15.Oktober 2008


Schieß drauf!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 euer aller Liebling, wie ich mich mal synonymisieren möchte, hat sich lange nicht richtig aufgeregt!

 

 Denkt ihr…

 

 Aber er hat, gemeinsam mit einem gewissen gewissenhaften Herrn R., nur ziemlich viel gesungen in den letzten Tagen. Da blieb zum schriftlichen Aufregen kaum Zeit.

 

 Aber: ICH HABE MICH AUFGEREGT!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ICH REGE MICH IMMER NOCH AUF!!!!!!!!!!!!

 

 Die Verblödung der Welt schreitet dermaßen schnell fort, daß aus den Sieben-Meilen-Stiefeln wohl schon Sieben-Werst-Stiefel geworden sein müssen!

 

 Sollte man vielleicht meinen. Ich aber weiß, daß ein Werst, so gewaltig dieses alte russische Längenmaß auch klingen mag, nur schlappen 1066,8 Metern entspricht. Was wiederum 500 Saschen gleichkommt. Beim Russen. Saschen gibt’s…

 

 Da eine Meile aber, wie wir alle wissen, 1609,344 Meter lang ist, sind Sieben-Werst-Stiefel gegenüber den altbekannten Sieben-Meilen-Stiefeln keine wirkliche Steigerung.

 

 Weichen wir auf Sieben-Marathon-Stiefel aus. Genau! – Mit diesen Schuh-Monstern an den Füßen schreitet die Verblödung voran.

 

 Und alle, die diese Verblödung vorantreiben, gehören – geschossen.

 

 Nicht etwa „er“-schossen, nö, geschossen.

 

 Das habe ich aus Kriminalromanen gelernt.

 

 Beispiel? – Bütteschön:

 

 Im eigentlich wirklich geilen und mehr als lesenswerten Krimi „Verdammnis“ von Stieg Larsson (Lesetip: „Verblendung“, „Verdammnis“, Vergebung“ – alle vom nach der Fertigstellung verblichenen gleichen Autor Stieg L.) übersetzte eine gewisse Wibke Kuhn auf Seite 258 unbedarft: „Ein Mann … sieht aus, als wäre er in den Kopf geschossen worden … er rührt sich nicht.“

 

 Wer, hochgeehrte Herrschaften, würde sich denn noch rühren, wenn er jemandem in den Kopf geschossen worden wäre? Das tut dem Geschossenen doch weh!

 

 Und wer möchte eigentlich jemand anderem in den Kopf geschossen werden?

 

 Und vor allem: Paßt der Geschossene überhaupt IN den Kopf des Beschossenen?

 

 Vielleicht aber in den Bauch? Denn Silke legt auf Seite 289 nach: „Zweifellos hätte … Hannes Westberg, der während der Krawalle in Göteborg 2001 in den Bauch geschossen worden war, nicht überlebt, wenn man Jagdmunition verwendet hätte.“

 

 Auch hier bleibt unerwähnt, in wessen Bauch der arme Hannes gefeuert wurde. Aber immer noch besser, man schießt mit Hannes als mit Jagdmunition…

 

 Verlage haben ja auch Lektoren. Scheinbar nicht „HEYNE“. Oder wurden deren Lektoren wehrlosen Bürgern in den Kopf geschossen???

 

 Um es mal richtig besserwisserisch zu formulieren: Gebt dem Dativ eine Chance! Schießt IHM und IHR in Kopf oder Bauch, aber nicht IHN und SIE!

 

 Verbietet menschliche Geschosse! Und schaßt saublöde Übersetzerinnen. Schießt sie ins Hirn! In wessen auch immer. Platz ist da noch in vielen…

 

 Ich aber gebe mir jetzt den Gnadenschuß, lese weiter in dem geilen Buch und hoffe, daß nicht wieder mit Menschen geballert wird.

 

 Euer Ballermann

 

Jürgen

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