10.Mrz 2008


Dostoprimetschatjelnostis Ehrentag

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ist es nicht ungerecht? Daß an solch einem Tag auch noch die Sonne scheint? Was heißt scheint? Sie ballert regelrecht. Als ob Gott gute Laune hätte… - Dabei bin ich noch nicht mal richtig wach!

 

 Und trotzdem juchzet die Welt, die doofe eiernde Kuller, frohgemut, ja tiriliert regelrecht, und mir scheint gar, daß beglückende Töne mehrerer Schalmeien-Kapellen, die Heerscharen von Jüngern durchs Städtele geleiten, von fern in meine Ohrmuscheln gleiten.

 

 Was für ein Bohei! Und vor allem: Für wen? Und noch vor allemner: Warum?

 

 ER hat Geburtstag. ER, Herr R.! Und nicht irgendein banales Wiegenfest ist es, das die Welt den Atem anhalten läßt, nein, ein rundes Gebürtstagsleinchen. Yep!

 

 Ach, was zermartert ihr euch nun ummesunst die drei bis vier noch intakten Ganglien unter der Vokuhila-Frisur – ihr kömmet NIE darauf. Denn es ist nicht der von euch favorisierte 20.Ehrentag, den Waldemar heute begeht. Nahein!

 

 Und ihr, die ihr, ausgehend von seiner Eleganz beim Gesellschaftstanz (eines seiner vielen, vielen Hobbys), auf „30“ tipptet – auch ihr fehltet!

 

 Ich selbst war ja auf „10“ geeicht, denn ich beurteile Menschen stets danach, wie sie sich mir gegenüber verhalten. Und ich kenne keinen Kindischeren als Herrn R.! Gut außer mir. Aber ich bin ja auch erst neun…

 

 Doch, ach!, auch die „10“ ist nicht die Jubiläumszahl.

 

 Verwirrte ich euch? Machte ich gar Ratlosigkeit eure Minen befallend? Gemach!

 

 Denn die vereinzelten „70! 70!“-Rufe aus der Ecke der Hämer und Gnatzer – lasset sie uns ignorieren an diesem Tag aller Tage. Obwohl – wenn ich gaaanz genau hingucke… - Ha! Ein kleiner Jux.

 

 Was bleibet dann noch? – Ach, diese eure verzweifelte Frage kann ich gut verstehen, denn es ist durchaus unbegreiflich, wie Alter und Lebenslust sowie -fähigkeit differieren können!

 

 40?? 60????

 

 Oh, das war knapp! Und, mal ehrlich, sooo genau weiß er das sicher selber nicht. Denn gar heute, am Tag, an welchem die Sonne „Waldemar“ geheißen werden möchte, ingenieurt er durch deutsche Lande. Wie ein Berserker! Nur eins im Sinn: Verkaufen!!!

 

 Wenn seine Firma wüßte, was sie an ihm hat, würde sie MICH einstellen. – Um IHN auf Firmenveranstaltungen zu lobpreisen. Singend! Chantierend!! Choralierend!!! Ausdruckstanzend!!!!

 

 Denn Worte gibt es eigentlich nicht genug und vor allem keine treffend liebreizenden, die IHN würdig genug beschreiben könnten. Nur das Russische, die Sprache der Bären, hat da eine Vokabel, die paßt: Dostoprimetschajelnosti.

 

 Und eben diese Dostoprimetschatjelnosti wird heute, von allen, wie es sich für eine Sehenswürdigkeit gehört, bewundert und angehimmelt, 50 Jahre alt. Der Sack.

 

 In dem Alter war James Dean schon 26 Jahre tot!!! Und dabei fährt Herr R. ebenso rasant wie einst Jamie, sieht halt nur NOCH besser aus… - Unglaublich, was sich Mutter Natur, in diesem Fall Mutter und Vater R., da geleistet hat (haben).

 

 Ich persönlich kenne den Edlen noch aus einer Zeit, da er nicht mal Bruchrechnen beherrschte. Nur plus und minus. Ja, so war’s in der zweiten Klasse. In der DDR. Heutzutage bedeutet zweite Klasse, daß man in jenem Schuljahr, was für Etliche dann ja bereits das dritte ist, die zweite Zahl lernt…

 

 Nun ja, die Diktatur nahm uns hart ran. Aber wir haben überlebt. Gemeinsam. Und dafür, daß wir sogar in pseudosozialistischen Zeiten eigentlich immer nur gelacht und fast nie gekämpft haben, möchten wir uns durchaus mal entschuldigen. Andererseits haben wir dadurch diesen unglaublich jugendlichen Teint…

 

 Lasset ihn uns also ausrufen, den Spruch aller Sprüche, die Grußformel aller Grußformeln, die Lobpreisung der Lobpreisungen, den Jambus aller Jamben:

 

 „Wir gratulieren!“

 

 Und morgen geht’s hier endlich wieder um

 

Jürgen

 PS. Glückwünsche bitte ins Gästebuch. Jetzt!!!!

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