13.September 2007


Schlieriges

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 meiner Tageszeitung, der „Leipziger Volkszeitung“, war es die Aufmachermeldung wert: „Ab 2008! Auch Bier wird teurer!“

 

 Tolle Tageszeitung! Da weiß man noch, was wichtig ist in der Welt. Also: Nicht abonnieren!!!

 

 In der gleichen Zeitung durfte (mußte!) ich einen Tag später, wiederum auf Seite 1, lesen: „In Leipzigs Betten geht die Post ab!“

 

 Und da war ich mit meiner Tagespostille wieder versöhnt, denn: Ich bin immer auf der Suche nach Erklärungen! Und nun hatte ich eine.

 

 Vor mehr als einer Woche gab ich nämlich bei einem Leipziger Postamt Infopost auf. Gut, nennen wir es Werbeflyer fürs herzallerliebste Kinderprogramm des hier um eure Aufmerksamkeit Buhlenden. Leckere Flyer, ein mir schmeichelndes Foto sowie ein Text, der das macht, was mir persönlich immer seltener gelingt, nämlich verführen.

 

 Und? – Null Reaktion! Mehr als eine Woche lang!!!

 

 Dann rief gestern die erste Kita an, um mit mir in Geschäftsbeziehungen zu treten. Und verkündete, heute (also gestern) erst die Post erhalten zu haben. Nach neun Tagen. Innerhalb einer Stadt!!!

 

 Mir kamen Zweifel an der innerbetrieblichen Logistik des Post-Unternehmens. Denn bis dato nahm ich Depp ja an, die Post ginge direkt vom Postamt ab. Hui – und ab zu den Adressaten.

 

 Von einer Zwischenlagerung in Betten wagte ich nicht einmal zu träumen.

 Nun aber ist, dank der aufklärerischen LVZ, alles klar: In Leipzigs Betten geht die Post ab! – Und das kann dauern…

 

 Nun sind mir auch die leicht verschmutzten Briefumschläge, die ab und an in meinen Briefkasten trudeln nicht mehr ganz so suspekt. Bislang vermutete ich, leicht angeekelt, daß es sich durchaus auch um Körperflüssigkeiten der hier nicht genannt sein wollenden Art handeln könnte, die da schlierig die Postleitzahl verunstalteten. – Nun bin ich, leider, sicher.

 

Fuck!

 

 Da die Post aber nur in Leipzigs Betten abgeht, nenne ich den Aufwand, welchen das Transport-Unternehmen betreibt, hier mal überdimensioniert. Selbst Briefe aus Bonn nach Berlin müssen so erst in die Heldenstadt. Ab in die Heia! Und irgendwann dann gen Regierungssitz. Verschliert. Igitt!!!

 

 Mal sehen, was ich morgen auf Seite 1 meiner Zeitung erfahre. Vielleicht mal was mit Titten? – Ich liebe diese seriösen Regional-Zeitungen.

 

 Ich selbst schicke jetzt noch schnell ´nen Brief an Herrn R., nach Laue! Das sind über zehn Kilometer!!! 2008 beschwert sich Waldemar dann bestimmt über den glitschigen Umschlag…

 

 Anstatt sich zu freuen! Immer muß er nörgeln!!

 

 Ich selbst begebe mich nun. Und zwar ins Bett. Post spielen…

 

 Abgestempelte Grüße von

 

Jürgen

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