein Junge wird. (Jetzt komme ich irgendwie selbst durcheinander…)

 

 Auf jeden Fall verbietet der Staat ab sofort Kühltruhen! Und das Lullern!!! (Warum auch immer…) Das finden alle Scheiße. Und versuchen Gruppen-Suizid! Nicht wissend, daß Pansen an Minze Suizid-resistent macht.

 

 In diesem Moment erschießt sich direkt neben der Leinwand der Regisseur, und der Drehbuchautor schenkt dessen Blut in kleinen Espresso-Tässchen aus. Das Volk ist beruhigt und verlangt Nachschlag. Nach drei bis vier Tassen aber muß es … lullern.

 

 …wäre ein Stoff für „Pro 7“. Oder nee: Besser für den MDR geeignet. An wen auch immer: Ich verkaufe.

 

 Meine einzige Bedingung: Die Cruzen muß mitspielen, denn die setzte schon bei der gestern von mir aufgesogenen Verfilmung Maßstäbe. An Blöd- und Untalentiertheit. Die Cruzen – überbewertet.

 

 Und ich mach jetzt das, was mir alle sowieso ab und an raten: Klappe halten und lullern gehen.

 

 Euer Sommer-Cineast

 

Jürgen




17.Juli 2007


Wetter-Prophet

 

Geliebte Lesende, geliebter lesender,

 

 alle reden vom Wetter! Ich heute auch mal. Denn ich bin durchaus der Meinung, daß dieses Thema mal in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden muß.

 

 Also: Rücken wir. Und? – Rückenschmerzen!

 

 Denn von Süchten zu schreiben bzw. über sie zu urteilen, das will wohl überlegt sein. Wetter – nö, da kann man keine allgemeingültigen Urteile drüber fällen. Mal heiß wie Bratenfett, mal kalt wie Hundeschnauze. (Ihr merkt, daß ich noch nicht gefrühstückt habe… - Hundeschnauze ist nämlich DIE chinesische Spezialität! Mjammmmm! Und wuff!)

 

 Wetter. Und Wetterin. Beides gibt es!!! Nun werdet ihr, vorlaut, wie ihr nun mal seid, dazwischen bläken (herrliches sächsisches Wort!): „Es gibt auch Wetterinäre!“ Dazu sage ich nix. Weder in der alten noch in der für hochgradig Demente fabrizierten neuen Recht- bzw. Unrechtschreibung. Sonst käme noch einer auf die Idee, daß derzeit ob der herrschenden Schwüle Gewetter drohten.

 

 Ich aber rede mal vom Donner-Wetter. denn dies ist eine wahnsinnig abgedrehte Spezies! Man (meisteins übrigens Mann) trifft sich, wartet daß es blitzt, und dann versetzt man sein Hab und Gut sowie sein Schlecht (also seine Frau), indem man Sätze wie „In 24,5 Sekunden donnert’s.“ absondert. Absonderlich.

 

 Natürlich sind dann Hab und Gut weg, weil der andere auf 30,3 Sekunden wettetetetete und die Audio-Eruption nach genau 28,2 Sekunden erfolgte. Zu allem Ungemach verzichtet der Gewinner dann auch noch auf das Schlecht („Kannste behalten…“), und der Looser hat nix mehr. Nur noch seine Frau. Und das kann durchaus weniger als nix sein…

 

 Wetter – eine oft unterschätzte Minderheit. Oder doch schon eine Majorität? Jeder Wetter ein Major? Stillgestanden!!!

 Und auf was nicht alles gewettet wird: Hund, Katze, Maus! Und, ja…, auch Pferde!!!!

 

 Selbst die Spielbank müßte eigentlich Wetterbank heißen.

 

 Bei www.wetteronline.de hat schon mancher den letzten Heller versetzt. Armer André…

 

 Und nicht nur, daß man sich beim Kampf um den schnöden Mammon ruinieren kann, nein: Den übelsten und schlecht beleumundetsten Zocker, also dem eher rohen Typen, geht’s gar ans Leben. Ich sage nur: Rohwetter… (Kleiner Scherz für Terrorismus-Experten.)

 

 Wetter ist natürlich auch Waldemar. Dieser Sonnenschein meiner späten Tage wettert manchmal ganz schön! Nö, man sieht es ihm nicht an. Und auf der Bühne macht er meist einen auf Mäuschen und ist dementsprechend mucks-still.

 

 Aber sollten wir mal zu spät an einem Veranstaltungsort eintreffen und er nicht genügend Zeit zur Verfügung haben, um seine Instrumentenschar aufzubauen und zu stimmen – oh, das kann gefährlich werden.

