27.Dezember 2009


Unter positivem Beschuß

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 es gilt, immer das Positive zu sehen. Und wer, wenn nicht ich, könnte der Seher sein?

 

 Deshalb hier mal das Positive an sich, leicht zusammengefaßt: Ad eins - Weihnachten ist vorbei und war so schlimm nicht, da ich eigentlich fast nur in Tennis- und Squash-Hallen unterwegs war oder lesend auf der Couch lag. Ad zwei – die Tage werden seit dem 22., also seit fast einer Woche, wieder länger, immer länger und noch ein bissel länger, ja sie erregieren sozusagen. Wow! Ad drei – meine Wohnung lebt!

 

 Und das Schöne an Letzterem ist, daß meine Wohnung mich persönlich nicht benötigt, um zu leben. Bewegung ist in dieser Kemenaten-Häufung auch ohne mein Zutun!

 

 Ok., daß seit Jahren, eigentlich seit meinem Einzug, immer mal wieder die Wand, welche zufällig unter der Terrassenbegrenzung meines Freiluftbereiches liegt, näßt, um nicht zu sagen, beflossen wird, daran gewöhnt man sich. Obwohl bei mir immer, wenn, wie jedes Jahr im Sommer, die umfangreichen Baumaßnahmen auf der Terrasse, am Dach oder, wie dieses Jahr, an der aufgehackten Decke im Wasser-Zimmer beendet waren, auch so’n Fünkchen Hoffnung glomm, daß diesmal nicht nur sinnlos das Geld meiner Vermieter von den Bauleuten verballert wurde, sondern auch Trockenheit mein Heim zieren möge…

 

 Doch das erste Tauwetter brachte es auch anno 2009 an den Tag: Decke und Wand – ein Feucht-Biotop. Fast ohne Bio, aber das kann ja noch werden.

 

 Nun aber wird es. Denn jetzt LEBT mein Parkett. Unterm Feucht-Bereich. Es möchte auch erregieren. Wie die oben erwähnten Tage. Ich verfüge über Nachahmungs-Parkett!

 

 Ehe ihr nun vor Neid ergelbet, sei gestanden, daß Erektions-Parkett nicht unbedingt praktisch ist. Denn unsereins stolpert jetzt regelmäßig…

 

 Andererseits: Endlich mal ´ne Regelmäßigkeit in meinem Leben!

 

 Was erwartet mich als Nächstes? Das Jahr hat ja noch ein paar Tage. Das kann des Positiven doch noch nicht genug sein!

 

 Wahrscheinlich steht morgen Herr R. vor meiner Tür und hat ein zweites Sololied für sich geschrieben…

 

 Gut, das wäre an sich nichts Positives, gäbe mir aber Gelegenheit, es abzulehnen. Und DAS wäre positiv.

 

 Auf HIV könnte ich mich noch testen lassen, aber man will sein Glück ja nicht herausfordern. Denn sowohl die Aussage „Positiv – also negativ!“ als auch „Negativ – also positiv!“ würde immer Nachfragen nach sich ziehen.

 

 Und was das Ziehen an sich betrifft, wurde heute irgendwann im Deutschlandfunk davon berichtet, daß jemand von seiner Großmutter groß gezogen wurde. (Ich benutze hier mal absichtlich die Rechtschreibung der Bekloppten, also die „neue“.) – Warum machen Großmütter sowas? Warum versuchen sie es nicht, wie früher, mit Füttern und ein bissel Liebe?

 

 Geht das etwa schneller, ein Kind groß ziehen? Ey, das tut wahnsinnig weh! Egal ob, man an den Ohren oder gar am Schopf anpackt. Wie werden dabei überhaupt die Füße fixiert??? Oder packt da der Großvater mit an?

 

 Vielleicht sind die Begriffe Groß-Mutter und Groß-Vater ja vom Ziehen abgeleitet?

 

 Keiner weiß nix Genaues. Ich aber forsche jetzt. Werde mal Mama und Papa fragen, ob ich als Kind was zu essen bekam oder aber groß gezogen wurde. Eventuell gar am Schopf! Das würde einiges erklären…

 

 Egal, was dabei herauskommt: Ich sehe es positiv!

 

 Huch! Jetzt zischen Parkett-Teile durch die Bude! Direkt in Richtung

 

Jürgen

Copyright © 2005-2006 Design by ITS-NETWORK.NET
Sie sind Besucher Nummer: 165078
JW-admin | News-admin