8.Mrz 2013


Glück und Glas

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 was gibt es Schöneres als zwei gute Nachrichten en block? Ok.: drei gute Nachrichten. Aber zwei sind doch auch schon mal was.

 Und hier sind sie. Alle beide:

 Heute ist Frauentag. – Ick freu mia!

 Nr.2: Hugo Chávez wird in einem gläsernen Sarg ausgestellt.

 MÄRCHENHAFT!

 Eine Linken-Ikone als Schneewitterich!!! Mitten in Venezuela. Ich sehe schon Scharen von Zwergen, pardon: Kleinwüchsigen, gen Venezuela pilgern, hoffend auf einen Apfel-Griebsch.

 Und wie sie dann alle in ihrem Glauben an das Gute im Sarg ebenjenen ab und an zu Boden poltern lassen, auf daß sich die Wiederauferstehung vollziehe…

 Ein gläserner Sarg. Ich glaub's nicht. Da dreht sich ja Lenin im Mausoleum um. – Schlechtes Deutsch: Mausole-UM UM.

 Naja, da muß man durch.

 Ich persönlich möchte irgendwann einmal natürlich auch einen gläsernen Sarg, wenn nicht gar eine gläserne Urne. Nein, nicht für mich. Ich bin ja – und nun motzt bitte nicht empört rum – unsterblich und vor allem ewig-schön (Ja, dieses Adjektiv darf nur in Verbindung mit meiner Person benutzt werden…).

 Den Sarg aber möchte ich nur, um ihn zu besitzen. Vielleicht bewahre ich auch Nägel darin auf. Sargnägel. Wo soll man die auch sonst lagern?

 Und jeden zweiten Tag grabe ich meinen gläsernen Sarg aus und gucke mir die Nägel an. – Auch so geht die Zeit rum…

 Denn das ist es ja, was ich an der Chávez-Aktion erst gar nicht verstanden habe: Was nutzt ein gläserner Sarg, in den man reinglotzen kann, wenn man ihn dafür regelmäßig ausgraben muß?

 Nun aber treiben's die Lenin-Plagiatoren noch einen Zacken schärfer: Sie wollen Hugo gar nicht unterirdisch ausstellen, sondern obenrum. Wie Ötzti.

 Möchte man sowas? – Das kann doch nur eine Frauentags-Idee sein. Geboren (gegoren??) aus viel  Prosecco, diesem Grundnahrungsmittel der heute Befeierten.

 Und nicht jede macht sich gut in solch einem Sarg.

 Ich bin ja links auf die Welt gekommen, wurde so erzogen und fühle, glaube ich, auch noch so. Aber Irrsinnige kann ich mittlerweile trotzdem recht gut erkennen. Scharlatane auch. Und arme Socken, die all denen auf den Leim gehen.

 Das ist ja wie Kirche. Nur daß das Göttchen hier auf der Erde rumliegt. Glas-phemie!

 Ohne Papst geht es eigentlich auch, dachte ich die letzten Tage. Aber siehe da: Eine Eiszeit droht. Mitten im kalendarischen Frühling. Weil keiner mehr den persönlichen Draht zum Überirdischen hat. Überübermorgen sollen minus 13 Grad durch Leipzig huschen.

 Da gehe ich in Voll-Deckung. Zur Not auch in einem BEHEIZTEN gläsernen Sarg. Zusammen mit Schneewittchen! Und dann machen wir beide Wiederbelebungs-Versuche, daß die Heide wackelt und wir richtig rote Bäckchen bekommen.

 Da herrscht Leben im Sarg. Pralles!

 Ich verabschiede mich nun für heute, denn ich muß noch beten. Dafür, daß Oskar Lafontaine EWIG leben möge. Denn stellt euch mal vor, daß…

 Nee, das will keiner!

 Sterbenslangweilige Grüße von

Jürgen

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