9.August 2007


Die WAS-Frage

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 wo war er denn ´ne Woche lang, unser fast noch jugendlich zu nennender Wonneproppen? Jaaaa, diese Frage lese ich von euren nicht-aufgespritzen Lippen! Denn ich kann Lippen-Lesen! Yeap!

 

 Ist ja auch nicht so schwer: L – i – p – p – e – n. Fertig! – Und nun ihr…

 

 Wer nun behauptet, er könne auch Wein lesen, dem schleudere ich entgegen: Für die Witze hier bin ich zuständig! Fresse!

 

 Doch nun zum Verabsäumen meiner sonst so regelmäßigen Wortmeldungen: Ich war … in Gedanken. Und diese wiederum kreisten um ein heikles Thema. Doch Vorsicht! Denn wenn Gedanken kreisen, kann man sich auch besoffen denken. Die Gedanken kreißten allerdings nícht, denn sonst wäre es je bereits zur Geburt gekommen. Einer Idee.

 

 „Ey, spann’ uns nicht länger auf das, was Entführern kleiner Kinder gut täte“, höre ich euch gierig schreien. Nun denn: ICH MÖCHTE HEIRATEN!

 

 Das an sich ist ja keine so große Sache. Für euch bedeutete es nur: Einmal kostenlos saufen, dann aber jahrelang die Unsummen für die dargebrachten Geschenke abstottern. Für mich hingegen ist nur eine Frage existentiell: Was?

 

 WAS heiratet Mann denn heutzutage? Die Stinos unter euch jaulen jetzt auf und kommen mit Vorschlägen wie „´ne Frau!“ oder gar „´nen Mann!“. Also, ihr Nicht-Einfallspinsel: Ersteres hatte ich schon. Letzteres wäre wirklich das Letzte. Ich kann ja schon Frauen, die Männer heiraten, nicht verstehen. SOWAS MACHT MAN EIGENTLICH NICHT! E i n Mann für immer – ich bitte Sie, gnä’ Frau!

 

 „Der ist doch bestimmt mit seinem Beruf verheiratet!“ mutmaßen nun gewiß die ganz Schlauen unter euch. Darauf kann ich nur sagen: Nennt mich nie wieder ‚der’! Das mag’ ich nicht!

 

 Und wäre ich mit meinem Beruf verheiratet, müßte dieser ja auch mit mir frühstücken, mich ermahnen, nicht so albern zu sein, und mir vor allem in sexueller Hinsicht ab und an auf die Finger klopfen… Finger! Ha! – Daß das nicht geht, sieht wohl jeder ein, denn: BERUFE KÖNNEN GAR NICHT FRÜHSTÜCKEN!

 

 Quiz! Das wäre ´ne Lösung! Amphibien-Quiz! Hai-Raten! Ein Hammer! Hai.

 

 …nee, jetzt wird’s aber wirklich schwierig: Was, um Himmelswillen, heiratet man denn so? Wenn ich mich bei meinen tagtäglichen Supermarkt-Begehungen umgucke: den letzten Schrott. Gut, vielleicht war’s ja im Moment der Ja-Sagung noch Edelmetall, aber Rostschutzmittel befand sich leider nicht unter den ausschließlich in Alkoholform dargebrachten Braut- und Bräutigam-Geschenken.

 

 In jedem Fall aber heiratet der einfallslose Mann ja ´ne Braut. Und das sollte IHN schon  nachdenklich stimmen: Da Braut sich was zusammen! Mein Gott, selbst die Redewendungen warnen vorm Sich-Allzeit-Binden. Und nicht ummesunst tragen fast alle Bräutigamse Binder. Nach dem „Ja…“ schnappt sie ihn (den Schlips) und zieht den Knoten zu!

 

 Da fällt mir ein, daß ich damals übrigens ohne Schlips heiratete (Wir hatten ja nix in der Tätärä… Außer Diktatur!) und so halt auch wieder frei kam.

 

 „Ich heirate meinen Verein“ lautet übrigens der Titel eines hier nicht empfohlenen Buchs von Reiner Taudien. Das wären in meinem Falle alles Schläger. Eine Schläger-Truppe! Denn ich bin ja nur in einem Verein: dem berühmten und in aller Welt bekannten 1.SRC Leipzig, dem Squash- und Racket-Club. Ein Verein übrigens, der sich durch schier übermenschliche Toleranz auszeichnet, indem er sogar Rumänen duldet. Und Freundinnen von Griechen! Und Irre wie mich… Welch’ Größe!!!!

 

 Obwohl: Wenn ich DEN Verein heirate, dann wäre das ja ´ne Art Mischehe. Also Misch-Ehe. Und hier danken wir den Gebrüdern Grimm (oder war’s die Kultusminister-Konferenz?) nochmal ausdrücklich für die Erfindung des Bindestrichs.

 

 Letzteres ist übrigens ein schönes Synonym für den Heiratsmarkt: Binde-Strich.

 

 Ich aber entbinde mich nun jeglicher Verantwortung für alles heute hier Dahingelaberte. Und das, ohne schwanger gewesen zu sein oder auch nur gekreißt zu haben. „Wunder der Natur“ – komme ich jetzt ins ZDF?

 

 Vielleicht überlege ich mir das mit dem Heiraten noch mal. Außerdem habe ich für sowas momentan gar keine Zeit. Denn morgen ist er: der Tag meiner … Verlobung. – Ha.

  

 Beziehungsreiche Grüße von

 

Jürgen

 

 PS. Es heißt übrigens nicht umsonst „ver-heiratet“. Da liegt das Scheitern schon der Vorsilbe begründet. – Ver-zeihung!

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