 

 Und nur, weil ich dann immer sage: „Selber schuld, wenn du mit deinen instrumentalen Fähigkeiten prahlen willst. Ich weiß schon, warum ich nur Gitarre spiele…“ – Mal ehrlich: Kein Grund auszurasten. Zumal ich den Zynismus in meiner Stimme nur SPIELE. Während ich lässig mit ´nem Bier in der ersten Zuschauerreihe LIEGE und meinem Kollegen durchaus freundlich zuproste.

 

 Insgeheim aber sage ich das Wettern schon voraus. Da bin ich, wie Stoppok, ein Wetter-Prophet.

 

 Draußen ist es jetzt schon wieder ziemlich heiß. Das soll hier aber heute keine Rolle spielen, denn über Sonnenscheindauer, Temperatur, Niederschlagsmengen und Hagelschlag zerreißen sich schon andere ihre Mäuler mehr als genug.

 

 Wetten?

 

 Eure Niete

 

Jürgen

PS. Und nach einer soeben erhaltenen feministischen Protestnote füge ich hinzu: Es gibt auch Wetterinärinnen.




13.Juli 2007


Huch, ein Hoch!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

die Hochs kommen und gehen, heute aber sind sie im Kommen. Als ich eben gen Himmel blickte, wurde ich Zeuge eines Fauna-Wunders, denn ich sah ihn vorüberfliegen, und das so hoch wie noch nie: den Dachs. Auf Allzeit-Hoch. Hochzeit!

 

 „Hochzeitmachen, das ist wunderschön“ heißt es ja in einem strunzdoofen Schlager, wenn es nicht gar der total bekloppte Volksmund behauptet. Ganz kann dem aber nun auch nicht widersprochen werden, denn wenn sich Bräutigam als Dachs outet, hat die Braut im wahrsten Sinne des Wortes das große Los gezogen. Denn wie heißt es doch bei Wikipedia so schön: Ein ausgewachsener Dachs ist etwa 90 cm lang, davon 15 cm Schwanz.

 

 Ich messe (an guten Tagen) 1,76 Meter und möchte jetzt hier nicht anfangen hochzurechnen. Obwohl: Könnte hinkommen…

 

 Welches Hoch ist noch in Sicht? – Richtig, das des Sommers. Denn seit Tagen murmeln die armen Schweine vom Wetterbericht, daß es ab Samstag Sommer würde. Dann aber gleich richtig: drei Tage mit bis zu 35 Grad Celsius. Und ab Mittwoch wahrscheinlich Schnee… - Man weiß es noch nicht so genau.

 

 Ich jedenfalls suche schon mal für die drei bis vier Sommertage meine kurzen Shorts (doppelt gemoppelt?) raus, die wiederum, siehe Dachs, soooo kurz nun auch wiederum nicht sein dürfen. Von wegen Erregung öffentlicher … Begeisterung. Ha!

 

 Wer nun erwartet, daß ich hier anfange zu behaupten, daß ein gewisser Herr R. sehr wohl „Short-Träger ohne Bedenken“ genannt werden kann, der irrt. Soooo gut kennen wir uns nun auch wieder nicht. – Gibt es eigentlich auch „Shörtchen“…?

 

 Und nun das Hoch aller Hochs: Hochzeit! Und wer heiratet: Madeleine. Das wirft unser ganzes Programm-Konzept durcheinander! Ein Hit muß umgeschrieben werden! Da aber überraschenderweise W. und ich bei ebendieser Hochzeit für ein bissel musikalischen Spaß sorgen werden, ist vielleicht noch nicht alles verloren. M. wird ins Grübeln kommen… - Und an dieser Stelle wird aktuell über den Stand der Ereignisse berichtet werden.

 

 Noch ein Hoch? Ja: Hoch die Tassen! Denn ich bin, was für euch nichts Neues ins sich birgt, mir aber, ob meiner überdimensionierten Bescheidenheit schwerfällt, auch nur zu erwähnen: ein Held.

 

 Ein Held, der sich gestern trotz übelster Wadenkrämpfe durch den fünften Satz seines Squash-Punktspiels kämpfte, dem Schmerz die (ebenfalls überdimensionierte) Stirn zeigte und den Gegner letztendlich mit 3:2 niederrang. Wow! Yeah! Yippieh!!!!

 

 Dann allerdings kam ich nicht mehr. Hoch. – Obwohl: Wadenkrämpfe in BEIDEN Beinen, wer hat das schon? Auch darauf kann man doch irgendwie schon wieder stolz sein.

 

 Und so stolziere ich denn auf wackligen Füßen in den heutigen Tag, der noch ein Kinderprogramm für mich bereithält. Oder ich für ihn.

 

 Und in der Kita werde ich bestimmt mit meinem Lieblingslied begrüßt: „Hoch, was kommt von draußen rein…“

 

 Euer Hoch-Stapler

 

Jürgen




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