4.September 2007


Zum Schießen

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 wer möchte schon, daß ihm in den Rücken geschossen wird? Niemand. Punkt. Aus.

 

 Aber das macht heutzutage ja auch keiner mehr, wie ich aus den zahlreichen ausländischen Krimis und Thrillern, die ich konsumiere (Jaha, ab und an auch ein „wertvolleres“ Buch…), immer wieder erfahre. Kein Aas schießt noch jemandem in den Rücken.

 

 JemandeM. Dativ. Ihr Übersetzer-Säcke!

 

 Und was muß ich dafür IMMER WIEDER UND WIEDER lesen: „Er wurde in den Rücken geschossen!“ Oder, rein medizinisch wohl noch schlimmer: „Er wurde direkt ins Herz geschossen!“

 

 Nun darf ich ja (Danke, Herr Schäuble!), da ich bereits knapp über 21 Jahre alt bin, großkalibrige Waffen erwerben, wenn ich (zum Schein) ´nem Verein der Sportschützen beitrete. – Was ich nie tun werde, denn die Sportschützer versagen ja, wie die Doping-Wellen, die durchs Universum schwappen, eindeutig beweisen, total. Die sollen mal ihrem Namen alle Ehre machen, den Sport gefälligst schützen und nicht dumm rumballern.

 

 Trotzdem nehmen wir nun mal an, ich hätte so’n großkalibriges Ding. Außer meinem Freund Jonathan, der als Übersetzer fungiert und den ich auch noch als Squash-Gegner benötige, könnten sich alle anderen Übersetzer schon mal schußsichere Westen kaufen. Leute, ich hab’ es auf euch abgesehen!

 

 „Alle Übersetzer wurden in die Birne geschossen!“ – Was ´ne Schlagzeile.

 

 Aber gibt es so große Birnen, in die alle Übersetzer hineinpassen? Selbst wenn man sie raketenartig hineinschießt?

 

 Und warum erfährt man in den schlecht übersetzten Krimis nie, wem derjenige in den Rücken geschossen wurde? Nö, immer nur: Er wurde in den Rücken geschossen…

 

 Hallo, in wessen Rücken wurde er geschossen? Und womit? Mit ´ner Schleuder? Oder gar mit Verve?

 

 Oder, damit die Deppen meine Fragen auch verstehen: In wem seinen Rücken wurde er geballert? Mit was?

 

 Und was „mit Verve“ bedeutet, erkläre ich den Geistig-Beschränkten ein anderes Mal.

 

 Fazit: Ich möchte, daß es weiterhin heißt: „Ihm wurde in den Rücken geschossen!“ Oder „der Leiche“. Und nicht „Die Leiche wurde in den Rücken geschossen!“ Erstens wäre das Unsinn, denn auf Tote schießt man nicht. Und schon gar nicht MIT Toten! Egal in wessen Rücken. Leichen-Schleudern kommt noch vor Leichen-Schänden in der numerischen Liste der Missetaten.

 

 So. Und nun ballere ich. Und zwar: mich zu.

 

 Prost! Und laßt euch nicht in den Rücken anderer schießen. In wessen auch immer. Beim Herzen sieht das allerdings schon wieder anders aus: „Sie wurde ins Herz geschossen! – Und bei ihm machte es Aua!“ – Was ´ne Liebesgeschichte von

 

Jürgen

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