20.September 2008


Installiertes Pack

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 das Pack lauert überall. Teilweise getarnt als „Service“.

 

 So, als ich heute meinen Pomputer, wohin auch immer, „hoch“-fuhr (gen Himmel?). Denn da pop-up-te es mir entgegen, daß neue Windows-Updates meiner harren. – Ich möge bitte das Fenster weit aufmachen.

 

 Ein Service-Pack, getarnt als Nummer 3, wurde mir offeriert. Ich Depp war sogar bereit, es zu installieren (obwohl meine Installateur-Fähigkeiten jeden Klempner in den Abfluß treiben würden), bekam aber dann den Befehl, erstmal alles, was ich habe (und das ist viel, beispielsweise: Höhenangst) zu sichern, dann alle Programme (außer die ARD???) zu schließen und auf Gott zu vertrauen.

 

 Gut, Letzteres habe ich gerade erfunden. Wäre aber auch als Aufforderung nicht nötig gewesen, denn ich vertraue mir ja. – Ha!

 

 Da ich aber jemandem, der mich auffordert, alles zu sichern, nicht traue, habe ich das Pack vom Acker gejagt. Ich installiere nicht! Scheiß auf den Service!

 

 Und was macht mein Pomputer? – Versucht dankbar, mich zu küssen.

 

 Naja, oder so ähnlich. Ich persönlich kenne diese Ergebenheits-Gesten ja eher von einem gewissen W., wenn er in unserem Programme mal zu Wort bzw. gar, was Gott (Schon wieder ich!) verhindern möge, zu Gesang kommt.

 

 Im neuen Programm sogar solistisch! – Bin ich zu gut, zu nachgiebig, zu umweltfreundlich oder einfach nur zu menschlich?

 

 Hat Herr R. das und die ihm damit zuschwappende Aufmerksamkeit gar verdient???

 

 Ich höre schon euer geheucheltes „Gewiß, hat er wohl!“, doch ich kann Mitleid durchaus von Kunstverstand unterscheiden und spüre dieses unterschwellig mitschwingende „Nein, sing lieber wieder du!!!!!“ wohl.

 

 Dafür hier mal ein dickes „DANKE!“ an euch alle.

 

 Natürlich wird W. auch weiterhin im Programm singen. Nichts wäre leichter, als ihn durch Service-Pack zu ersetzen. Zeitarbeitsfirmen drängen einem das ja regelrecht auf. – Aber ich habe ihn nun schon mal so gut angelernt und eingearbeitet, daß ich vor den Mühen der Veränderungen scheue.

 

 Andererseits sind es im neuen Programm, wie mir hier gerade auffällt, bemerkenswerte viele Soli, die Herr R. bestreitet. Er selbst bestreitet natürlich, daß es ZU viele sind. Und möchte mehr…

 

 Ich aber kenne den Publikumsgeschmack und werde W.s Drang ins Rampenlicht wieder mehr einschränken. Inklusive Zugabe hatte er neulich in unserer Geburtsstadt D. drei Darbietungen mit Singstimme. Ich dagegen kam nur 20mal zu Zuge, ohne mich dem Bahnhof auch nur zu nähern (eine meiner vielen, meinerseits aber aufgrund von angeborener Bescheidenheit nicht weiter aufgebauschten schier unglaublichen Fähigkeiten – fragt ruhig im Gästebuch nach mehr…).

 

 Viele werden nun sagen, daß das ungerecht sei. Und da kann ich nur zustimmen. EIN Titel für W. wäre wohl mehr als genug.

 

 Aber so, wie ich dem Service-Pack auf meinem Pomputer die Grenzen gezeigt habe, werde ich nun auch im echten Leben durchgreifen und mich dabei auf euch berufen. Herrn. R.s Grenzen müssen deutlicher gezogen werden! Weniger bis gar kein Bühnenlicht auf ihn – das wäre meine erste Idee. Und nicht die schlechteste, wie ihr alle wohl gerade nickend bestätigt.

 

 Wozu benötigt W. überhaupt ein Mikrofon?? – Wenn er was zu sagen und – Gott behüte! – gar zu singen hat, kann er sich doch demütig zu dem meinen neigen. Und ich entscheide dann je nach Laune und erfühltem Publikums-Willen, ob er darf oder nicht.

 

 Das ist MEIN Service-Angebot an euch. Und auch an W., denn auch wenn er gar nicht sänge, bekäme er natürlich weiterhin seine volle Gage! – Ja, da bin ich großzügig!

 

 Gut, nicht immer haben ich die 2,50 Euro passend dabei…

 

 Aber, und da muß ich Herrn R. mal loben, in solchen Fällen reagiert er vorbildlich, wiegelt mit den Worten „Mir geht’s doch nicht ums Geld!“ ab und zeigt diese hündische Dankbarkeit im Blick, für die ich ihn … nun ja … - mag.

 

 Und dann installiere ich ihn mit einem weiteren Solo im Programm.

 

 Gut-Menschen-Grüße vom Installateur

 

Jürgen

 PS. Habe gestern Herrn R. mal privat bei einer Geburtstagsfeier getroffen. Und er hat NICHT gesungen! - Eine schöne Feier...

Copyright © 2005-2006 Design by ITS-NETWORK.NET
Sie sind Besucher Nummer: 165009
JW-admin | News-admin