28.August 2007


Wer zuletzt stirbt…

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

bislang war ich der Meinung, daß die Feststellung, die Hoffnung stürbe zuletzt, eine mutmachende sei.

 

 Als ich mir aber jüngst, nach einer meiner nicht mehr zu zählenden Tennis-Niederlagen gegen ein und denselben Gegner (ach was: Feind!) ebenjenes zuflüsterte, traf es mich hart ins Hirnchen: Wenn die Hoffnung zuletzt stirbt, dann sterbe ich ja vor ihr! Dann lebt die Hoffnung - und das ist nun die gute Nachricht – ja noch über hundert Jahre…

 

 Trotzdem kann ich mich nicht damit anfreunden, schon zu wissen, wer garantiert erst nach mir den Löffel abgibt. Herr Rösler? – Ok.! Aber das habe ich ihm selbst ins Lied hineingeschrieben.

 

 Und auf sein „Tschüß, abgöttisch Verehrter!“ möchte ich, im Sterbebett liegend, er vor demselben knieend, für nichts auf der Welt verzichten. Denn das macht sicher großen Eindruck, auf die neben mir liegenden zwei bis vier gerade der Minderjährigkeit entfleuchten Blondinen. Obwohl: die Haarfarbe ist eigentlich scheißegal. Hauptsache ein toller Charakter.

 

 Für den letzten Satz, der ja eigentlich kein vollständiger ist, bewundere ich mich mal eben kurz. Jetzt:

     

 

 

 

 So. Da bin ich wieder. Lebend! Noch. Und mit ´ner neuen Theorie!

 

 Denn, mal angenommen (Und nun haltet euch fest - ihr, die ihr mich liebt!), ich stürbe nie, dann kann ja die Hoffnung durchaus VOR mir sterben. Erst alle anderen, dann (Tut mir jetzt wirklich leid, Waldi!), Herr R., sofort danach die Hoffnung und – aus. Die Hoffnung ist tot, und mir kann nichts mehr passieren! Genial!

 

 Andererseits sollte ich das hier nicht so hinausposaunen, denn dann kommt vielleicht noch einer auf die Idee, schnurstracks (also würgend), die Hoffnung zu killen. Und alle anderen Deppen bleiben Mutti Erde erhalten! Wie’s aussieht auch Ben Becker. Ist denn die Hoffnung schon tot?

 

 Ich bin dafür, daß wir es so machen: Herr Rösler und ich schnappen uns all unsere Lieben. Das sind in etwa die Gleichen, nur daß ich eben nicht zurückgeliebt werde… Deshalb darf ich auch noch die eine oder andere Frau meiner Wahl mit-schnappen.

 Diese ganze Brut bringen wir in Sicherheit, während wir all die anderen, die uns mächtigst auf den Sack gehen, mal kurz übern Jordan schicken. Vielleicht zündeln wir a bisserl… (die griechische Variante)

 Und wenn dann nur noch solch edle Menschen, die wir von ganzem Herzen mögen, sowie halt die paar von mir erkorenen Mädels (Ich erahne schon, ihr „Wir sind dir auf ewig dankbar, Gebieter!“…) mit Leben behaftet sind, machen wir der Hoffnung den Garaus.

 

 Dann heißen „Die MelanKomiker“ plötzlich „Die Unsterblichen“, und wir verdienen uns, da wir natürlich KEINEN anderen aus der Musik-Branche haben überleben lassen, dumm und dämlich. Wir muggen auf Teufel komm raus. – Leider in Konkurrenz zu Joopy Heesters, der als Untoter nie mehr von den Bühnen dieser Welt zu tilgen sein wird.

 

 Was’n Leben. Hoffnungs-, aber sorglos. Eigentlich wie jetzt.

 

 Und dafür soll ich mich zum Mörder machen?

 

 Da kann ich nur sagen: Sooo schlecht ist der Gedanke nun auch wieder nicht.

 

 Sardonische Grüße vom Überlebenden

 

Jürgen

Copyright © 2005-2006 Design by ITS-NETWORK.NET
Sie sind Besucher Nummer: 165009
JW-admin | News-admin