5.Dezember 2009


Huch, 300!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 das hier ist erstens meine 300.Wortmeldung an dieser Stelle (Tusch! Kasten.) sowie zweitens ein Auftragswerk. Aus’m Gästebuch. Eintrag vom 4.Dezember. Von Inge und Robert. Oder so.

 

 Um den NikElaus soll ich mich kümmern, was Lustiges über den Typen schreiben. Ha!

 

 Warum nicht über den Wein-Nachtsmann? Oder den Osthasen?

 

 Aber gut. Ich bin ja Dienstleister…

 

 Also ich finde den Nikolaus nicht lustig. Ein Schuhputzfetischist vor dem Herren, aber zu blöde sich in dem einzigen richtigen Hit, der ihm huldigt, damit durchzusetzen. Denn all die von ihren teilweise den bildungsfernen Schichten entsprungenen Eltern in punkto Nikolaus belogenen Gören singen doch um den 6.Dezember rum tatsächlich: „Dann stell’ ich den TELLER raus, Nik’laus legt gewiß was drauf…!“

 

 Das ist a) ein falscher Reim (raus-drauf), und das geht schon mal gar nicht, b) aber ist das sowas von blöde, daß ich an der Intelligenz der Nachwachsenden zweifle. Warum widersprechen die Blagen nicht mal energisch ihrer Erzieherin, wenn sie diesen sinnfreien Text gelehrt bekommen? Oder googeln über die GEMA, wer den Unsinn verzapft hat, und bedrohen denjenigen mit Heimaufenthalten?

 

 Aber nö, alle Welt trällert die Scheiße und wundert sich dann, daß kaum noch einer alle Tassen im Schrank hat. Denn die Deppen stellen ja neben den Tellern auch noch die Tassen für den rotgekleideten Rauschebart raus. Fürs Kleingeld…

 

 Drei Dinge braucht der Nikolaus: Teller, Tasse, Schuhe. – Was für ein Quatsch!

 

 Der Nikolaus braucht nämlich – und das ist jetzt schon der zweite Satz in Folge, in dem ich „brauchen“ ohne „zu“ gebrauche, was mir irgendwie ein Gefühl des Revoluzzertums verleiht – weder das eine, noch die anderen.

 

 Der hat, wie wir alle manchmal, einfach nur die Schnauze voll. Menno! – Übrigens eines die Lieblingswörter des Nikolaus’: Menno!

 

 Er schenkt nämlich nicht gern. Er würde lieber behalten! Und GAAAANZ doof findet er, daß er HEIMLICH schenken muß. Nächtens. Ohne die Hoffnung auf ein Dankeschön durch’n Kind oder ´ne schnelle Nummer mit einer hoffnungsfroh Lagernden dem Kindesalter Entwachsenen.

 

 Nikolaus-Sex – auch so’n Tabu, das ich gern brechen würde. Aber ich kann nicht. Niko L. ist nämlich ein Mann. Das an sich schreckt mich schon zu 100 Prozent ab. Aber Niko L. ist auch noch ein überaus ungepflegter Mann, der sich nicht nur im Schlitten fahren, sondern auch noch (ohne Schlitten) gehen läßt! – „Mich sieht doch sowieso keiner…“ brabbelt er dabei in seinen verklebten, verfilzten und mit Sülze- sowie Wellfleisch-Resten von den letzten beiden Mahlzeiten bestückten Bart.

 

 Das stimmt schon traurig… Oder?

 

 Also mich persönlich nicht, aber irgendwer hat ja immer mit irgendwem Mitleid. Und Verständnis. – Wer weiß schon, was der Nikolaus für ´ne Kindheit hatte… Das entschuldigt in dieser Welt übrigens alles: eine Kindheit. Egal was für eine. Hauptsache, du hattest ´ne Kindheit. Dann kannste später morden, brandschatzen oder vergewaltigen – richtig schuldig biste nicht.

 

 Ich aber habe trotzdem nicht vor, irgendwann mal zu brandschatzen!

 

 Vergewaltigen auch nicht. Außer vielleicht den Nikolaus… Aber der würde sich ja nicht mal wehren, so ausgehungert nach Zuwendung, wie die arme Socke ist.

 

 Ich stelle jedenfalls die kommende Nacht weder Schuhe, noch Stiefel, Tassen oder Teller vor meine Tür. ICH wuchte mein Auto in den dritten Stock. Ja, jenes Auto, welches vor einer Woche von einem namentlich hier nicht genannt sein wollenden Bandmitglied (Ich war es nicht!) eingedellt wurde. Und welches gestern mitten im Stau auf der A 14 gleich noch ´ne Zusatzdelle verpaßt bekam. Von hinten. Und diesmal war es kein Bandmitglied, sondern eine völlig fremde Frau.

 

 Sie stupste zärtlichst mit ihrem Gefährt auf das meine. – Aber auch Stupsen hinterläßt Dellen.

 

 Das alles hat jetzt letztendlich gar nichts mehr mit dem Nikolaus zu tun, aber Silvio und Iris aus dem Gästebuch sind ja sicher auch so’n Fake.

 

 Hinter denen steckt bestimmt der Nikolaus selbst, die arme Sau. Naja, was kann man schon von ´nem Typen erwarten, der nicht einstecken darf, aber immer austeilen muß. Und dazu noch gehandicapt: der Sack auf’m Rücken…

 

 Ich selbst bin anatomisch mehr so ein „Normalo“ und grüße somit Ulf und Daphne wie immer und zum 300.Mal als

 

Jürgen

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