6.Oktober 2008


Krisen-Fest

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 natürlich sind auch Herr R. und ich stets und ständig in der Krise. Immerzu!

 

 Nein, nicht etwa in der Finanzkrise, die ringsum tobt, denn „Reichtum“ ist unser zweiter Vorname. Oder doch nur meiner…?

 

 Aber eine Krise hat uns dennoch fest im Griff: die Sinn-Krise.

 

 Hat das alles überhaupt noch Sinn? Das tägliche Aufstehen, das sich Plagen (beim Essen…), das Freundlichsein gegenüber Menschen, denen man am liebsten NIE begegnet wäre, das Kümmern um den Kummer? Dies Gute-Laune-Verkaufen mit Gesang?

 

 Antworten darauf nun der Reihe nach:

 

 Natürlich hat das tägliche Aufstehen KEINEN Sinn, denn abends (Herr R.) bzw. morgens (meine Wenigkeit) klatschen wir das müde Haupt ja doch wieder aufs unaufgeschüttelte Kissen. Liegenbleiben wäre also unbedingt besser und effizienter.

 

 Doch auch hier lugt das große ABER schon um die Ecke, denn ab und an sollte sich ja mal jemand dazulegen und dafür gehört das Kissen schon aufgeschüttelt…

 

 Zum Plagen: Solange es nur beim Essen ist – gern immer mal wieder (ich) bzw. regelmäßig und teilweise noch fünf Minuten vor dem Auftritt (ohne Namens-Nennung… Ha!).

 

 Zur Freundlichkeit: Wie Mann in den Wald hineinruft, so schallt es schon lange nicht mehr heraus. Denn mit dem Wald scheint auch das Echo vor die Hunde bzw. die Wölfe zu gehen. Armes Echo! Trotzdem versuchen W. und ich es immer wieder mit Charme-Offensiven, die zumindest einem von uns, und hier spreche ich mal ausnahmsweise nicht von Herrn R., auch jedesmal gelingen.

 

 Oder auch nicht.

 

 Dann aber tröstet mich W. - Denn dafür bezahle ich ihn ja fürstlich, indem ich ihn an unseren Auftritten teilhaben lasse.

 

 Kümmern um den Kummer? Da könnte unsereins ja gleich im Kümmel verkümmern oder in der Kummerkammer kungeln.

 

 Was geht mich fremder Kummer an? – Viel. Denn Kummer ist mein dritter Vorname (Wieviele habe ich eigentlich noch…?), und Namens-Vettern gegenüber soll man immer Anteilnahme heuch…, äh, zeigen.

 

 Nur die Sorgen W.s lassen mich kalt. Wie Hundeschnauze. Denn ich weiß: Die einzige Sorge eines gewissen Herrn R. ist Herr D.!

 

 Wir beide sollten nach Sorge und Elend ziehen, jene beiden hübschen (Fast-)Kur-Orte im Sachsen-Anhaltinischen.

 

 Und dann machen wir gegenseitig Besuchsreisen. Ins Elend und ins Sorgenzentrum.

  

 Ob das Gute-Laune-Verkaufen-mit-Gesang noch einen Sinn hat, könnt wiederum nur ihr beantworten. WIR jedenfalls brauchen (ohne zu!) einfach das Geld.

 

 Vor allem ich! Denn W. hat ja genug. An mir.

 

 So. Fertig geschrieben. Die Sinnkrise bewältigt, aber dabei immer auf die Finanzkrise geschielt. Mit SOLCHEN Augen! Weinenden…

 

 Da hilft nun nur noch eins: Krisbrei mit Zucker und Zimt!

 

Und schon schmeckt das Leben wieder nach Frühling. Und nach Lust und Liebe! Gut, ein ganz klein wenig auch nach W., aber das kommt daher, daß er immer meinen Löffel mitbenutzt.

 

 Breiige Grüße von

 

Jürgen

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