17.Mrz 2009


Die berühmten drei Worte

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 manchmal fehlen selbst mir die Worte. Ja, selbst mir! Und ich kenne über hundert!!!

 

 Nun werdet ihr anerkennend nicken und mich einen klugen Wonneproppen heißen.

 

 Ich aber, in der mir eigenen Bescheidenheit, rufe lauthals: „Einhalt, ihr Schmeichler!“

 

 Und schon nickt ihr nicht mehr, sondern … - Da haben wir den Salat! Denn es gibt kein Wort, welches das Gegenteil von Nicken artikuliert. Kopfschütteln eurerseits? Ja, soll man denn sagen oder schreiben: Er schüttelte den Kopf…? Wenn beim Nicken ein VERB genügt, um klarzustellen, daß die Birne gemeint ist?

 

 Aber, ihr, die ihr nun heiße Tränen der Verzweiflung vergießt: Ich bin ja auf der Welt, um anderen zu helfen. Nein, nicht nur Herrn R., sondern auch – euch.

 

 Und deshalb hier mein Vorschlag fürs Gegenteil vom Nicken: Puranzeln.

 

 „Als sie ihn fragte, ob er sie liebe, nickte er. Die nächste Frage aber, und zwar die, ob er denn heiratswillig sein, ließ ihn kräftig puranzeln.“ – Klingt angemessen, finde ich.

 

 Ach, euch paßt das nicht? Ihr puranzelt jetzt schon in der Gruppe?

 

 Ok., wie wäre es mit … Muschpöln? – Es gibt sowieso zuwenig Ös auf dieser Welt!

 

 „Immer wenn ich W. frage, ob er sich ein Leben ohne mich vorstellen kann, muschpölt er energisch!“ – Ja, das hat was.

 

 Vielleicht kann man differenzieren? Puranzeln fürs mehr zaghafte Drehen der Rübe in die eine und später in die andere Richtung. Mehr so ein nicht glauben wollendes Registrieren von Unbegreiflichem.

 

 Muschpöln aber – ja, da hört man schon heraus, wie das Köpfchen gleichsam hin und her geschleudert wird. Das ist Verneinung pur. Eine Kampfansage an alle Unbill dieser Welt.

 

 Ach, ihr puranzelt gerade? Fragt euch gar: Hat er sie noch alle?

 

 Bitte, liebe Hörerinnen und Hörer, vernehmet dies: Wenn ich sie jemals alle gehabt hätte, bräuchte ich doch nicht zwei Neue hinzufügen. – Ich habe sie zwar nun immer noch nicht alle, aber zwei mehr. Und ich bin sicher: Ihr seid schon gierig nach weiteren neuen Wörtern, die euch das Leben in einen ewig währenden Frühlingstag verwandeln.

 

Hört ja auf zu muschpöln!

 

 Übrigens findet ihr nicht auch, daß es schrecklich umständlich ist, wie folgt zu formulieren: „…und dann machte er eine Kerze.“? Mit diesem Element turnerischer Filigranität überzeugte ich in meiner Abi-Kür am Boden gleich mehrfach!!!

 

 Doch kaum einer würdigte (Außer W., und der auch nur gegen Gewalt-Androhung, nachdem er vorher puranzelt hatte!) dies, denn die Formulierung war einfach zu mühevoll. – Er machte eine Kerze. Ha!

 

 Ab heute aber, ihr ahnt es, liebe Bewunderinnen und Bewunderer, kann man es einfacher sagen, denn ich lege fest, daß es von nun an ein Verb fürs Kerzenmachen gibt: Lunkallen.

 

 Ja, da wäret ihr fast selbst draufgekommen. Das bietet sich regelrecht an, lag euch fast schon auf der Zunge… Aber ICH habe es erfunden!

 

 Wagt es ja nicht, jetzt zu puranzeln oder gar zu muschpöln. Sonst turne ich euch meine Abi-Kür vor und lunkalle dabei vierfach. DAS möchte niemand sehen!!!

 

 So. Ihr schreibt euch nun, die neuen Wörter auf ein Blättchen Bütte, lunkallt und lernt sie in dieser überaus bequemen Haltung auswendig.

 

 Morgen frage ich euch ab! Und wehe, ich bin gezwungen, dabei zu puranzeln oder gar zu muschpöln! Dann quäle ich euch visuell! Indem ich mindestens zehnmal lunkalle. Im engen Ringer-Einteiler, durch den man alles gaaaanz genau erkennen kann.

 

 Und ich höre erst wieder auf, wenn mindestens einer von euch anerkennend nickt.

 

 Hört auf zu muschpöln!!!!

 

 Kerzengerade Grüße von

 

Jürgen

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