5.Januar 2009


Ich – ein Dichter!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 Helm ab zum Gebet! – So heißt es, doch was sagt uns das?

 

 Viel zu selten, liebe ungepanzerten Mitbewoh22ner, wird über solche Weisheiten des Konfuzius (oder war es Günter Mittag?) nachgedacht. Ich aber denke nun, notgedrungen, nach.

 

 „Helm ab zum Gebet!“ bedeutet doch nichts anderes, als daß man, außer beim Beten, IMMER Helm tragen sollte. Und da viele von euch ebenso wie ich NIE beten, heißt das nichts anderes, als daß wir ab jetzt das Friseurgeld sparen können – die eine mehr, der andere weniger – und nur noch mit Metallkochtopf auf der Omme durch die Null-Neuner-Welt streunen.

 

 „Wie, oh Meister“, werdet ihr nun fragen, „bist du zu dieser Erkenntnis, zu dieser Weisheit gelangt?“ Und staunet, Jünger der gesungenen Novellen, ich antworte euch: durch Selbstversuch.

 

 Als ich gestern abend gegen 22 Uhr das Schneeflocken-Zählen satt hatte und mir die Zahl 14 365 426 notierte, um am Morgen dort weiterzählen zu können, drängte es mich nach Erbauung. Und in solchen Fällen greife ich stets zu eigenen Werken. Die Vielzahl der Texthefter (zwei) zu den verschiedensten Programmen der von euch so geliebten „MelanKomiker“ machte mir die Auswahl nicht eben leicht. Doch ich hatte das Ansingen des einen oder anderen Songs und somit die Erbauung meiner Nachbarn im Sinn und entschied mich. Für den ganz unten liegenden.

 

 Schwungvoll richtete ich mich nach Minuten des Sinnens wieder aus der Hocke auf und touchierte dabei nicht etwa, wie Kenner meiner Büro-Kemenate vielleicht vermuten werden, mit meinem Haupte die schräg stehenden Balken. Nein! DIE Zeiten sind ein für allemal vorüber!!

 

 Ich RAMMTE den Balken mit der Omme.

 

 Armer Balken!

 

 Er blutete!!!

 

 Vermutete ich mit nicht geringem Stolz zumindest in den ersten Minuten nach dem Aufprall. Und siehe da, ich irrte nicht: ES WAR BLUT!

 

 Allerdings mein eigenes, wie mir, dem eigentlichen Synonym für Schmerz-Resistenz, durch ein leichtes Ziehen im Skalp von Mutter Natur signalisiert wurde.

 

 Und keine essig-saure Ton-Erde im Haus! Typisch!!!

 

 Sofort leitete ich – und so erwies ich mich wieder mal als das, was die Weltbevölkerung mir als zweiten Vornamen zugesprochen: Held – den Heilungsprozeß ein: Ich setzte mit auf die Couch und begann zu vergrinden. Obenrum.

 

 Nicht so einfach, wenn ab und an der Blutfluß mit Taschentüchern gestillt und überprüft werden muß. Doch ich hielt durch, und nicht wenige Stunden später war ich wieder dicht. Sozusagen ein Dichter! – Aber das ahntet ihr, Genießer lustiger in Tonform dargebrachter Reimfolgen mit musikalischer Begleitung,  ja schon immer…

 

 Ok., mit Helm wäre das und mir nicht bzw. nichts passiert. Da hat Gevatter Tod, und ich bin mir jetzt sicher, daß er es ist, dem der eingangs zitierte Spruch zuzuschreiben ist, schon recht. Aber dann wäre der Balken jetzt durchbrochen und es schneite bei mir rein! Auch kein schöner Gedanke.

 

 Übrigens: 19 Zentimeter hoch (Soeben höchstpersönlich mit dem Petit-Maß, das aus meiner Journalisten-Zeit übrig geblieben ist, gemessen! – Was nichts anderes bedeutet als: ICH WAR DRAUSSEN!!!!!) türmt sich der Scheiß-Schnee mittlerweile auf meiner Terrasse, die ich dadurch natürlich nicht mehr sehen kann.

 

 Meine Terrasse ist sozusagen weg. Weggeschneit!

 

 Oder sehe ich sie nur nicht mehr, weil der Körper mit Grindbildung beschäftigt ist?

 

 Jetzt macht dieses blöde Rechtschreib-Programm aus Grindbildung Grundbildung! Wo sind wir denn hier? Wäre ich ein solches Rechtschreib-Programm würde ich Tag und Nacht sowie in den Dämmerstunden dazwischen Helm tragen. Zwei Helme! Denn für solcherlei Eingriff in des Dichters Wort gebührt jedem Rechtschreib-Programm eins auf den Deez!

 

 So. Ich bin jetzt ein wenig unsicher. Seit gestern abend trage ich nun, durch Schaden klug (Ok., NOCH klüger!!!) geworden, mangels Helm Kochtopf. Kommt eigentlich aufs Gleiche raus und sieht auch gleich scheiße aus…

 

 Wie kann ich nun aber den Heilungsprozeß im Kopfhaut-Bereich verfolgen? Indem ich hoffe, daß Grind-Reste aus’m Helm rieseln? Rieseln! - Das erinnert mich schon wieder an meine wegge Terrasse!!!

 

 Ich mache es so: Ab übermorgen bete ich! Und zwar dafür, daß die desaströse Folge der Erd-Erwärmung, nämlich deren Abkühlung, endlich aufhören möge.

 

 Erde, du kleine Sau, werde endlich wieder zu dem, wozu dich die Kneipenwirte in der ganzen Welt mühevoll mit einer Runde nach der anderen „aufs Haus“ gemacht hatten: zum blauen Planeten.

 

 Vom weißen Planeten war NIE die Rede. Und auch nicht die SCHREIBE. Schon gar nicht die SINGE!!!

 

 Ich weiß bzw. ich blau, das wird ein Weilchen dauern. Bis dahin habe ich mich ans Kochtopf-Tragen gewöhnt oder eine meiner Jüngerinnen hat mir ein niedliches Designer-Helmchen dargebracht, um im Gegenzug ein klitzekleines Grindstückchen für ihren Götzen-Altar zu erheischen.

 

 Dann aber, ihr, die ihr den Winter genauso liebt wie ich, betrete ich sie wieder, die dann vielleicht erst hellblaue Welt. Schöner denn je. Neu behäutet. Obenrum.

 

Und ich höre euch schon begeistert flüstern: „Wow, sieht der wieder toll aus. Helm ab!“

 

 Den Dingen wie immer auf den Grind gehend, grüßt

 

Jürgen

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