24.November 2007


Wenn Gerda und Kai schmelzen…

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 lohnt es sich heutzutage überhaupt noch, sich zu binden? Eigentlich nicht, denn die ersten drei Plätze auf der Rangliste der Traumpaare des Universums sind ja ein für allemal vergeben an Nastenka und Iwanuschka (Gold), Gerda und Kai (Silber) sowie Schnattchen und Pitti (Kobold). Selbst Eva und Adam hatten da keine Chance mehr, auf die Medaillenränge vorzustoßen. Vergnatzt mümmeln sie seitdem irgendwo zwischen Rang zehn und 100 an ihrem Apfelsaft.

 

 Nun bin ich schon so selbstbewußt, mir, mit wem auch immer gepaart, einen Platz unter den ersten Zehn zuzutrauen. Sooooo häßliche Frauen kann es gar nicht geben. – Ich weiß: Ein Brüller…

 

 Aber was dann: An die Medaillen ist kein Rankommen mehr, und Mann dümpelt ohne Aussicht auf Beförderung zwischen Rang vier und zehn hin und her. Eine kleine Hoffnung böte die versprochene, aber (leider) immer und immer wieder verschobene Erd-Erwärmung, denn diese würde die ganze Geschichte von Gerda und Kai ad absurdum führen. Silber lockte!

 

 Schon aber meldet sich ein gewisser Herr R. aus dem Hintergrund, verweist auf seine auch von mir besuchte SILBER-Hochzeit und meldet ungeniert Ansprüche an. Samt Gattin G., die ja eigentlich Gattin A. ist. – Da fängt doch die Disqualifikation schon an, wenn sich der Vorname nicht mal eindeutig abkürzen läßt. Fazit: Die Beiden sind leider raus dem Rennen.

 

 Könnte nicht einfach ich selbst nebst meiner besseren Hälfte antreten? Da ich durchaus schizzo veranlagt bin, genügte bei der Hotel-Reservierung für die Preisverleihungs-Gala auch ein Einzelzimmer. Was das dem Staat wieder spart. Oder dem Stadl?

 

 Aber dann kommt doch noch diese nervenaufreibende Sache, daß man ja nur NOMINIERT ist. Drei Pärchen, also fünf Leute, sitzen, vor Hoffnung bibbernd, neben der personifizierten Sülze namens Kerner und hoffen auf ein Vorrücken gen Platz zwei. Aber erst mal müssen ja die Polen schmelzen. Obwohl, die Hälfte deren Traumpärchens ist ja auch schon verflossen.

 

 Wie ich’s auch drehe und wende: Es ist eine riskante Sache. Werde ich Silber-Traumpärchen? Oder müßte ich doch noch eine weibliche Kraft akquirieren, um mit ihr Ruhm, Rum, Beet und Bett zu teilen? Wie soll ich mich überhaupt binden? Nicht mal ´nen Binder habe ich!

 

 Obwohl heutzutage ja selbst Frauen manchmal Schlipse tragen bzw. sich nicht scheuen würden, einen solchen mit in die Ehe zu bringen. Als Mitgift! Betont auf der zweiten Silbe. Und dann wird die Schlinge zugezogen.

 

 Wer sich dieser Schlinge entzieht, den stempeln die Weiber dann gleich als Schlingel ab. Doch diesen Stempel trage ich gern. Sozusagen ein Schlingel-Tatoo.

 

 Übrigens: Wenn’s beim Tätowierer brennt – bitte genau hinhören! Denn in solchen Fällen kommt die Feuerwehr doch tatsächlich mit Tatootata! – Mußte einfach sein…

 

 Sich binden endet ja übrigens oft mit einer Entbindung oder der flapsigen Bemerkung „Binden mal weg…“. Noch’n Grund, sich allein für die bald frei werdenden Gerda/Kai-Plätze zu bewerben.

 

 Immer vorausgesetzt, daß diese Erd-Erwärmung endlich kommt. Gestern abend beispielsweise war mir scheiß-kalt. Passendes Wetter zum Grünen-Parteitag. Da sehe ich Roth und verfluche das Lied „Claudia“ auf unserer neuen CD. DIESE Claudia gehört mit all ihren Schals festgebunden. Und das „Bitte nicht füttern!“-Schild hänge ich ihr eigenhändig um. Wenn eine für mehr (soziale?) Kälte eintretende Partei sich sowas an ihrer Spitze leisten kann, klappt es mit der Erd-Erwärmung ganz bestimmt doch noch. Kuschelige fünfzehn Grad mehr im Winter sowie zwei bis drei im Sommer. Irmgard Düren hilf!

 

 Huch. Das wäre ´ne Frau für mich (gewesen?)! Irmchen, die zu meiner Kinderzeit im DDR-Fernsehen die verbalen Schlaftabletten zwischen den einzelnen Beiträgen der „Wünsch dir was!“-Sendung verteilte. – Schade. Beim Googeln kam gerade heraus, daß ich drei Jahre zu spät komme. Die besten Weiber sind immer schon weg. Hier leider im absoluten Wortsinn. Vielleicht hat sie sich’s ja so gewünscht.

 

 Ich glaub’, ich binde mich… bzw. mir erstmal die Schuhe. Übrigens auch (fast) immer Pärchen. Und hierbei fungieren Senkel als Bindemittel. Stricke sozusagen. Wer sich bindet, verstrickt sich! Oder nimmt sich selbigen. Obwohl: Geben ist seliger, denn Nehmen.

 Geben-edeit sei dieser Gedanke!

 

 So. Jetzt habe ich erstmal nachgeschlagen. Im Fußball gäbe es für sowas die Rote Karte. Ich aber schlog nur in meinem Ausweis nach, ließ meine Augen dort mein Geburtsdatum erheischen und muß nun erstmal nachrechnen, ob man soooo jung, wie ich noch bin, überhaupt schon Lebenspartnerschaften eingehen darf. Vielleicht sollte ich erstmal üben. Mit jemandem, der genau so unerfahren ist wie ich. Am besten in irgendeinem billigen Hotelzimmer in der Türkei.

 

 Da sabbert die geile Volks-Seele und möchte mehr Details. Auch ich finde, daß das Wort „Spermaflecke“ viel zu wenig in den Nachrichten auftaucht. Manch Zweit-Klässler kann das nicht mal richtig schreiben! Also „Sperma“ schon. Aber „Flegge“…?

 

 Wenn aber das Volk sabbert, habe ich doch noch einen zum Binden: einen Latz. Ja, ich trage gern Latz! Finde sowieso, daß der Latz als solcher unterbewertet ist. Ganzkörper-Latz – das allein hilft heutzutage noch. DEN binde ich mir jetzt. Mit nüscht drunter. Wegen der Flegge.

 

 Und dann gucke ich latziv, wenn die Jury nach dem Abschmelzen von Gerda und Kai Platz zwei der Traumpaare neu vergibt. An Jürgen und ihm seinen Latz. – Ich werde ihn James nennen.

 

 Latzt mal gut sein für heute, meint

 

Jürgen

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