13.Juni 2012


Ein Baum wie ein Mann!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 heute möchte ich mal nicht von meiner Wenigkeit, sondern von einem außergewöhnlichen Erfolg meines Kollegen W. berichten:

 

 Herr R., also W., residiert hier in Leipzig ja nicht nur in einer Mietwohnung, nein, er bewirtschaftet auch ein Gärtchen. Und dessen wurde ich nun in der vorigen Woche erstmals ansichtig.

 

 Tja, ein Garten halt…

 

 Aber W. wäre nicht Herr R., hätte er nicht noch etwas Besonderes zu bieten. Eine Sensation! Jedenfalls verkündete er das lauthals…

 

 W. hat es geschafft, einen Kirschbaum zu züchten, der sowas von voll im Saft steht, der ein solches Blätterdach in ungewohnter Dichte als Schattenspender übers Gärtchen fächert, daß Garten-Nachbarn schon vor Neid verschieden… (Könnte ich mir zumindest vorstellen.)

 

 Doch damit nicht genug! W. hat es krachen lassen. Oder besser gesagt: Sägen bzw. Schneiden.

 

 Allerdings rechtzeitig, nämlich bereits im vorigen Jahr. Da beschnitt er das Bäumchen in der ihm eigenen Art, die mich übrigens dazu brachte, schon vor Jahrzehnten zu sagen: „Wenn Beschneiden, dann nicht von W.!“

 

 Herr R. ist ein Schnitter vor dem Herrn. Ein Radikalist.

 

 Und das Pracht-Exemplar von Kischbaum, dieser Blätterwald an einer einzigen Pflanze, gibt ihm recht.

 

 Vor allem aber die Tatsache, daß der Baum anno 2012 darauf verzichtet hat, auch nur eine Blüte, geschweige denn eine Kirsche aus seinem Geäst zu pressen. Nur Süßkirschen-Blätter…

 

 Aber halt SOLCHE Karwenzmänner!! Millionen von Blättern…

 

 Würde nur einer in unserer Band über teigige Haut verfügen, wir könnten groß in die Blätter-Teig-Produktion einsteigen. Leider aber ist unsere Haut rein, samten und der Teint, zumindest der meine, rosig.

 

 Um es kurz zu sagen: Wir sind der Sargnagel der Kosmetik-Industrie.

 

 Doch zurück zum Züchter W., dem Botaniker des Jahres: Er hat es nicht explizit formuliert, aber ich kann ja mittlerweile auch seine Gedanken lesen, und deshalb glaube ich zu wissen, daß er Führungen plant. Bezahlte! Um seinen Kirschbaum, den hundertprozentig kirschenlosen.

 

 Das wird ein touristischer Knaller!!!

 

 Da bebt die Sparte!

 

 Es wäre übrigens schön, wenn der eine oder andere Baum-Besucher mir hinterher ein Feedback gäbe. Denn ich bewunderte zwar Herrn R.s erste eigene fruchtlose Fruchtpflanze, konnte aber natürlich nicht bestätigen, daß es sich beim Grünling wirklich um einen Kirschbaum handelte.

 

 Ich kenne nur Pappeln! Und Mammeln… Ha!

 

 Also, um es kurz zu machen: Ich lade euch alle ein! In W.s Garten. Wo der liegt? - Einfach in Leipzig-Lindenau den Touristen-Strömen folgen. Und Eintrittsgeld parat halten. Scheine!

 

 Vielleicht nehmt ihr euch für die Wartezeit in der Schlange, die sich gen Rauschen des Blätterwaldes windet, was zum Naschen mit. Süßkirschen…

 

 Kernige und süße Grüße an alle Kirschen im Lande aus der Botanisier-Trommel von

 

Jürgen

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