Mrz


17.Mrz 2006


Weimar

 

Liebe Lesende, lieber Lesender,

  ich wartete heute den ganzen Tag auf Post von einer Freundin. Doch sie schwieg. Ja, sie schwog! Sie schwugte regelrecht. Ein großes Schwagen lag über Deutschland!!! Mehr Demokratie schwagen! – Was für ein leerer Satz. Ein typischer Lehrer-Satz. Könnte von Pythagoras stammen. Oder Pygmalion. Oder Pyjama. Oder Pynoccio?

 Doch was sollen sie tun, ja machen (um der Verb-Findung ungeahnte Höhenflüge zu gönnen), die Ohren, die nichts mehr hören können, die Äuglein, die keinerlei Schriftzeichen mehr erhaschen, ja nicht mal mehr er-kokainieren dürfen? Welken? Darben? Verdarbenen Gedanken nachhängen? „Gedanken!“ – so fordert man in Sachsen den Lebenspartner auf, Benzin im Auto nachzufüllen.

 Im Herzen Preußens aber ist dies eine beliebte Hirntätigkeit. Was ist es nur, das unsere Welten so trennt, ja so scheidet? Begann alles mit Scheidemann? Ein Name, der schier Unverbindliches vereint! Und einer, der den Deutschen den Weg wies. Doch wohin? Brüning – um einfach mal noch einen Namen einzuwerfen, der phonetisch auch an eine verlorengegangene Jahreszeit erinnert. Wann kommt er endlich, der Brüning? Und dann: Weimar!

 Da liegt die Republik begraben: im kalten Weimar. Wahrscheinlich weimar unartig waren. Zusammenhänge, die man sich durchaus erschließen kann. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, sich zu erschießen, was wiederum einer Waffe bedarf. Manchmal werden aber auch Worte zu Waffen und Töne zu Geheim-Waffen. Oder Geheimräten, womit schon wieder Weimar an die Tür klopft.

 Wollen wir ihn reinlassen, den Weimar?

 Mit Weimar Rösler spiele ich heute abend in der Dresdner „Raspel“. Weimar so gut sind.

Atomino aus L.




08.Mrz 2006


Weltfrauen

 

 Liebe Lesende,

 da noch ´ne halbe Stunde Zeit ist: Allerherzlichsten und aus dem innersten meiner (schwarzen) Seele kommenden Glückwunsch, ja eine tiefgreifende Gratulation zum Internationalen Welt-Frauentag. Welt-Frauen!!! Yep! Da lacht es sich scheckig, das abartige Männerherz. Von ´nem Weltmann hat es nämlich schon mal was gehört. Aber Weltfrau? Olle Martin Buchholz: „Man wird sie eine Männin heißen!“ Heißa.

   Ach, ich hatte heute auch ´nen Scheiß-Tag. Gestern ´ne richtig gute Mugge für uns an Land gezogen. Heute per Fax die Absage bekommen: „Der Beraterstab hat sich dagegen entschieden!“ Hau mich!!!! Auf Nachfrage, wer war’s: Die Frauen!!! Wirklich. Unsere Texte sagten ihnen nicht zu, erklärte mir der gestern den Vertrag besiegelnde – Mann. Der Arme. Ich Armer! Umarmt mich! Ach, Armenier! Ach, Achmed! Mettwurst hatte ich auch lange nicht. Lange nicht in fremde Geldbeutel! Boy Tell, der junge Tell! Tell me wy? - Wei-ber!!!

 So, das mußte heute noch sein. Fast mitternächtliche Grüße vom Weltmann

Jürgen




07.Mrz 2006


Ein hehrer Mensch

Liebe Lesende, lieber Lesender,

    gestern verweilte ich im Großstadt-Gemenge der Hauptstadt unseres in zwei Weltkriegen unterlegenen Vaterlandes. Man stelle sich mal vor, wir hätten die Kriege gewonnen. Also ich! Da könnte ich als Herrenmensch über ALLES bestimmen. Und Waldi müßte, während ich dem Gesang fröne, mich nicht nur musikalisch begleiten, sondern gleichzeitig heftigst applaudieren sowie Publikums-Chöre folgenden Inhalts dirigieren: „Gepriesen sei Jürgen, und nicht nur mit Salz!“ Denn Waldis Vorfahren stammen ja aus polnischen Wojewodschaften, so daß ich auch hier Herrenmensch wäre.

   Und die Mädels erst! Die wären bloß Frau. Na, da wäre ich so was von Herrenmensch.

  Vielleicht bin ich aber gar kein Herrenmensch, sondern nur ein hehrer Mensch, was mir ja auch gut zu Gesicht, ja zu Antlitz stünde. Oder gar ein verheerender Mensch? Oder habe ich mich verheert? Meine Ohren sind auch nicht mehr die Besten. Trotz neuer Verheer-Methoden. Heert ihr mich noch? Ich schrei schon wie ein ganzes Heer? HEERMINE!!!!! Heerje. Heer uff! Heerzchen. Heerlich. Heerbst wird’s wohl auch bald, wenn der Schneefall ab August schwächelt.

