24.September 2007


Blas-phemie

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 ich bin wirklich gerührt! Ehrlich. Und nicht etwa eines Rührkuchens wegen, sondern einer Torte. Und warmer Worte. Und Töne! Haste Töne?

 

 Wenn man selbst so langsam an-greist, freut man sich natürlich, nochmal „10“ zu werden. Da dies Jubiläumchen zusammen mit dem hier mal mit vollem Namen zu erwähnenden Diplom-Ingenieur für Maschinenbau sowie dreifachem Vater und einfachem Großvater (aktueller Stand) Waldemar Rösler, geb. Rösler, zu begehen war, wurde ein jeder von uns ja eigentlich erst fünf! Aber gefühlte 500…

 

 Und dann hagelte es bei unserem Jubiläums-Konzert in unserer Geburtsstadt Delitzsch (Nach Bad Karlshafen schreit dort ein weiteres „Goldenes Buch der Stadt“ geradezu nach einem Eintrag… Ha!). Und zwar Glückwünsche, einen BH aus der Zeltabteilung sowie einen Spitzen-Spitzen-Slip. Dazu den mir durchaus unverständlichen gierigen Schrei einer hier nicht namentlich erwähnt sein wollenden Dame: „Waldi, ich will ein Kind von dir!“

 

 Obwohl mich dieser Wunsch zutiefst irritierte, war ich noch zur Antwort „Such dir eins aus!“ f&hig, denn die Röslersche Kinderschar hatte ja im Saale Platz genommen. Mal sehen, welches morgen fehlt…

 

 Nun bewegt euch alle natürlich die eine Frage, die sich die wenigsten zu stellen trauen: Wurde denn auch geblasen? – Aber hallo! Sowas von! Denn in einer Art windiger Gemeinschaftsaktion blusen W. und ich die zehn Kerzen auf der von der Pfarrscheune offerierten Geburtstagstorte aus. Ja, wir haben den Blus!

 

 Und ich hatte dann die Schokolade von der Torte nicht nur, wie üblich, auf dem Hemd, sondern später auch noch richtig schön verschmiert auf der Hose. Hätte ich Hut getragen, wäre auch der noch ver-schokoladet gewesen…

 

 Herr Rösler übrigens, der Schlawiner vor und hinter dem Herrn, trug im ersten Programmteil nicht nur seinen Teil der Verantwortung und die Last meiner Gegenwart, sondern auch Schlips. Mach das nie wieder! Das sieht sowas von Scheiße aus. Ein erwachsener Mann – und so albern angezogen…

 

 Im zweiten Teil aber, dann unbeschlipst und endlich von mir wiedererkannt, buhlte er dann. Nö, nicht um mich. Um Mitleid. Beim Publikum!! Brachte alles durcheinander!!! Knallte einfach ein selbstkomponiert- und getextetes Lied in den von mir wohlkonzipierten Programm-Ablauf. MACH DAS JA WIEDER!!!!!

 

 Wenn das so weiter geht, kann ich mich ja langsam aus dem kreativen Teil des Geschäfts zurückziehen. Dann bin ich bei den Muggen einfach nur noch da. Röselchen hat vor-getextet und -komponiert, trägt dies alles wohlfeil vor, während ich mit Auserwählten aus dem Publikum kopuliere! Vielleicht sogar rede. Je nach Tagesform. – Ein netter Gedanke. Ich rede doch so gern!

 

 So. Nach diesen ersten zehn Jahren, denen noch ca. 70 weitere gemeinsame folgen werden, bevor ich Waldi ins Heim und mich auf den Heiratsmarkt schicke, werden wir uns ab heute wieder küssen lassen. Und zwar von der Muse. Muse mal sein.

 

 Mit Herrn Röslers Lied haben wir dann ja schon zwei fürs neue Programm fertig. Fehlt nur noch eins. Und der Zugabenteil.

 

 Wir lieben euch alle, die ihr euch das (manche sogar mehrfach) zehn Jahre lang angetan habt. Irgendwie liebe ich auch Herrn Rösler, und dieser, da bin ich mir gaaaaanz sicher, vergöttert mich. Streitet das zwar vehement ab, aber: Können diese Augen lügen…?

 

 Ja.

 

 Schokoladenbekleckerte Grüße von Schlips-W. und dem fünfjährigen

 

Jürgen

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