20.Juli 2009


Ziel', los!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich habe mein Sparziel erreicht!

 

 Und das, obwohl ich nie eines hatte! Ich bin ein Tausendsassa!! Ach was: Ein Hunderttausendsassa!!!

 

 Vielleicht sogar ein Zweimillionensassa, aber das unterstreicht mir gerade mein blödes Rechtschreib-Programm, so daß ich’s mal nur so in den Raum stellen möchte, ohne mich festzulegen.

 

 „Hunderttausendsassa“ hat es übrigens nicht beanstandet. So blöd ist es also doch nicht.

 

 Was aber macht mich nun zum Sassa? – Post von der Sparkasse. Und die teilt mir halt mit, ich hätte es erreicht, mein Sparziel. Nun möchte sie mit mir sprechen, über meine Ziele und die entsprechenden Strategien.

 

 Ja, ich habe Ziele. Und Strategien! Aber die betreffen mehr so den zwischenmenschlichen, ach, ich sag’s mal konkret: den zwischengeschlechtlichen Bereich.

 

 Und darüber möchte die Sparkasse mit mir reden? Jetzt, wo ich, ihrer Meinung nach, gerade mein Sparziel erreicht habe?

 

 Sparen war nie mein Ziel! Bin ich etwa Spar-takus, Spar-takiade-Kämpfer oder gar ein Spar-ringspartner? Klatsche ich mir die Haare mit Spar-gel an die Omme?

 

 Bislang habe ich immer versucht, aus dem Vollen zu leben. Und W. unterstützte mich dabei finanziell…

 

  Nun macht mich die Sparkasse mit solch einem Schreiben zum Ka-spar…

 

 Klar, habe ich die Jungs angerufen, denn ´ne Nummer hatten sie netterweise mit ins Briefchen gezaubert. Dran war dann ein Mädel. Die wußte von nüscht. Kannte aber noch’n Mädel, und die wußte auch von nüscht!

 

 Nun könnte man folgern, daß Mädels nie von was wissen. Aber so schnell folgere ich nicht.

 

 Denn nun reichte man mir das dritte Mädel ins Öhrchen. Gut, die wußte auch von nüscht. Ich solle aber nochmal anrufen…

 

 Hä? Ist das jetzt schon Strategie?

 

 Im Schriebs hieß es übrigens: „Sicher haben Sie jetzt einige Fragen. Wir beantworten Sie Ihnen gern!“

 

 Ja, richtig gelesen: „Sie“ im zweiten Satz groß geschrieben. Nun denke ich über den Sinn des Satzes nach. Sie beantworten mich mir gern?

 

 Die wollen an mein Geld! Die wollen mich kirre machen! Jetzt, wo ich mein nie angestrebtes Ziel erreicht habe.

 

 Wieviel Knete ich mittlerweile zusammengerafft haben soll, verrät das Schreiben leider nicht. Aber immerhin: „Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig!“

 

 Meine Fresse, die benutzen noch Schreibmaschinen bei der Sparkasse. Vielleicht noch nicht mal elektrische. Weil sie sparen! Für mich!!

 

 Haben DIE jetzt MEIN Ziel erreicht?

 

 Immerhin reichte die Schreibmaschinen-Farbband-Tinte noch für ein PS.: „Bitte bringen Sie die Unterlagen zu Ihrem Sparkonto für das Beratungsgespräch mit – insbesondere wenn ein Sparbuch ausgestellt wurde.“

 

 Menno, jetzt wissen die selber nicht mal mehr richtig Bescheid. Belästigen mich aber trotzdem.

 

 Immerhin drohen die Mädels und Buben mir, daß die Anlagedauer am 27.Juli endet. Fein! Wenn man davon absieht, daß eine endende Dauer miserabelstes Deutsch hoch 3 ist. Schon ´ne dauernde Dauer ist zu - und nun kommen wir zum 1000.Kalauer in diesem Monat - be-dauern.  

 Naja, vielleicht bin ich heute in einer Woche wieder arm, denn dann bricht der 27. und somit das Ende der Dauer über mich herein!

 

 Ich sollte mir Ziele setzen. Und sie dann auch erreichen! Auch wenn’s dauert!!

 

 Und jetzt, genau jetzt fange ich damit an. Ich ziele schon!

 

 Und ihr dürft mir, wenn ich mein Ziel jemals erreicht haben sollte, per Post gratulieren. Schickt aber bitte ein Sparbuch mit…

 

 Euch zur (Spar-)Kasse bittend, grüßt

 

Sassa Jürgen

 

 PS. Aus aktuellem Anlaß frage ich mich, ob man durch rechtzeitiges Streuen Erdrutschen vorbeugen kann…

 

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