28.August 2009


Arme Schweine

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 da harren meiner nun am Sonntag die sächsischen Landtagswahlen. Und ich werde sogar wählen. Was – nö, das behalte ich für mich. Was nicht – och, das schreib’ ich schon mal gern: CDU.

 

 Nicht mal wegen Onkel Tillich und irgendwelcher ins Unendliche aufgeblähter DDR-„Vergehen“, nö, einfach wegen eines beknackten Plakates.

 

 Wer jetzt an Vera Lengsfelds welke Titten denkt, liegt schon wieder falsch. An so ´ner  sich nach jedem Karriere-Zipfel streckenden Ex-Bürgerrechtlerin muß ja irgendwann auch der Dekoltee-Inhalt siechen, wenn in der Birne schon seit Ewigkeiten Fäulnis um sich greift. – Geschenkt!

 Nicht aber das, was Papa Tillich postuliert: „Keine Faxen. Für Sachsen.“

 

 Ach, ich glaube sowieso nicht an die Ernsthaftigkeit der Politiker, auch nicht an hehre Ziele und Visionen. Jeder möchte einfach nur mit dem Arsch an die Wand kommen.

 

 Ja, auch ich.

 

 Aber bitte – mit Faxen. Was macht denn sonst das Leben lebenswert? Politiker-Gesabber  und –Gelaber? Um Himmelswillen! Anzugträger-Jargon? – Laß ab, Gevatter Gott!

 

 Ich bin für Faxen. Und wenn einer ab und an ein paar Faxen im Amt verspricht – herrje, mein Kreuzchen hätte er.

 

 90 Prozent der hiesigen, nennen wir sie mal „Bevölkerung“, kann, wenn überhaupt, nur noch verkniffen lächeln. Und Faxen machen? – Gehört sich nicht! Macht man nicht! Hallo, wir sind ERWACHSEN.

 

 Und öde. Und langweilig. Und unglaubwürdig. Und traurige Gestalten.

 

 Letztere zieren übrigens all die kunterbunten Wahlplakate, die in diesen Wochen Bäume und Laternenmasten verunzieren.

 

 Arme Schweine, die sich SO fotografieren lassen (müssen?) und sich nicht dagegen auflehnen.

 

 Nicht ein mit ein bissel Selbstachtung und Faxenverständnis ausgestatteter Erdling käme je auf den Gedanken, sich SO der öffentlichen Verhohnepiepelung feilzubieten.

 

 Auch Faxenmachen will gekonnt sein!

 

 Arme Schweine. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Ok., etwas subtiler ausgedrückt: ganz arme Schweine.

 

 Und trotzdem gehe ich zur Wahl. Faxen machen.

 

 Gefaxte Grüße von

 

Jürgen

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