1.September 2009


Ausgebellt!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich bin schon traurig. Doch. Ist ja nicht so, daß ich herzlos wäre. Irgendwas pocht und pumpt da schon.

 

 Und wen würde das kalt lassen: „Ältester Hund der Welt gestorben“? (Klick!)

 

 Die Schlagzeile lesen und – hier möchte ich den sonst mit „W.“ Abgekürzten doch mal ausschreiben – Waldi anrufen, das war eins. 147 – das käme hin!

 

 Ich hatte mit der Mailbox gerechnet…

 

 Doch er meldete sich putzmunter und wie immer hocherfreut, mein seidiges Stimmchen vernehmen zu DÜRFEN.

 

 „Also doch nicht du…“, formulierte ich verklausuliert, ließ ihn sozusagen im Dunkeln tappen und mir meine Erleichterung nicht anmerken. Gefühle zeigen – das ist in unserer Beziehung sein Part.

 

 Aber mal ehrlich, ihr Schnuckelchen da an den Bildschirmen: Bei DER Headline lag doch meine Vermutung nahe…

 

 Obwohl Herr R. gut drauf ist. Sogar mit Ideen gesegnet. Denn wir zwei Beiden sind gerade am Beginn eines Schaffensprozesses, der sich „Neues Melankomiker-Programm für 2010“ nennt. Ich mache Vorschläge. W. mäkelt. Ich setze mich durch…

 

 Oder so ähnlich.

 

 Gerade eben habe ich einen Liedtext fertig geschrieben, der ihm so gar nicht gefallen wird. Völlig ohne Sinn – ja, das ist meine Stärke. Und er wird, wie immer, auf der Bühne vor Scham vergehen, wenn ich ihn – den Text - den jubelnden Massen präsentiere. Oder halt nur den Massen. Den zum Ausgang strömenden Massen…

 

 Aber da sei Herr R. vor, denn ihm obliegt es ja, klitzekleine Änderungen vorzuschlagen, mich auf sich wiederholende Harmonien-Folgen mit einem wissenden „Hatten wir schon so oft!“ hinzuweisen und selbst die eine oder andere den Ohren sehr bekömmliche Melodei beizusteuern. Mein Steuermann!

 

 Doch ich schaffe es, alle seine Melodien mit einem entsprechenden Text ihrer Schönheit zu berauben. Denn: Auf den Charakter kommt es an…

 

 Und von dem habe ich mehr als genug. Merke: Auch ein schlechter Charakter ist ein Charakter!

 

 Der Hund aber ist tot! Und an einem solchen Tag verbieten sich alle Scherze auf dessen Kosten. Also nicht auf die des Tages, sondern des Hundes.

 

 Ausgebellt…

 

 Nie wieder Bell-Kartoffeln…

 

 Und Schluß für immer mit Belletristik!

 

 Im Bellcanto grüßt euch der erleichterte

 

Jürgen

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