19.Oktober 2009


Quickie auf’m Gedanken-Strich

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich behaupte mal: Die Promis sind nicht prominent.

 

 Oja, das ist starker Tobak! Da gehe ich aufs Ganze! Es werden Grenzüberschreitungen ausgereizt! Hier will es einer wissen!

 

 Und das bin ich. Denn ich KENNE die „Promis“, die mir, zumindest beim Überblättern der Boulevard-Seiten (also der meisten) in meiner Tageszeitung, als solche fettgedruckt avisiert werden, um dann von deren Menstrua- bzw. Ejakula-Tions-Problemen zu berichten, nicht. Ich weiß nicht, welcher allen anderen Bekannte sich da gerade wieder daneben benommen hat oder für krebskranke Kinder spendete.

 

 Ich bin ja nicht mal für krebskranke Kinder. Ich bin dagegen! Kinder sollten, verdammt noch mal, gesund sein. – Ich weiß, diese Haltung macht mich zum Außenseiter. Aber so werde ich wenigstens nicht prominent.

 

 „Du kannst gar nicht prominent werden!“ höre ich euch, mir geneigte Leserschar, nun wissend murmeln. „Du hast ja keines der beiden oben erwähnten Tions-Probleme."

 

 Wohl wahr, ihr Zwei!

 

 Und die der Promis gehen mir am Arsch vorbei.

 

 „Was’n Arsch!“ höre ich euch nun wohlwollend säuseln – und nicke.

 

 Wie aber kann es sein, daß Millionen von Deppen sich um die Ausscheidungen irgendwelcher Dumpfbacken auch nur kümmern? Daß Menschen Vor-Köche mit Namen kennen? Daß drogenkonsumierende Säufer und Schläger, die im Nebenberuf Schauspieler sind, wenn sie aus der Bibel lesen, die Hütte und nicht den Arsch (Huch, zu zweiten Mal „Arsch“ heute… Ich Arsch!) vollkriegen und jetzt sogar mal was für Kinder machen wollen. Da wird doch der Ben zur Hur’.

 

 Logisch wäre nun, daß unsereins, vor allem Herr R., mehr saufen müßte. Drogen nehmen er und ich ja regelmäßig, denn unsere Drogen sind die Musik und ihr, die ihr uns ab und an, vor allem „an“, lauscht. Anlauscht sozusagen. Ja, ihr lauscht uns auch ab. Lauscht uns an lauschigen Plätzchen. An lausigen Plätzchen knabbernd. An immer knabber werdenden Plätzchen. – Huch, jetzt bin ich mitten in Sachsen gelandet. Knietief im Schleim, den ich euch, der Melankomiker-Gemeinde, um die Backe (Schon wieder was mit Arsch!) geschmiert habe.

 

 Als schmierige Type aber MÜSSTE ich eigentlich prominent sein.

 

 Will ich aber nicht! Denn dann würde ich FETT-gedruckt. Und daß bei all meinen sportliche Aktivitäten. Wenn die Promis x-tra slim, neudeutsch für „in dürren Lettern“, aufs Papier gebracht würden: Niemand w&re mehr Promi als Herr R. und ich! Denn selbst im Durchschnitt sind wir noch ein Synonym für Body-Mass-Index.

 

 Wofür mir W. eigentlich dankbar sein sollte.

 

 Aber er ist mir ja schon dankbar dafür, daß wir nicht prominent sind. Dafür sorgen schon unsere Texte! Denn es sind Texte, in die sich ab und an gar solch intellektuelle Dinge wie in Komma, ein Semikolon oder gar ein Gedankenstrich einschmuggeln.

 

 Übrigens: Gedankenstrich – das wäre doch mal Prostitution, die gefördert werden sollte! Und sei’s nur auf’n Quickie!

 

 Mein Gott, was für ein Wahnsinns-Gedanke! Vielleicht macht mich dieser Einfall prominent. Da sei Gott vor!!

 

 Gemeinsam mit Herrn R. nickend sowie die Welt wie immer nicht verstehend, aber belächelnd hassend, und trotzdem gut gelaunt, grüßt

 

Jürgen

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