17.Dezember 2007


Spendabel

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 wie wir aus den Gazetten in der Vorweihnachtszeit erfuhren, wurde und wird wieder immens viel gespendet und nur noch etwa ein Drittel der Überhaupt-noch-Nachrichten-im-Fernsehen-Gucker versteht die „Tagesschau“.

 

 Gibt es da etwa einen Zusammenhang?

 

 Nun, ich will’s mal so sagen: Daß nur noch ein Drittel unseres überaus klugen Volkes die Fernsehnachrichten kapiert, finde ich durchaus passend. Denn ich wiederum verstehe nur noch höchstens ein Drittel der hier angesiedelten Frauen und Männer. Und dabei noch ein, zwei Männer mehr als Frauen… Wobei ich manchmal Herrn R. GAR NICHT verstehe! Weil er ob einer rätselhaften Heiserkeit so flüstert. Selbst beim Singen! Ein Sangesflüsterer!

 

 Was aber, so fragt ihr, liebe Vertreter des „einen Drittels“, euch nun, möchte der In-diesem-Moment-in-die-Tastatur-Tipper uns mit dem bislang Geschrobenen sagen? Wie immer: Nüscht!

 

 Nur, daß es zu viele Deppen auf der Welt gibt und daß diese sich dann auch noch gnadenlos abzocken lassen. – Weil sie die Nachrichten nicht verstehen! Denn in selbigen werden sie doch andauernd gezeigt und enttarnt: die bösen Menschen. Und derer gibt es viele. Nicht wenige von ihnen sieht man dann aber in der Vorweihnachtszeit im TV, wenn sie ihr auf mitleidheischend getackertes Face in die Kamera halten und Otto Normalverdiener um eine kleine Spende angehen.

 

 Und Otto spendet. Nicht nur Humor und Motor. Nö, auch Knete. Die dann, zumindest in hohem Prozentsatz, in irgendwelchen Organisationen versandet und dort vor allem fürs Management draufgeht. Zusammen mit der Moral.

 

 Und wie stolz diese Geld-Eintreiber dann ihre blöden Grinsefressen zusammen mit siebenstelligen Schecks im Zweimalviermeterformat präsentieren… Igitt!

 

 Da möchte man ab und an Blut spenden! Also einfach mal kurz aufs Botox-Pausbäckchen knocken. – Macht „man“ aber nicht, denn „man“ möchte nicht in die Nachrichten. Schon um nicht nicht verstanden zu werden.

 

 Ein Teufelskreis!

 

 Wer nun hier einen durchaus verständlichen Spenden-Aufruf für Herrn Rösler und mich erwartet, liegt natürlich meilenweit daneben. Denn: Warum für Herrn Rösler spenden? Er ist mit mir mehr als reich gesegnet. Und er selbst hat mir das viele, viele Male unter Tränen bestätigt. Schon allein, um wieder Luft und meine würgenden Hände von seinem Hals zu bekommen…

 

 Bliebe ja als Spenden-Opfer nur noch ich. Doch ich übe. Und zwar nicht etwa, was mir viele anraten, Gitarrenspiel und Gesang, sondern Verzicht.

 

 Haltet ein und behaltet, ihr die MelanKomiker-Seite-Besuchenden. Für mein täglich Brötchen und ´nen Krug Kakao-Milch reicht’s bei mir allemal. Schon dank meiner fürsorglichen Eltern. Und des Rentenvertrages, den W. so selbstlos für mich finanziert… (Ihr glaubt gar nicht, wie der sich damals angestellt hat, ehe er – eine Walther P 6 an der Schläfe – endlich unterschrieb!)

 

 Sagen wir’s mal so: Die Tagesschau-Nichtversteher spenden schon genug – immer mittenrein ins Nirvana. Wir aber, wir Wissenden, die wir vielleicht in Wahrheit die wirklich Unwissenden sind (Wer weiß das schon?), geben nur noch persönlich. Selbst ich mit meinen fast drei Dioptrien und Herrn Rösler, also zwiefach behindert, glaube noch zu erkennen, wann wo Hilfe not tut. Und in dieses Horn tute ich dann gern.

 

 Tutet es mir einfach nach. Und freut euch mit mir, daß diese Meinung nie in der Tagesschau postuliert (also mit Mindestlohn versehen, was ja wiederum ein Versehen voraussetzt…) wird.

 

 Prost Weihnachten! Euer Prostillion

 

Jürgen

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