11.Oktober 2007


Sehr, sehr nobel

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 alles trennt sich! Bärbel von Bernd, Paula von Paul, Luzie von Luzifer, Ricci von Rocco, die Slowakei von Tschechien, ich mich – von meiner Zahnbürste. Die Welt: ein Scheiden.

 

 Warum aber trennt sich unser durchaus hygienisch engagierter Verfasser dieser Zeilen, der heute gaaaanz nebenbei Radio hört, um vielleicht gegen Mittag SEINEN Namen zu erlauschen, wenn denn der neue Literatur-Nobel-Preis-Träger verkündet wird…, von seinem Hygiene-Artikel? – Weil er sich ja selbst neue Artikel schreiben kann! – Ein Waaaahnsins-Brüller!!! Ha!!!!!!! Gib ihm!!!!!!!! Uuuuuuunglaublich, dieser Humorbolzen!!!!!!!! Wir lieben ihn.

 

 So. Ich raste langsam wieder zu, nachdem ich kurzzeitig entgegengesetzt rastete, nämlich aus. War aber auch seit langem mal ´ne Pointe der Superklasse. Nix mit Kalauer. Nee, einfach nur supi, wie’s in Intellektuellen-Kreisen wohl formuliert würde.

 

 „Keine Zahnbürste mehr, aber auf den Nobel-Preis schielen!“ höre ich die Kritikaster unter euch schon maulen. Vor allem die Schwaben. Diese Maul-Taschen. Doch ich muß euch positiv enttäuschen (Ja, das kann ich auch!), denn: Ich schiele nicht. Und Zahnbürsten habe ich en masse (Ihr kennt ja alle den immer und immer wieder prä-koital geäußerten Satz: „Sex? Kein Problem, aber nur, wenn du ´ne frische Zahnbürste im Haus hast…“). Selbstredend, aber eben nicht mehr selbstdrehend.

 

 Das elektrische Gerät als Solches ist mir sowieso ein Rätsel. Woher weiß es, daß es Strom gibt, hä? ´s war doch nie in der Schule. Hatte nie Physik! Aber frech auf Volt und Watt hoffen. Und darauf bestehen!

 

 Ich als Besteher-Versteher biete dem Zahnstein-Rotor nun beides: Watt und Volt. Doch statt durchzudrehen, drehte es mir bereits gestern abend, also heute morgen gegen 2, eine Nase. Dabei hatte ich schon eine. Was soll ich mit zwei Nasen??? Oder gar mit drei, denn heute morgen, also gegen 10, drehte sich das Bürsten-Mohig, denn die Rszlig;verstanden haben, dann bin nat/strongnster immer noch nicht, wiederum aber mir eine. Dafür drehte ich! Durch!

 

 Wäre ich im Besitz eines Rades, hätte ich auch noch an diesem gedreht!

 

 Nach einer Stunde des Grübelns und der wildesten Verschwörungs-Theorien („Verstehen Sie Spaß?“, die Mafia, einfach Pech, Sabotage, „Nicht alles, was die kleinen Kinder-Hände in Nordkorea so filigran zusammenbasteln, entspricht unseren westliche Qualitätsansprüchen – schämt euch, Kinder!“) war mir klar: putt. Die Bürste ist putt. Von Hand putze sie zwar noch wie ´ne Eins. Aber wer weiß, wie ´ne Eins putzt, kann darauf gern verzichten.

 

 Wenn ich in ca. zwanzig Minuten erfahre, daß 1,1 Millionen Euro auf mein Konto klimpern, sieht die Sache natürlich schon ganz anders aus. Vorsorglich habe ich gestern erstmal Platz auf dem Konto gemacht, damit das viele Geld auch draufpaßt. Die bislang dort lagernde Million habe ich jetzt zuhause versteckt. Wo? – Sag’ ich nicht! Bin ja nicht blöde! Das Wort „Kleiderschrank“ kommt mir nicht über meine Lippen…

 

 Noch fünfzehn Minuten bis zum Anruf durchs Nobel-Komitee. Und ich mit un-elektrisch geputzten Zähnen. Wenn’s man nicht DARAN scheitert. Das könnte ich der Firma BRAUN nie verzeihen.

 

 „Kauft er sich nun ´ne Neue oder nicht?“ höre ich euch nun in den Pomputer-Bildschirm hineinschreien. „Spann uns nicht auf die Folter, du Sack!“ – Aber hallo, das Wort „Folter“ möchte ich niemals auf der Melankomiker-Website lesen. Es sei denn, es steht explizit in Verbindung mit den Versalien W.R.!

 

 Da kommt mir ein Ideechen. Hui, schon das zweite in diesem Jahr. Lohnt sich das viele Kaffee-Trinken also doch. Idee-Kaffee…

 

 Und hier nun die Idee: Ich lease mir ´ne neue Strom-Bürste und bürste damit gegen den Strom. Und bei wem lease ich: beim Stromer Waldemar! Bei dem dreht sich doch sowieso alles um mich. Warum nicht auch seine Zahnbürste?

 

 Eklig? Nö. Wer in seinem Leben so viele Zungenküsse (bis tiiiiiief in den Rachen) und Plomben getauscht hat, kann auch mit EINER Bürste zusammen alt werden. Und sauber bleiben. Und wenn Herr Rösler gegen die gemeinsame Benutzung seines Bürstchens ist, steht es IHM selbstverständlich frei, sich ´ne neue zu kaufen. Mein Preis-Geld bleibt unangetastet.

 

 Fein! – Wieder ein Problem weniger. Mundwasser kann, gottseidank, nicht kaputtgehen. Und warum: Weil ich kein Mundwasser mehr kaufe! Ist doch bloß so’n blöder Marketing-Trick. Wer klug ist wie ich, der weiß natürlich, daß Speichel ein Synonym für Mundwasser ist. Und Speichel habe ich selber. Sollte der mal, unerwarteterweise, knapp werden, klau ich mir einfach ein, zwei Speicheln aus den Fahrrädern meiner Mitbürger…

 

 Das ist aber heute nicht nötig, denn vor Vorfreude auf den Anruf (noch fünf Minuten!) läuft mir bereits das Wasser im Munde zusammen. Jetzt könnte ich Mundwasser SPENDEN!!!! – Warum kommt in solchen Momenten keiner mit ´ner Sammelbüchse vorbei? Vom Kinder-Hilfswerk. Aus Nordkorea…

 

 Da! – Es klingelt! Es schellt! Es vibriert!!!! Die noblen Nobelianer rufen an. Ein Ferngespräch! Aus Norwegen!!!! Aus dem Eis! Gerda!!!!!!!

 

  Hört ab jetzt Nachrichten, Freunde! Schneidet morgen mein Bild aus der Zeitung aus. Schneidet aber bitte nicht mich. Trotz meiner durchaus verdienten Ruhmes.

 

 Mein Gott, was ziehe ich bloß zur Verleihung an…?

  

Putzige Grüße von

 

PT (Preisträger) Jürgen

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