6.Mrz 2008


Untot

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 neue Feindbilder müssen her! Jetzt, wo der Ivan nicht mehr kommen kann. Denn er ist tot, der Ivan. Und trotzdem: „Es steht ein Soldat am Wolgastrand…“ – So singt uns der dahingeschiedene Rußlanddeutsche ungeachtet seines Ablebens beim Klick auf www.ivan-rebroff.de friedensliebend an. Jaaaa, er lebt noch. Zumindest im Netz. Ivan, ein kleiner Günther… Ein Netzer…

 

 Werden Herr R. und ich, wenn wir dereinst das Zeitliche gesegnet haben und vorher bestimmt von vielen, vielen und noch vieleren selbst gesegnet wurden, auch auf www.melankomiker.de weiterleben? Muß ich mich gar aus dem Paradies immer noch mit „Jürgens himmlischer Welt“ an euch wenden?

 Gut, um brutalstmöglich ehrlich zu sein: Wenn ich verscheide, seid ihr, meine Lieben, schon längst von hinnen, denn ich habe ja vor, mindestens 150 Jahre alt zu werden. Das bedeutet weitere 120 Jahre Frohsinn und Schaffenskraft. Aber vielleicht tun es dann eure Enkel dem hier bereits mehrfach erwähnten W. nach und genießen meine wegweisenden Worte. Apropos W. – gibt es in der Hölle überhaupt Internet???

 

 Ha! Ein brutalstmöglicher Scherz! Denn schon durch die Tatsache, daß die „MelanKomiker“ natürlich in ein Massengrab gebettet werden, schnippst Herr R. automatisch mit in den Himmel. Und auch ihm seien ja durchaus noch ein paar erfüllte Jahre gegönnt.

Gut. Auch 120.

 

 Manchmal bin ich wirklich eine herzensgute Seele.

 

 Doch sollten W. und ich wirklich einmal verbleichen, dann wäre es unangebracht, dies Dahinscheiden in den Gazetten dieser Welt („BLÖD“, „St. Pauli Nachrichten“, „Men’s Health“, IHK-Newsletter) unter „Verschiedenes“ zu vermelden.

 

 Schöner fände ich schon die Überschrift „Putt! Alle beide!“ – Darf man sich sowas wünschen?

 

 Ihr selbst harrtet dann natürlich unserer schon lange, lange, lange im Himmel, habt Karten für das erste Konzert „MelanKomiker auf Wolke 7“ gebunkert und fragt euch, wie W. mit Flügeln wohl aussieht. Ich war ja sowieso immer euer Engelchen. Los! Gebt es zu!!

 

 Herr R. harft dann bestimmt dermaßen einen los, daß die schöne Tradition, jenes Instrument an Neu-Ankömmlinge zu verteilen, von Gott in Zweifel gezogen wird. Aber mal ehrlich: Warum sollte ich zweifeln?

 

 W. – mein Harfenarbeiter! Nein, nicht etwa meine Harfen-Nutte. Soweit lasse ich es nicht kommen. Da sei Gott vor!

 

 „Was hat er nur heute mit dem Abnippeln, unser aller Liebling?“ werdet ihr euch vielleicht fragen. Aber es ist wirklich nur der Ivan, der mich auf diesen Gedanken gebracht hat. Und sein Weiterleben im www.

 

 Darum hier meine Bitte: Sollte es uns mal erwischen, schaltet uns nicht ab. Aber verkündet es wenigstens. In Lettern! Notfalls auch in Lettland!

 

 Ivan, der Schreckliche, russkijasuikt nun wahrscheinlich für immerdar auf seiner Homepage. Seine Fans werden sich irgendwann wundern, daß er gar nicht mehr altert (Diese Verwunderung wird mir übrigens seit Jahrzehnten entgegengebracht – leider nicht von W.!), aber dies ist ja seit ein paar Tagen wirklich nicht mehr der Fall.

 

 Leb’ wohl, Ivanuschka! Wsewo choroschewo, wo auch immer du jetzt bist. Deine Lieder leben weiter. Leider.

 

 Euer Lebens-Geist

 

Jürgen

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