16.Januar 2009


Das ist krank!

 

 Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 gestern erfuhr ich aus dem freien demokratischen Rundfunk (Nein, nicht Radio DDR…), daß jeder Deutsche im vorigen Jahr 18mal beim Arzt war.

 

Was ja nichts anderes bedeutet, als daß zumindest einer 36mal beim Arzt gewesen sein muß, denn unsereins hatte für sowas keine Zeit und, ehrlich gesagt, auch keinen Bedarf.

 

 „Was von allein kommt, geht auch wieder von allein“ – diese Regel trifft eigentlich immer zu. Gilt halt nur nicht für Herrn R., der ja damals in der zweiten Klasse auch von allein reingeschlendert kam, aber bis heute irgendwie nicht gehen will…

 

 Zum Arzt schon. Da ist er sie nicht, die berühmte Ausnahme. Ich hingegen schon. Berühmt sowieso. Und nun auch noch Ausnahme. Wow! – Ein Karrieresprung!

 

 Natürlich habe auch ich ab und an mit Ärzten zu tun. Beispielsweise auf Tennisplätzen. Und da kann sich dann schon Haß gegen die Spezies der Unfehlbaren entwickeln. Gut, nicht gegen die Spezies direkt, aber gegen DEN EINEN aus dieser Gilde, der mich seit mehr als 20 Jahren wöchentlich demütigt. Nicht umsonst werde ich in seiner Patienten-Klientel als „Feind“ geführt.

 

 Andere Ärzte hingegen lassen mich auch mal gewinnen, um nicht zu sagen, daß ich sie nur so vom Platz fege. Ich – ein Feger vor dem Herrn! Herr-je!!!

 

 Warum aber nun eiern andere Menschen, die nicht mal Tennis spielen, 18mal im Jahr „bein Doktor“?

 

 Nje snaju!

 

 Vielleicht WEIL sie weder Tennis noch Squash spielen und somit Zeit für Weißkittel-Kontakte haben? Ist nur ´ne Theorie…

 

 Mama und Papa sagen mir ja immer, ich solle nicht soviel rum-sporten. Ob ich ihnen aber mit anderthalb Dutzend Arztbesuchen pro Jahr imponieren könnte, muß ich erstmal im Familienrat klären. Und: Guter Rat ist teuer!

 

 Andererseits kostet so ´ne Stipp-Visite beim Weißkittel ja kaum was. Zehn Währungseinheiten – ha! Dafür kommt man unter normalen Umständen nicht mal in ein MelanKomiker-Konzert… Ja, es gibt Ausnahmen. Natürlich. Herr R. beispielsweise darf IMMER für fünf Euro rein…

 

 Vielleicht bin ich einfach zu nett.

 

 Ich sollte härter werden. Und mal zum Arzt gehen. Gebrechen gucken.

 

 Vielleicht komme ich ja auf den Geschmack und suche mir ein passendes aus. Sowas mit Eiter und viel Grind. Eiterdaus! Was würde da gerade von der Frauen-Seite her an Mitleid zu mir rüberschwappen.

 

 Und Mitleid ist ja geteiltes Leid. Geteiltes Leid wiederum ist halbes Leid. Schwupps!, schon bin ich zu 50 Prozent heile, und wenn sich noch ´ne Frau erbarmte wäre ich – oh Wunder! – wieder ganz ganz.

 

 Ein ganzer Kerl sozusagen.

 

 Was ich ja nun aber auch heute, ohne all diese doktorischen Umwege, bereits bin.

 

 Ein goldener Ganz sozusagen, aber kein Bruno. Und schon gar kein Adolf. Mein Gott, diese Assoziationen.

 

 Vielleicht interessiert es ja jemanden, daß in der DEFA-Verfilmung der „Goldenen Gans“ mit Kaspar Eichel (Und das kommentiere, wer will…!) in der Hauptrolle Peter Dommisch für den Satz „Immer ich, hab’ ich ein Pech…“ zuständig war.

 

 Dieser Satz hat Peter Dommisch (Klick!) für mich zu einem herausragenden Vertreter der Schauspielkunst gemacht. Leider ging der Peter viel zu früh von uns. Der Satz aber bleibt!

 

 Gehören eigentlich Menschen, die sich solcherlei Fakten FÜR IMMER einprägen, in ärztliche Behandlung?

 

 Vielleicht sollte ich doch mal in so ´ne Wartehalle reinschneien?

 

 Aber, mal ehrlich, bin ich der liebe Gott? Denn: Nur der schneit! Unterstützt von Frau Holle. Die wiederum wurde im DEFA-Märchen von Mathilde Danegger gespielt, mit der ich später mal gemeinsam auf einer Bühne gestanden habe.

 

 Ich kenne also Frau Holle persönlich! Holle, die Waldfee!

 

 Und von der Waldfee ist es nur ein kurzer Sprung zum All-Heil-Mittel in der Jägerzunft. denn ist ein solcher Grünrock mal erkrankt, läßt er seine Wildtöter-Kollegen gemeinsam ein „Waidmanns Heil!“ grölen, und ist flugs wieder tötungsbereit.

 

 Nie ward ein Waidmann bei einem Onkel Doktor gesehen. Jedenfalls nicht von

 

Jürgen

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