24.Oktober 2007


Hosenlose Frechheit

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 das ist (vielleicht) meine letzte Wortmeldung an dieser Stelle, denn vielleicht finde ich schon bald meinen Pomputer nicht mehr…

 

 Die Dinge lösen sich auf. Ja, sie verschwinden einfach! Und ich fühle mich dadurch verantwortlich fürs immer wieder aufs Neue Entfachen der Brände in Kalifornien.  Denn ich mache unglaublich Wind. Durch ewiges und ununterbrochenes Kopfschütteln.

 

 Der Fakt: Meine neue Hose ist weg.

 

 Nun bin ich ja wohl einer der Wenigen über 30jährigen Kerle in Europa, Deutschland, ja in ganz Leipzig, die sich durchaus auch im Slip bzw. (gegen reichliches Entgelt) bar jenes sehen lassen können. Doch darum geht es ja hier gar nicht. Denn ich hatte immer eine Hose an. Nur kam dabei eine weg.

 

 Verstehe das, wer will. Aber: Wer will schon?

 

 Da habe ich mir vor 14 Tagen über so ´nen Internet-Einzelhändler ´ne neue Diesel-Jeans kommen lassen, da die hiesigen Beinkleid-Verkaufsstellen die Hüftumfang-Größe 30 nicht führen und auch nicht zu führen beabsichtigen. Für Korpulente dagegen wird einiges feilgeboten.

 

 Also käufte ich übers www.

 

 Jeans kam, sah und paßte. Fein. – Ein glücklicher, ja ein etwas koketter Jürgen, denn aus dem vereinzelten Nachpfeifen der Girlies meines Stadtteils wurde, wenn ich nun flanierte, ein Pfeif-Konzert, das schon beinahe ein gleichnamiges Fieber auszulösen imstande zu sein schien. Irgendwie spielten da die Drüsen bei den Mädels verrückt.

 

 Nur zu verständlich!

 

 Dann aber kam er: der graue Samstag. Der Samstag des Grauens! Nachdem ich noch bei unserem Freitag-Abend-Gastspiel in Wanzleben Herrn R. nicht nur akustisch, sondern auch in punkto Garderobe ausgestochen hatte (Bald kommt sie wieder, die duftende Plätzchen-Zeit!), wollte ich am Sonnabend im Schloß Hornow wiederum mit einem Beinkleid vom Feinsten brillieren. „Was ’n Konzert, was ’ne Hose!“ sollten die einzelnen Publikums-Mitglieder noch Jahre im Nachhinein ungläubig flüstern. Und ihren Enkeln davon erzählen.

 

 Doch es blieb beim „Was ’n Konzert!“

 

 Denn als ich, der ich 13 Uhr in Sportkleidung für zwei Stunden zum Squash-Center huschte, dort um 15 Uhr nach der überaus gründlichen Duschung des 30er Körpers das Dieselchen überstreifen wollte, stellte ich verblüfft fest, daß ich die alte und eigentlich schon ausrangierte Hose gleichen Fabrikats eingepackt hatte.

 

 Und schon fing das Kopfschütteln an.

 

 Ich schüttele aber jetzt immer noch, denn als ich Sonntagmorgen um halb fünf wieder im Künstler-Beheimatungs-Objekt, also in meiner Wohnung, aufschlug, mußte ich irritiert feststellen, daß dort, wo die NEUE Hose eigentlich liegen müßte, keine lag.

 

 Und bislang hat sie sich auch nicht wieder dort hingelegt. Seit vier Tagen ist diese verdammte Hose vermißt!

 

 Und ich habe ALLE Schränke, Taschen, Bücherregale usw. im Wohnobjekt durchsucht. Unter und über allen Betten und Couchen nachgesehen. Das Mistding ist unauffindbar.

 

 Sowas macht mich nicht etwa irre, denn was man ist, kann man ja nicht mehr werden, aber irrer.

 

 Also: Solltet ihr irgendwo eine herrenlose Diesel-Jeans Größe 30/32, einmal getragen, rumliegen sehen: Informiert mich. Ich werde euch meine Dankbarkeit mit „Hosianna!“-Rufen entgegenschleudern.

 Und: Nein, das hat nix mit meinem Alter zu tun. Höchsten mit meinem Umfang. Wäre ich fetter, wären auch meine Hosen größer. Und ich könnte sie besser sehen…

 

 Die frechste Bemerkung zu diesem Thema kam übrigens von einem gewissen(losen) W.: „Vielleicht ist sie einfach weggegangen, die Hose. Zwei Beine hat sie ja!“

 

 Eine hosenlose Frechheit!

 

 Barbeinige Verzweiflungsgrüße von

 

Jürgen

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