1.Mai 2009


80 Prozent gaga

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 da isser – der Mai. Die Mai-Glöckchen läuten. Die Mai-Käfer heißen jetzt Mai-Beagle. Die Mai-sen tirilieren. Main-nz bleibt, leider, Mai-nz. Mai-Brit Illner palavert. Ok., May-Brit.

 

 Alles in allem ein maisterlicher Monat!

 

 Doch gleich am ersten Tag von immerhin 31 muß sich Bsirske, diese sinn- und gesichtslose Konsonanten-Ansammlung, zu Wort melden: „Freibier für alle! Und Pommes rot-weiß!“

 

 Nee, pardon, aber was er von sich gab, war in etwa das Gleiche: „80 Prozent Steuern auf Manager-Gehälter!“

 

 Ja, geht’s denn noch plumper, noch populistischer, noch unrationaler, noch anbiedernder? Da macht sich ein (mehr als gut verdienender) Gewerkschaftsboß mitten am Feiertag auf, um dem sprichwörtlichen kleinen Mann, also der Dumpfbacke von nebenan, in den Arsch zu kriechen.

 

 Ich weiß, sowas schreibt man nicht – „kriechen“. Nennen wir’s „gleiten“. Aber Gel-frei.

 

 Was kommt denn noch? Der andere und nicht minder bemittelte, wohl aber doch minderbemittelte, hat heute noch gar nichts verlangt. Warum schweigt Sommer? Mitten im Frühling?

 

 Doch halt, diese Jahreszeiten-Karikatur hat ja, gemeinsam mit Gesine, soziale Unruhen prophezeit. Beiden schwant da etwas!

 

 Na klar, es werden Autos brennen. Die BND-Zentrale wird gestürmt! Helmut, nimm uns an die Hand, führe uns ins Wunderland!

 

 Heißt Sommer eigentlich Helmut? Scheißegal. Ha, jetzt weiß ich’s: Gesine heißt Helmut.

 

 Und der unfreundliche immer kleiner werdende (Weil er zu faul und zu blöd ist, sich mal zu recken und zu strecken, und sei’s nach der Decke.) Mann auf der Straße nickt. Und schlägt nach. Unter „soziale Unruhen“.

 

 Was er da liest, gefällt ihm. Och, da würde er schon ganz gern mitmachen. Vielleicht nicht gaaaanz vorn, so in der ersten Reihe, aber weiter hinten schon. Wenn dann gelyncht würde, könnte er den zu Boden Geschlagenen gefahrlos auch noch ´nen kleinen Tritt in die Fresse verpassen. Nein, das wäre nicht persönlich gemeint. Aber die Wut muß mal raus! Man hat ja sonst nichts zu lachen!

 

 Habe ich mich in Rage geschrieben? Nein. Ich weiß gar nicht, wo das liegt. Ich war noch nie in Rage. In der Ga-Rage schon, aber das ist bei mir ja sowieso mehr die Gaga-Rage.

 

 Die Welt ist gaga! Bsirske (Dreimal vertippt, ehe der Name hier richtig stand – DER müßte eigentlich Denkewitz heißen, bei dem, was er so verbal ausspeit!) vergagaiert uns! Naja, mich und die anderen, die noch selbständig denken, nicht, aber seine Zielgruppe schon.

 

 Gestern setzte ein Attentäter in Holland sein (orangenfarbenes?) Auto mitten in die Zielgruppe. Wer mag ihn aufgehetzt haben?

 

 Ich selbst verkneife mir natürlich, von Hetze zu sprechen. Ich selbst bin total abgehetzt.

 

Hetzliche Grüße vom kopfschüttelnd am Mai-Baum hangelnden

 

Jürgen

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