6.Juni 2011


Aufgegessene Rührung

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 draußen sommert’s gewaltig, und das läßt es mir pochen: mein Herz. Oder bubbern. – „Bubbern“ klingt schöner.

 

 In einem alten Schlager machte das Herz der Patientin beim Doktor gar: „Bumbudibum budibububu!“

 

 Was für ein Herz! Was für eine Patientin!!! Was für ein Arsch von Doktor, denn der antwortete plump „Oh, quel malheure, Madame!“, anstatt die Erregung der ihm Anbefohlenen auszunutzen und zur Tat zu schreiten. Was auch immer die Tat sein möge.

 

 Hauptsache Tat! Taten wollen wir sehen. Tatsächlich. Tatütata!

 

 Ich kleiner Racker war in den letzten Tagen voll von Taten. Ich bordete über! Das alles konnte ich körperlich nur aushalten, weil ich die von mir begründete Bewegung „Gegen den Trend essen“ über die leckere Stolle im Juni (Ich hab’ noch welche, und sie schmeckt … toll!“) auf Tomaten erweiterte.

 

 Hallo, bei mir auf der Terrasse breiten sich Basilikum-Haine aus, aus all dem Käse, den ich verzapfe, wird Mozzarella, und dann soll ich auf Tomaten verzichten?? Wo leben wir denn?

 

 Ihr in Deutschland, ich in Leipzig.

 

 Also aß ich. Mit einem sardonischen Lächeln auf den Lippen.

 

 Und überlebte!

 

 Teilweise habe ich das schlecht-beleumundete Gemüse nicht mal abgewaschen, um beim Schmaus ein geileres Gefühl zu haben. Schein-Suizid. Och, da langt der Gourmet gleich zweimal zu.

 

 Wo aber, bitteschön, bekomme ich die leckeren Keime her, die jetzt als Ursache allen Elends ausgemacht wurden?

 

 Daß die Welt verkeimt ist, hätte man auch von mir erfahren können. Ganz ohne Studien…

 

 Die Welt ist aber auch herrlich, wie folgende Fotos von meinem Kinderprogramm am Sonnabend beim Leipziger Stadtfest beweisen – ein Hero in Aktion:

http://nachrichten.lvz-online.de/stadtfestimpressionen-vom-samstag/r-detailansicht-galerie-9778-477242.html

 

 Es kommt noch besser: http://nachrichten.lvz-online.de/stadtfestimpressionen-vom-samstag/r-detailansicht-galerie-9778-477221.html

  

 Dem Publikum knickten die Köpfe ab: http://nachrichten.lvz-online.de/stadtfestimpressionen-vom-samstag/r-detailansicht-galerie-9778-477252.html

 

 Apropos „knicken“ – und jetzt kommt ein genialer Übergang: Mein Knie wird HEUTE einem Wiederbelebungs-Test unterzogen, denn mein Squash-Comeback ist für heute abend um 19.45 Uhr geplant.

 

 Hoffen wir mal, daß es nicht um 19.46 Uhr schon wieder vorbei ist…

 

 Vorige Woche testete ich das Ober- und Unterschenkel-Verbindungsstück, nachdem ich ihm FÜNF Wochen Ruhe gegönnt hatte, wobei ich die letzten 14 Tage fast täglich wie ein Bekloppter auf’m Home-Trainer vorm Fernseher rumstrampelte, bei zwei Tennis-Stunden. Es hielt. Mein Wunder-Knie.

 

 Heilt und heilt, und das ganz ohne Arzt. Vielleicht kann ich irgendwann in den nächsten Jahren sogar mein Bein wieder ganz durchstrecken. Eine 100prozentige Bein-Erektion – das sind schon abstruse Träume, aber ich hab’ sie. Bin ich Bein-impotent? Nicht ganz, aber so’n bissel immer noch…

 

 Gibt’s eigentlich Bein-Viargra?

 

 Mailt mir. Schickt mir Dosen. In Dosen.

 

 So. Jetzt noch die Nachricht, daß selbst mich mein, nennen wir es mal „Beruf“, manchmal ergriffen macht. Vorige Woche besang ich Grundschüler in Eilenburg, und nach der Mugge kam so’n Zweitklässler zu mir, um mir mitzuteilen: „Weißte, was ich mir wünsche? – Daß du mein Bruder wärest…“

 

 Ich drückte das Kind ans Herz, um meine Rührung zu verbergen.

 

 Ach!

 

 Zuhause aber war ich wieder der kalte Realist, backte mir einen Rühr-Kuchen und aß die ganzen Gefühle weg.

 

 Ja, mit Tomaten!!! Was’n sonst?

 

 Mein Leben ist und bleibt ein Abenteuer, und ich bleibe

 

Jürgen

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