4.September 2008


Hörbst!

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 es septembert gerade ganz schön. Oder, besser gesagt bzw. besser geschrieben, ganz schlümm. Mit „ü“! Mit mindestens einem „ü“. Mündestens!!!

 

 Der meteorologische Herbst, der bunte Sack, hat zugeschlagen, und die Dealer verklickern schon wieder Sonnenstudio-Tickets an Minderjährige. – Eine kaputte Welt.

 

 Und wenn dann auch noch der Satz aller Sätze fällt, nämlich „Der Herbst hat auch schöne Seiten!“, dann fällt derjenige, der diesen mit Blödsinn vollgepackten Satz intoniert, bei mir durch jegliches Raster. Da raster ich glatt aus. Ohne Locken!

 

 Ich, der ich seit drei Jahrzehnten im Zenit meines Schaffens stehe und dabei nie die Hoffnung aufgegeben habe, daß ein gewisser W. mich in diesen sphärischen Höhen mal besuchen käme, kann natürlich bei „Herbst“ nur an Jahreszeiten denken. Der „Herbst des Lebens“, so er mir den je beschieden sei, liegt in weiter Ferne und wird – ich habe da so ´ne Vorahnung – schon wieder ein Frühling. Mein neunter!

 

 Aber der meteorologische Herbst, der sogenannte Hörbst, dieser Blätter- und Gute-Laune-Vernichter, der kann mir gestohlen bleiben. Husch! Weg, du Sackgesicht!!

 

 Herr R. und ich bekämpfen nun ab Samstag mit den hehren Melodeien und unheroischen Texten des „Damen-Wahl“-Programms jene Jahreszeiten-Auswüchse. Heute steht noch ein klitzekleines Pröbchen an, morgen lassen wir alles sacken, und am Samstag geht es dann in unserer Geburtsstadt Delitzsch den Damen an den Kragen sowie an die tiefer liegenden Kleidungsstücke. Schuhe, etc.

 

 Wo wir in der City, die unsere Müttern einst zum Gebären einlud, residieren werden? – Tja, das versteht sich von selbst: im Schloß! Im Schlosse!

 

 Ein Schloß übrigens, das vollkommenst renoviert wurde. Innen wie außen. Bloß daß außen gaaanz oben in einer Fensterreihe vergessen wurde, das rechte Fenster zu malern. Nun guckt es schmutzig und trutzig auf die Ur-Einwohner, Zugezogenen sowie Besucher Delitzschs.

 

 Ein Unding. Und ICH habe es entdeckt! Das wiederum ist ein Ding!

 Übrigens, weil’s sich so schön schrieb, hier nochmal der Genitiv der Röslerschen und Denkewitzschen Geburtsstadt: Delitzschs.

 

 Und nun sprechen wir’s mal alle nach!

 

 Den Knoten aus eurer Zunge löst, neben allen anderen Rätseln dieser Welt, morgen oder aber zeitnah (das döööööfste und dümmmmmmmmmmmmmmmmmmste Wort des Universums!),

euer herbstzeitloser

 

Jürgen

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