6.Mrz 2010


Frost, Frust und Kauf-Befehl

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 Schnee!!!! Endlich.

 

 Klitzekleine,  unglaublich weiße, glitzernd feingliedrige Kristalle senkten sich nächtens als ein silberner Teppich übers tief schlafende und von seinem Heldenstatus träumende Leipzig und zauberten deren Bewohnern nach dem Erwachen und einem ersten, scheuen Blick aus den Fenstern ein Lächeln ins sächsisch-gemütliche Antlitz. – Schnee…

 

 Gut, es war ein diabolisches Lächeln, begleitet vom Ausruf „Scheiße!“, aber sie haben wiedermal gelächelt, die Leipziger.

 

 Und nach Tagen des Nichtbeachtens oder gar lauthalser Streitig- bzw. ebenso dezibel-angereicherter Handgreiflichkeiten waren Muddi und Vaddi endlich wieder eins. Eins in dem Gedanken: „Scheiß-Schnee!“

 

 Nun gut, ich weiß nicht, ahne es aber, ob bzw. daß dies für nicht wenige Messestadt-Bewohner der einzige Gedanke an diesem 6.März 2010 war, respektive ist.

 

 Aber auch EIN Gedanke kann ein Anfang sein.

 

 Wir denken wieder!!!

 

 Viele werden dabei Schmerzen empfinden, einige sich sich wundernd fragen: „Womit??“

 

 Und gaaaanz viele darauf keine Antwort finden…

 

 Ich aber sage euch: Die Birnen sind’s, liebe Mitbürger.

 

 Wie’s schon Shakespeare, der kesse Comedian vom Inselreich, vorausschauend formulierte: „Es war die Birne. Und nicht der Apfel!“

 

 „Romeo und Julia“ – wer kennt sie nicht, die Geschichte der beiden bisexuellen (also das andere Geschlecht sowie selbstgezogene Früchte begehrenden) Obst-Bauern aus dem Dürrweitzschener Land? Schon ob des Ortsnamens „Dürrweitzschen“ hat sich William ein Denkmal nach dem anderen verdient!

 

 Was ging damals nur vor in „Williams Birne“?

 Prost!

 

 Und noch heute ersetzt eben diese „Williams Birne“ bei nicht wenigen meiner Mit-Messestadt-Bewohner den aus nicht fairgehandelten Bohnen als Sud gewonnenen Morgen-Kaffee. – Bildungsbürgertum, das schon bei Anbruch des Tages, also gegen 14 Uhr, Shakespeare huldigt.

 

 Nastarowje, ihr lieblichen Sachsen!

 

 Und nun auch noch der himmlische Segen: Nein, nicht der übliche kleine Mißbrauch am Morgen, bevor der Pfarrer in die Kanzel huscht, sondern ein himmlischer Erguß von ganz besonderer sado-masochistischer Art: Schnee.

 

 Was hatten wir ihn vermißt, den kleinen Blüten- und Pflanzenbeschützer! Ihn, der Rasen, Blümlein, Hecken, Sträucher und in diesem Jahr auch alle Bäume bis hin zur Krone nicht nur einhüllte, sondern verschüttete, ins Unsichtbare … bombte.

 

 Und kaum waren nach dem durch die Klima-Erwärmung verursachten Tau-Vorgang - von dem wir alle, um die Erde zu retten, hofften, er möge nie eintreten, denn Erfrieren ist seliger denn ein Grad Celsius mehr – die letzten Reste der frostigen Silberpracht von Straßen, Plätzen und, in meinem Fall, Terrassen getilgt und dadurch ein „Wie sollen wir nun weiterleben????“ ins Gesicht aller Leipziger gemeißelt (durch Inge?), schon konnten wir die durchaus unterschiedlich hohen Stirnen wieder entrunzeln, denn  - Ach! – Gott hatte ein Einsehen und frankierte mitten in der Nacht seine Himmelsboten, auf daß sie uns Segen brächten.

 

 Weißen Segen. – Schaanee!

 

 Vielleicht hat sich der Alte aber auch nur vertan und wollte eigentlich Weißheit übers Volk, zu dem ich ja leider irgendwie auch gehöre, tsunamien? Weißheit, die in Form einer riesigen Welle über uns schwappt.

 

 Ja, das wäre auch ein Angebot gewesen.

 

 Aber Tausende und Abertausende meiner Mitbürger, die ja auch die euren sind, hätten sich – und da bin ich sicher – erfolgreich weggeduckt, um diesen Kelch an sich vorübergehen zu lassen. Und um hinterher zu fragen: „War was?“ oder aber „Was’n für’n Kelch?“

 

 Und in diesem Sinne gebiete ich hiermit euch allen, die ihr das lest, während ihr mit dem anderen Auge Schnee schippt: Kauft, hört und geniest die neue CD der Gruppe „Unicum“, die CD meiner liebreizenden Freunde aus alten und heutigen Tagen, die CD, deren Lieder mir seit vier Tagen das Herz, die Ohren und – hier schließt sich der Kreis – die Birne erwärmen.

 

 Wer solch Lieder schreibt, kann kein schlechter Mensch sein. Selbst wenn er mich seit über 20 Jahren einmal pro Woche auf dem Tennisplatz demütigt.

 

 Leser dieser Welt, schaut auf diese Seite – www.unicum-musik.de - und bestellt. Ihr werdet auf Schnee immerdar hoffen, um daheim am Kamin sitzend diesen wunderschönen Liedern lauschen zu können.

 

 Oder ihr kommt heute abend um 19 Uhr ins kleine Theater „Schille“ in Leipzig, wo Herr R. und ich gemeinsam mit „Unicum“ zum Tanz bitten. Oder war’s doch zum Zuhören? Sogar eine dritte Band, mit der uns seit Jahrzehnten Freundschaft und gemeinsam genossener Alkohol verbindet, fidelt mit auf: „Fiddle folk“.

 

 Während draußen die Welt im gefrorenen Niederschlag versinkt, zieht einer ganz allein ob des hoffentlich nie endenden Winters eine Schippe:

 

Jürgen

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