20.Juni 2007


Oder-Ode

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 irgendwoher kannte ich diesen Satz „Quadratwurzel oder Tod!“, der mich am Montag auf der SPIEGEL-Titelseite anschrie. Richtig: aus dem Mathematik-Unterricht.

 

 Was wurden wir aber auch gepiesackt in der Tätärä! Denn es hieß ja ebenso „Potenz oder Folter!“ sowie „Integral oder Rübe ab!“. Und hat es uns geschadet? – Außer den Geköpften, Gefolterten sowie Totgegangenen keinem. Und ein bissel Schwund, liebe Gemeinde, gibt’s ja wirklich immer.

 

 Wem aber prophezeit nun das polnische Doppelkopf-Gespann das Dahinscheiden? Sich? Den Polen, die ja sowieso schmelzen? Uns? Gar mir?

 

 Nö, wegen sowas gebe ich weder Messer, Gabel, Schere noch Licht ab. Und den Löffel schon gar nicht. DAS IST MEIN LÖFFEL!

 

 „Schwarzwurzel oder tot“ – würde mir übrigens viel besser gefallen. Wäre doch auch mal ´n Motto für die ganzen bedepperten Koch-Shows im TV, also im Transvestiten. Ha. „Gemüse-Suppe oder richtiges Essen“ – auch ein feiner Titel. Oder: „Überbacken, aber nur den Koch!“

 

 Da höre ich die Hexe schon  wispern: „Knusperknusperknäuschen (Mein Gott, was die sich damals für tolle Worte ausgedacht haben…), wer knabbert an mein’m Häuschen?“ Wobei wir hier in „Wer knabbert an mein’m Hänschen?“ umdichten müßten, sollte der Koch Hans heißen. Bei Klaus wär’s noch einfacher.

 

 Gibt es auch eine Rechteck-Wurzel? Oder ´ne Rhombus-Blüte? Sind hier mehr die Botaniker oder die Nervenärzte gefragt? Also meiner fragt mich sowieso nicht mehr. „Gehorchen oder Tod!“ – was anderes habe ich von ihm noch nie gehört. Werde ich auch nicht mehr hören, denn ich erfüllte den letzteren seiner beiden Wünsche. Er fand das, vermute ich mal, todal gut.

 

 „Geld oder Leber!“ – naja, das kennen wir alle von Überfällen auf Fleischerei-Fachgeschäfte. Und allzuoft gab’s nur Leber. Mit ohne Kartoffelbrei. Bahne frei! Von den fehlenden Zwiebelringen mal ganz zu schweigen.

 

 Soll übrigens olympisch werden: Zwiebel-Ringen. Da zieh’n sich die Probanden nebenbei eine Haut nach der anderen ab. Alle sieben! Auch Maurer. Die wiederum natürlich nur Sand.

 

 „Sand oder Kasten!“ – das fände ich als Motto für die EU-Gespräche am besten. Und das Angela backt mit Förmchen einen schönen Präsidentschafts-Kuchen. Den serviert sie dann mit der lässigen Bemerkung „Essen oder Leben!“, und sofort fühlen sich Bochum und Gelsenkirchen ausgegrenzt und bekommen die Ruhr. – Ein Irrsinn!

 

 Man kann es nämlich niemals allen recht machen. Selbst Mann kann das nicht, obwohl er es immer wieder versucht. Zumindest aber sollte er sich zurechtmachen. – Wenn’s denn noch geht. „Ich geh’ mich mal schnell zurechtmachen“, bedeutet ja für die meisten unter uns „kämmen“. Und da bin ich schon (Achtung, neudeutsch!) außen vor. Ich kämme seit langem nicht mehr. Ich lege.

 

 Ab und an auch um. „Haarwurzel oder Tod!“ mutierte bei mir zu „Haarwurzel tot!“. Sehr mutig mutiert.

 

 Vielleicht aber ist der ganze Kladderadatsch auch nur ein Übersetzungsfehler aus dem Polnischen. Muß ich mal Waldi fragen, der diese Sprache ja in Ansätzen (und bei Zuführung von Alkohol in nicht geringen Mengen) beherrscht.

 

 Am Ende kommt dann raus, daß die Zwillinge „Quadratlatschen oder TED“ meinten, die gute alte Zuschauerbefragung. Und diese wiederum ergäbe, daß kaum noch einer weiß, was denn eine Quadratwurzel ist. Vom Tod ganz zu schweigen.

 

 Fazit: Die Sache wird überbewertet. Wie einst Katharina Witt. „Doppel-Axel oder Todesspirale!“ – jetzt hammer’s. Und da niemand den berühmtesten und wohl auch beklopptesten aller Axel (entscheidet bitte selbst, ob Bulthaupt oder Schulz – wobei das ja der ver-kloppteste wäre) gleich zweifach haben möchte, gewinnt: die Todesspirale.

 

 Sich in diese eindrehend, grüßt

 

Jürgen

 

PS. „Alibaba oder 40 Räuber!“

PPS. BRUST ODER KEILE!

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