24.November 2008


Schneecken-Post

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 jetzt schneit es auch noch! Als ob die Kälte allein nicht schon genug Elend über die Welt, ergo über mich, bringen würde.

 

 Nee, nun auch noch Schnee!

 

 So, das war mein heutiges Gedicht für euch…

 

 Die Romantiker unter euch werden nun ein, zwei tiefe Fältchen aufs ansonsten glatte Stirnchen beordern, um mir zu demonstrieren, daß Schnee doch was Feines sei.

 

 Und da muß ich ihnen zustimmen: Schnee auf Fotos oder in Filmen – ganz was Feines! Und so weiß!!!

 

 Aber in natura hindert mich der graue Schmodder, der da auf Straßen und Fußwegen rumpappt, am normalen Fortkommen, sprich: am Autofahren.

 

 „Ja, geh’ er doch zu Fuß!“ höre ich die mit den zwei Falten auf der Stirn raunen, während sie an der dritten arbeiten.

 

 Will er aber nicht!

 

 Mein Auto darf nur noch bis Ende nächsten Jahres in Städte wie Berlin, Stuttgart und, wenn’s ganz dumm kommt, Regis-Breitingen einreiten. Dann hat es (und habe damit ich) Innenstadtverbot. Wegen des Feinstaubs! - ´ne Art temperaturresistenter Schnee.

 

 Also muß ich die Kiste noch nutzen, solange ich darf.

 

 Herr R. sitzt dann meist neben mir und leert aus Ein-Mann-Kneipen mit Rauch-Erlaubnis-Zertifikat entwendete randvolle Aschenbecher während der Fahrt via Fenster in die Innenstädte! Fungiert sozusagen als Feinstaub-Verstärker.

 

 Nein, nicht freiwillig. Das wäre eines Ingenieurs, ja eines Diplom-Ingenieurs, unwürdig. Da muß ich schon zu kleinen Erpressungen wie „Wenn du dich weigerst, rede ich zehn Minuten lang nicht mehr mit dir!“ oder „Du darfst mich ansonsten nie wieder fotografieren!“ greifen, damit er schüttet.

 

 Und dann staubt’s richtig fein. Mitten rein in den Scheiß-Schnee. Der dann durchs Schüttgut schütter wird. Er-schütternd.

 

 Wir aber tirilieren dann bei der nächsten Mugge wieder, Ludwig Hirsch zitierend, „…und der Schnee draußen schmilzt“. – Zu Herzen gehend und diese erwärmend. und vor allem: ernst gemeint.

 

 „Aber die Kinder…“ möchten nun die Nachwuchswohlgesonnenen unter euch gar zu gern ausrufen. Ich aber lasse das nicht zu, denn in punkto Schnee bin ich zu keiner Rücksichtnahme bereit. Ich muß auch mal an mich denken!

 

 Das macht sonst nur W.!

 

 Die Frage, warum ich euch heute mit dieser Anti-Schnee-Kaskade belästige, ist gar leicht beantwortet: Weil ich ob des Scheiß-Wetters keine Lust habe, nach draußen zu gehen, und mir drinnen langweilig ist.

 

 W. ingenieurt in der Welt herum, der Rest der Deutschen hofft auf Schnee! Auf weiße Weihnachten oder solch Gebramsel.

 

 Und siehe da: Nun hat der blöde Montag doch noch was Gutes in die Welt gesetzt: das Wort „Gebramsel“.

 

 Das lernen wir nun alle auswendig und vergessen es auch morgen nicht, wenn der heutige Schnee schon der von gestern ist.

 

 Der sächsische Ministerpräsident Tillich, der ja als Sorbe jahrzehntelang auf dem Territorium der DDR zugebracht hat, soll, nach neuesten Erkenntnissen, neu sogar in der DDR g e l e b t haben, was ihm nun natürlich mit Vehemenz vorgeworfen wird. Hätten die Entscheidungsträger DAS eher gewußt, wäre jetzt sich wieder Ole Bienkopp (oder wie der hieß) auf dem Thron im PISA-Triumph-Staat. Mal sehen, wie lange sich Tillich Eulenspiegel noch hält…

 

 Die Welt ist voll Gebramsel! Was’n Schnee!

 

 Schmelzende grüße von

 

Jürgen

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