  Ihr merkt, ich habe sehr viel zu tun. Deshalb  nur diese wenigen Zeilen. Nachher muß ich außerdem noch mit meinem taillierten Ski ein paar Zeilen in den messestädtischen Schnee ziehen, um orientierungslosen Mitbürgern die Richtung zu weisen. Hin zu mir. Zur Hin-Richtung. Und da wären wir wieder beim Herrenmenschen.

  Ich muß jetzt in meine Bibliothek, mal nachschlagen, ob wir wirkliche BEIDE Kriege verloren haben.

 Mit gaaaaanz wenig Hoffnung grüßt

  Herr Jürgen




02.Mrz 2006


Keinen Sex ohne Liebe!

 

Liebe Lesende, lieber Lesender,

  ich habe Probleme. Immer und immer. Zu. Oder immerzu. Obwohl ich der Welt sehr offen gegenüberstehe. Vor allem den Frauen. Ich habe eben mit einer Kita-Leiterin aus Chemnitz telefoniert, die mich wegen einer Mugge anrief und die am 8.März zu- oder absagen will. Daraufhin verkündete ich, daß ich an diesem Tag sowieso daheim bin, um den dann ja hier vorbeiflanierenden Weltfrauen (laut Kalender ist das der WELTfrauentag) zuzuwinken und mir die eine oder andere herauszupicken. Das nahm sie noch hin, jedoch meine Versicherung, daß ich eigentlich im Herzen auch eine Frau sei, verunsicherte das späte Mädel doch gar sehr. Mal sehen, ob diese Mugge zustande kommt… Vielleicht schickt sie mir auch den Telefon-Seelsorger.

 Apropos Herauspicken. Wie ist eigentlich die offizielle Haltung zur Vögelgrippe? Alles aufgebauscht wie das Gefieder der lieblichen Zirp-Möpse im Ostseewind, stimmt’s? Obwohl: Seit gestern esse ich keine Katzen mehr…

 Doch damit nicht genug der Selbstbeschränkungen: Wenn ich nicht meinen Kollegen Waldi hätte, gäbe es auch keinen Sex mehr in meinem Leben. Aber der ziert sich in letzter Zeit auch immer mehr, fällt mir gerade ein. Dabei habe ich ihm extra diese neue Lederpeitsche gekauft. Knebel wollte er keinen neuen, da er sich den alten schon so schön zurechtgebissen hatte. Ich mag es, wenn er nach der Session so langsam vernarbt… Ein Bild für die Götter, also für mich… Wenn das Blut so langsam versiegt und der erste zarte Grind versucht, die Wunden zu schließen. Da mache ich mir immer ein Proseccöchen auf und lockere seine (Waldis) Handschellen. Und sein dankbares Aufjaulen in diesem Moment bestätigt mir: Sex ohne Liebe wäre nichts für mich!

Doch nun genug geplaudert, ich muß jetzt in den Keller, Waldi füttern (mit Katze!), denn dort hat er zwischen unseren Auftritten ein nettes feuchtes Plätzchen und dank seiner fast zwei Meter langen Kette auch ein bißchen Auslauf…

Manchmal denke ich, ich zeige zu viel Gefühl…

Jürgen




01.Mrz 2006


Mehr Essen! – Tag der Nationalen Volksarmee(!)

Liebe Lesende, lieber Lesender,

  ach, ich war heute morgen erst 1 Uhr daheim, und durfte dann bereits 7.30 Uhr wieder gen Eisleben zur LETZTEN diesjährigen Faschings-Kinder-Mugge düsen. Kennt ihr das, daß man, nach außen lächelnd, nach innen stirbt??? Ich starb.

 Dann aber belebte mich elterliches Mittagsmahl, denn die flotten Kufen meines Selbstfahrers richteten gleich nach dem musikalischen Gelderwerb den Boliden gen Geburtsort des Protagonisten aus und verursachten somit ein Zusammentreffen zwischen Erzeugern und Erzeugtem. Als personifiziertes Glück lagen wir uns in den Armen, und es dauerte immerhin zwei Minuten, bis er fiel, der Satz aller Sätze: „Du mußt mehr essen!!!!“

  Dann fiel ich, und zwar in so ein Heimat-Ge-Fiel. Und dann hauten mir Mutti den Teller und Vati die Taschen voll. Und ich war wieder, was ich ja nie nicht mehr war: Kind!

  „Kinder, Kinder!“ dachte ich und erwähnte mich somit in Gedanken gleich pluralistisch oder aber geklont. Bin ich egoman??

  Jetzt hechte ich mich aber für zwei Tage auf die Couch, und sollte diese dieses überleben, wird ihr der Titel „Coucho“ verliehen und sie darf in neuen Wildwestverfilmungen mitwirken.  

  Geschafft grüßt

Jürgen




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