25.Mrz 2008


Hase am Kreuz

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 welch’ eine Krux: zu Ostern ein Western im Fernsehen. Da fühlt man sich an die Zeit vor dem Mauerbau gemahnt. Widersprüche werden erinnert (Liebe Bundis von damals: Das ist meine Wiedergutmachung fürs „zu Ostern“…), und vor allem: Der Hunger kommt wieder hoch!

 

 Und was waren wir anno dunnemals hungrig! Nach Leben!

 

 Ok., die Zwiebel- und Kartoffelbrei-Freunde auch nach Leber, aber das ist ein anderes, nämlich ein Feinschmecker-Kapitel.

 

 Und nach Liebe! Durch die Enge im eingemauerten Osten gab es ja gaaaanz viel Nächstenliebe, denn eigentlich jeder war der Nächste. Will heißen: Die Auswahl war beschränkt. Dann aber, nachdem Herr R. die Mauer zu Fall gebracht hatte (Oder war es nicht doch Gunther Emmerlich…?), standen uns ja alle Türen und Frauen offen. Uns Toren!

 

 JETZT war (und ist) alles eine reine Geschmacksfrage!

 

 Leider bewiesen und beweisen die meisten nun durchaus erreichbaren weiblichen Wesen viel zu viel Geschmack bzw. waren und sind einfach zu blöd für uns. Alles Ansichtssache.

 

 Im Western hätte Mann da kurzen Prozeß gemacht. Ohne Prozeß. Nur mit der Wumme. Aus wär’s gewesen mit dem eingebildeten Woman.

 

 Wir ost-sozialisierten Männer aber, die durchaus mal die Oster-Männer genannt werden sollten, waren im tiefsten unserer Seele lammfromm. Ja, manche grasen sogar heute noch. Erst gestern war ich mit W. im Heu!

 

 „Na heu!“ werden da einige von euch erstaunt ausrufen, doch da würde Herr R., als alter Militär-Matrose (siehe „Das Leben  des ganz anderen – ein Dasein im Rösselsprung“, genannt auch die überflüssigste Biographie der Welt, ausgenommen der eines gewissen gewissenlosen Herrn D.) korrigierend eingreifen, denn auch in der DDR bekamen wir „Ahoi!“ gelehrt.

 

 Der bayerische Bauer macht sowas sogar auf der Wies’n: a Heu. – Sozusagen ein West-Bauer im Sog pseudosozialistischer Seemanns-Grüße. Oder Sämanns-Grüße? Da wird doch der Sensenmann in der Pfanne verrückt!

 

 Die Pfanne aber gehört nicht verrückt. Sie muß zurück auf ihren angestammten Platz. Gleich neben dem Kuchen. Denn wie heißt es so schön in der Oster-Legende: Pfanne, Kuchen, Schere, Licht…

 

 Und damit spielte Gevatter Hase, von dem man uns ja im 17-Millionen-Stadl noch beibrachte, daß er irgendwann von (West-)Jägern ans Kreuz genagelt worden wäre (eine längst als Lüge enttarnte Mär…), auf mein riesiges Reservoir an Kopfhaut an. Denn hier bedingen sich Schere und licht. Das Schneid- als Licht-Werkzeug. Haarakiri als Lichter-Moment.

 

 Ihr merkt schon, daß Ostern mir persönlich ein Fest vor dem Herrn war. Vor Herrn R. übrigens, denn jener ließ sich, als Lamm verkleidet (also wie immer angezogen), aber den Wolf gebend, am Oster-Montag nicht nur bei mir blicken, sondern bestand darauf, fast fünf Stunden mit mir neues Liedgut zu üben.

 

 Und Übung macht ja bekanntlich den Meister. Lampe.

 

 Lampe bzw. Licht aus.

 

 Daß am 1.Mai Männertag ist, interessiert, außer den Männern, keine weitere Sau. Also auch nicht

 

Jürgen

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