23.April 2010


Mißbrauchs-Mißbrauch

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 überall ist Mißbrauchsland! So (oder ähnlich) wußte es schon Joachim Ringelnatz (In diesem Zusammenhang bitte den Nachnamen beachten!) zu formulieren.

 

 Und heute wäre wieder mal Gelegenheit! Heute! Allerdings erst nach der Vorstellung… Müßtet ihr aber nach Hessen kommen, denn gleich schwingen sich Herr R. und ich aufs Auto und düsen. Richtung Kassel.

 

 Aber ob uns, vor allem MIR, da jemand hinterher an die Wäsche will? Wie hat’s olle Harald Schmidt so schön formuliert: „Ich wäre in der Schule sehr gern mal mißbraucht worden. Aber ich war einfach zu häßlich!“

 

 Mir ging’s ähnlich, lieber Harald! Ich aber war (und bin) zu schön!!!

 

 Mir geht mittlerweile das ganze detailgetreue sexuelle Geschwafel in den Medien sowas von auf den … Geist! – Himmel!!!

 

 Das ist natürlich ein Thema, aber nur EIN Thema!

 

 Wir haben jetzt eine Mißbrauchsbeauftragte! Ein SEHR mißverständliches Wort! Schier ungeheuerlich.

 

 Und heute früh lauschte ich im Deutschlandfunk Mädchenstimmen, die da unbedarft tirilierten, daß für sie schon das Streicheln übers Haar sowie eine tröstende Umarmung durchs pädagogische Personal gen Mißbrauch tendiere.

 

 Lehrer und Lehrerinnen: Ihr steht jetzt alle unter Generalverdacht! Wenn’s Kind mal auf die Schnauze plauzt  und blutet – nicht anfassen!!! Ihr Säue!

 

 Sollen die Eltern kommen und trösten.

 

 Die aber, und das lehrte mich dann heute auch gleich noch die Mißbrauchsbeauftragte, sind meistens noch schlimmer! Schlimmer??? Schlümmer!!!!

 

 Meistens? Fast immer!!!

 

 In den Familien wird mißbraucht auf Teufel komm raus! – Schönes Thema für den Papst übrigens.

 

 Wir haben eigentlich nix anderes mehr zu tun, als unentwegt zu mißbrauchen.

 

 Kinder. Kinder!!!

 

 Und irgendwann werden uns kluge Psychologen, die das Verhalten von Haustieren deuten können, die ganze schreckliche Wahrheit eröffnen: Hunde, Katzen, Wellensittiche, Hamster und vor allem Guppies – keiner, der da nicht heimlich durch die Hütte, den Käfig oder durchs Aquarium gejagt wurde um dann zu dienen. Der Wollust.

 

 Vielleicht sollte ich mich heute abend als Guppie verkleiden?

 

 Und wenn es dann wirklich zum Mißbrauch kommt, liebe Gemeinde, dann werdet ihr es spätestens hier sowie in allen Medien dieser Welt haarklein und dezidiert beschrieben lesen können. Nichts, aber auch nichts lasse ich weg.

 

 Um meiner Empörung Ausdruck zu verleihen!

 

 Und die Leserschar – nicht ihr, aber die in den anderen Medien – wird zutiefst empört „Mehr! Wir wollen es noch genauer wissen! Was für abscheuliche Sauereien. Los, empöre uns!“ kreischen.

 

 Weltpolitik? – Fuck off!

 

 Die wahren Kriege finden in den Familien statt. Überall! Ohne Ausnahme! Es wird großflächig mißbraucht! Flächendeckend!

 

 Und die Medien liefern immer ein paar nette Anregungen für diejenigen, die vielleicht noch gar nicht auf abartige Gedanken kamen. Jetzt aber möchten sie nicht mehr abseits stehen. – Einmal ein Star sein! Einmal Seite 1!

 

 Wir werden es lesen! Morgen wieder! Und übermorgen!! Und so weiter!!!

 

 Was war das gleich noch mal: Sensibilität?

 

 Dezent abkotzend grüßt der kopfschüttelnde

 

Jürgen

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