2.April 2009


Wandalismus!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender, liebe Wunderheiler,

 

 es hat (wieder einmal) Bumm! gemacht. Und ich war involviert! Und habe verloren. Naja, immerhin nicht gegen irgendwen oder gar W., sondern gegen eine durchaus stabile Betonwand und eine nicht minder felsenfeste Glasfläche.

 

 Keine Angst, Mit-Erleber des alltäglichen Melankomiker-Wahnsinns, der Wand und dem Glas ist nichts passiert!

 

 Und daß ich zum Neben-Erwerb „Dummy“ spiele, ist denjenigen, die mich kennen, auch nicht neu. Aber halt Dummy ohne Auto drumrum. Ich knalle noch höchstpersönlich gegen die Hindernisse. – Ein Dummy alter Schule!

 

 Und was zeichnet den Dummy der ganz alten Schule aus? Richtig: Ungebremstheit. Denn während es mir bei den Zeitlupen-Aufnahmen von Dummy-Crash-Tests mit Auto drumrum immer so erscheint, als würde kurz vor dem Aufprall nochmal kurz auf die Bremse getippt, kann ich von mir behaupten, daß ich meine ganze Energie IN den Aufprall legte.

 

 Denn ich wußte nicht, daß er kommt…

 

 Ich tänzelte im Squash-Court in der mir eigenen, zum Zungenschnalzen verleitenden Art, als ein Stolpern jäh mein filigranes Sport-Treiben unterbrach. Ich aber stolperte, um den Reiz für Außenstehende zu erhöhen, rückwärts.

 

 „Ja, so isser nun mal, unser kleiner Hans-Guck-in-die-Luft“, werdet ihr, euch meinen Aufprall wohlig erschaudernd vorstellend, raunen. „Läßt keinen Show-Effekt aus…“

 

 Und so war es auch. Jeder andere Squasher wäre ENTWEDER gegen die Wand ODER gegen das Glas gedonnert. Ich aber touchierte beides. Was heißt eigentlich „touchierte“? – Ich forderte die beiden regelrecht heraus.

 

 Und unterlag. Wie ein Mann. Blutend…

 

 Weil mir auch noch die Brille ins Schläfchen ritzte. Die Sau! – Also die Brille, nicht die Schläfe. Andererseits fällt mir nun, wo ich am Pomputer sitzend gerade vernarbe, auf, daß „ein Schläfchen halten“ auch Zweierlei bedeuten kann. – Wieder was gelernt.

 

 Nun aber zur Frage aller Frage, die euch bewegt, die euch schier zu zerreißen droht: Hat unser Liebling, hat der von uns Angebetete und heiß Begehrte (Nö, nicht Herr R., sondern ich!) ÜBERLEBT? Oder schildert er gar hier all sein Ungemach posthum???

 

 Aber hallo, Mädels und Mädels, ich bin’s immer noch persönlich. In junger Frische!

 

 Leider nun aber mit ´ner (schon wieder abschwellenden) Beule an der rechten Rüben-Seite (in Fahrtrichtung), mit ´nem Klitschko-Cut direkt neben dem von euch so bewunderten rechten Augenbräulein sowie ein wenig hüftsteif…

 

 Denn als ich Wand und Glas mit der Omme nicht knacken konnte, versuchte ich es noch mit dem Becken aller Becken. Also mit dem meinen!

 

 Krawummm!!!

 

 Auch hier obsiegten Wand und Glas und hinterließen neben eine gewissen Hüftsteifigkeit und einem irgendwie verprelltem Gefühl sogar noch eine Art Schnittwunde, über deren Entstehung physikalische Gesetze keine Erklärung liefern können. Denn es war nichts Einschneidendes da!

 

 Ich kann Wunder vollbringen!

 

 Naja, das wußtet ihr ja schon. Nur W. zweifelt weiterhin…

 Wie geht es nun weiter mit mir? Könnt ihr mich schon im Heim besuchen? Wann kann wieder feste Nahrung ins Alabaster-Körperchen gelangen? – Fragen über Fragen, die ihr euch nun sicher stellt, nachdem ihr die Entsetzens-Tränen getrocknet habt.

 

 Und hier die Antwort: Helden sterben jung!

 

 Da ich aber kein Held, sondern ein Super-Held bin, scheine ich irgendwie unsterblich zu sein. Denn: Ich lebe weiter wie vorher. Ja, sang gestern, Herrn R. wie immer sonnengleich in den Schatten stellend, gar schon wieder gegen Geld. - Ein Segen!

 

 Keine, ja nicht eine Minute meines Melankomiker-Daseins werde ich euch ob solch lapidarer, obgleich lebensgefährlicher Verletzungen entziehen!

 

 Ich vernarbe in meiner Freizeit!!

 

 Das ist es, was Deutschland wieder auf den richtigen Weg bringen kann: Einsatzbereitschaft bis hin zur Selbstverleugnung!

 

 Andere, und hier namentlich W., verleugnen sich nicht selbst, sie verleugnen im konkreten Fall gar mich, besser gesagt: meine Wunden!!!

 

 Denn Herr R. BEMERKTE gestern nicht mal, wie verletzt ich war! Das wiederum war schon verletzend. So wurde ich zum verletzten Verletzten.

 

 Doch auch das halte ich aus. Für euch!

 

 Und heute abend bin ich wieder beim Squash.

 

 Schaut morgen bitte in die Welt-Presse. Unter „Verschiedenes“. Vielleicht lest ihr was von

  

Jürgen

Copyright © 2005-2006 Design by ITS-NETWORK.NET
Sie sind Besucher Nummer: 165079
JW-admin | News-admin