20.Dezember 2009


Ordnung im Becher!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 daß Joghurt rechts rum dreht, war mir bislang egal. Ich bin nämlich, im Gegensatz zu gaaanz vielen in diesem Land, kein Neider, ich bin ein Meider.

 

 Ein Joghurt-Meider. Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieh, was’n Schlabber-Zeugs…

 

 Nun flehte mich aber Josi im Gästebuch an, was zu den rechtsdrehenden Joghurts (Joghurten? Joghürts? Jöghürts???) zu schreiben, wohlwissenden, daß nicht der Joghurt, sondern die darin enthaltene Milchsäure dreht. Ich aber, liebe Josi, weiß es auch.

 

 Aber mal ehrlich: Wie klingt das denn, wenn man nach be- und (in meinem Fall immer) voll-endetem Liebesspiel dem mit der Erschöpfung und nicht enden wollenden Orgasmen ringendem Gegenüber Stärkung offerierend zuflüstert: „Auch ´n drehendes Milchsäur’chen…? Links- oder rechtsrum?"

 

 Es klingt… gut! Törnt aber ab! Das weiß ich noch aus der Schule, denn ich hatte die ganze Schulzeit über jede Woche immer mindestens zwei Stunden Törnen. Törn-Unterricht! In kurzen Hosen… - Yep!

 

 Gut, ich hatte in der Schule auch Nadelarbeit. Mochte ich aber nicht so gern wie Törnen, denn in Nadelarbeit schwang Herr R. eine durchaus fesche Nadel! Ein Stopfer vor dem Herrn! Mit und ohne Pilz. Ein Naturtalent. Er stopfte sogar AM FUSS. Da mußte man nicht mal raus aus der Socke!! Oder aus DEN Socken!!!!

 

 Denn W. stopfte beidhändig. Ein Genie!!!! Leider halt in einem Fach, das niemand recht für voll nahm. Und bei den Mädels war er als Stopfer natürlich sowas von unten durch, daß ich ihm empfahl, später man Untergrundbahnen zu bauen…

 

 Törner hingegen standen bei den Mädels ganz oben auf der Liste, die immer mit „Lieber guter Weihnachtsmann, wenn es die sozialistische Planwirtschaft oder aber beneidenswerte Westverwandtschaft dir irgendwie möglich macht, dann besorge mir bitte…“ begann. Gaaaaanz oben!

 

 Und mich bekam man auch ohne Westverwandtschaft. Dafür im Pionierblüschen oder aber im FDJ-Hemdele. Beides nicht so begehrte Lust-Anfacher, eher Ab-Törner, so daß (Meinetwegen!!!) die FKK-Bewegung aus dem Boden gestampft wurde.

 

 Und genau dort wurde gestampft, wo später Herr R. seine U-Bahnen in den Untergrund rammen sollte.

 

 Alles hängt irgendwie zusammen. Und einem zum Hals raus. Wie rechtsdrehender Joghurt. Den man übrigens (Achtung, Warnhinweis!) nie, ja NIE, auf linksdrehenden Karussells zu sich nehmen sollte, nein, darf. Das kleckert dermaßen…

 

 Deshalb, und nun komme ich zu meinem Lieblings-Aspekt bei diesem ganzen Geschreibsel hier, nämlich, euch etwas zu lehren, deshalb: IMMER die Joghurt- und Karussell-Fahrtrichtung abstimmen! Das sollte so schwer nicht fallen, denn jedes einigermaßen gut geführte Karussell hat seinen eigenen drehbaren Joghurt-Stand.

 

 Dieser dreht sich aber – Achtung! – entgegengesetzt zum Joghurt. Damit dem armen Milchsäureschleim nicht schlecht wird. Um ihn im Gleichgewicht zu halten!

 

 Und was lehrt uns das nun: Ein RICHTIG gutes Karussell erkennt man an der entgegengesetzt zur Fahrtrichtung der Gondeln drehenden Joghurt-Verkaufskabine!

 

 So einfach ist das manchmal. Man muß nur ein bissel nachdenken. Und wenn nicht „man“, dann halt ich für alle. Einer für alle, alle für Jürgen, das Muskel-Tier. Den Törnado!!!

 

 Ich schwoff ab.

 

 Aber ab und zu darf man abschweifen. Möchte Mann aber gar nicht, denn „ab-schweifen“ könnte ja auch ein durchaus schmerzhaftes Synonym für „entmannen“ sein. Und DAS kann ein Törner vor dem Herrn wie ich nicht gebrauchen.

 

 Dazu stehe ich. Im Schweife meines Angesichts!!

 

 Und darauf trinke ich jetzt ´n Täßchen leckeren links und rechts durcheinanderdrehenden (Löffel!) Kaffees. Chaos in Tasse. Ordnung im Becher! So muß es sein. Oder auch nicht.

 

 Durchgedrehte Grüße von

 

Jürgen

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