17.November 2010


Hingeluscht…

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 draußen herbstet es verschärft, und – ihr werdet euch erinnern: Ich mag das nicht!

 

 Sowas macht mich zwar nicht depressiv, aber als einer der wenigen, die sich in dem ganzen Grau-in-Grau hüpfend vorwärts bewegen, kommt man sich schon seltsam vor.

 

 Es ist nämlich nicht nur so, daß ich, wie Herr R. mal behauptet hat, IMMER singe, ich hüpfe auch.

 

 Nicht immer.

 

 Aber meistens.

 

 Das würdige Einherschreiten ist mir nicht gegeben.

 

 Bei mir hat der Begriff „Junger Hüpfer“, dem ein „nicht mehr ganz“ vorangestellt sein mag, noch einen Sinn.

 

 Deshalb trage ich auch keine Anzüge. Oder Hemden! Und auch keine Krawatten!!

 

 Und womit trage ich all das nicht: mit Fassung, mit Würde und mit der mir in aller Bescheidenheit eigenen Eleganz.

 

 Gerade heute macht mir meine allzu große Bescheidenheit wieder zu schaffen… Nicht daß ich W. beim Abend-Gastspiel im Leipziger „Palmengarten“ noch zu Wort kommen lasse. Das wäre fatal!

 

 Scheiße, immer noch Herbst. Habe gerade rausgeguckt… Wenn danach wenigsten gleich Frühling käme. Aber nee, der noch scheißerere Winter steht vor der Tür. Na danke! An wen auch immer.

 

 Da muß ja erstmal einer drauf gekommen sein, sich vier Jahreszeiten auszudenken. Zwei hätten gereicht. Vollkommen. Also Sommer und Sommer. Mir wäre das genug.

 

 Gevatter Gott, oder wer auch immer, aber mußte rumprotzen: „Ph, jetzt habe ich mir den Sommer ausgedacht, und der kam so gut an, da arbeite ich mal an weiteren Jahreszeiten…“

 

 Streber!!!

 

 Naheliegend wäre ja zumindest „Hochsommer“ als zweite Jahreszeit gewesen. – War dem Arsch zu einfach…

 

 Frühsommer und Spätsommer – ratzfatz hätten wir die vier Jahreszeiten vollgehabt. Ohne Image-Verlust.

 

 Doch ´s Göttele war in Prahlsucht. Erst spielte er mit dem Gedanken, die neue Jahreszeit „Ftschkrzpt“ zu erfinden. Er war schon ziemlich weit fortgeschritten, ja arbeitete bereits an Details wie z.B. Feiertagen, da erfand das Luder von Teufel die Vokale.

 

 Nun erst ging Gott auf, daß er ja in „Sommer“ schon zwei solcher neuartiger Buchstaben verbraten hatte. Ohne sein Copyright zu sichern… - Dumm gelaufen.

 

 Alle fünf von „a“ bis „u“ bringen nun dem Teufel Tantiemen.

 

 Flugs ersann Gott das „ü“ und anschließend den Frühling. Immerhin was, denn es hätte schlimmer kommen können.

 

 Kam es auch.

 

 Denn irgendwie kam dann der Ärger mit Adam und Eva sowie dem Papst hinzu, so daß „Der Herr“ Herbst und Winter nur so hinluschte. Keine 400 Jahre hat das gedauert. Ein Wimpernschlag der Geschichte.

 

 „Hörbst“ und „Wänter“ hatten dem Rauschebart zusätzliche Patente sowie Einnahmen gebracht, aber er hatte die ganze Scheiß-Idee mit dem Jahreszeiten-Erfinden irgendwie satt. Und wir sind die Leidtragenden…

 

 Wenigstens wissen wir, daß Gott das „ü“ erfunden hat. Noch vor dem Zölibat. – Ein Schnuckelchen…

 

 So, ich guck jetzt noch mal raus… - Herbst. – Tantiemen für den Teufel. Der ja immerhin den Schnaps gemacht haben soll.

 

 Bringt mir - ich merke schon, ich jammere heut’ ein bissel viel – auch nichts, denn ich trinke keinen Schnaps. Nur Wasser. Und Kakaomilch.

 

 Aber nicht gemixt. Separat. Entweder oder.

 

 Kalte Kakaomilch! Wow! Und das im Sommer!

 

 Sowas hätte Gott erfinden sollen: Jeden Tag Sommer mit kalter Kakaomilch!!! DAS machte das Leben lebenswert!

 

 Die Sache mit den vier Jahreszeiten aber ist eher kalter Kaffee.

 Dafür wiederum interessiert sich einer nicht die Bohne:

 

Jürgen

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