10.Juni 2007


Veganer im Frühling

 

Geliebte Lesende, geliebter Lesender,

 

 der Veganer als solcher verpaßt schon eine Menge. Nun gut, vielleicht nicht gerade seinen Zug (Obwohl auch das noch eher als ein Vegetarier oder gar ein Fleischfresser, denn Veganer ignorieren bestimmt auch Automobile.), aber vielleicht die Straßenbahn. – Zu schlapp, um pünktlich an der Haltestelle zu sein…

 

 Doch ich möchte hier nicht über Asketen der verdrehten Sorte lästern, denn eigentlich kamen sie mir nur soeben beim Abendbrot in den Sinn. Ein Veganer hätte nämlich den Mozzarella von der Tomate gefetzt. Angeekelten Blickes. Ob des mißbrauchten Bisons! Oder Bibers? Muß ich noch mal einen auf Bildung machen und ein wenig büffeln…

 

 Darauf eine Milchschnitte. – Schade, geht ja auch nicht.

 

 Tja, da beißt man schnell mal ins Gras. – Wenn es einem andere nicht schon vorher weggeraucht haben. Vielleicht sogar Fleischfresser. Ironie des Schicksals. Darauf einen Milch-Shake.

 

 Ihr merkt schon, ich shakere hier ein bissel auf Kosten sich bewußt kasteiender Mitmenschen herum, aber: Mir ist halt so.

 

 Mir ist auch so, daß ich heute mal den Frühling 2007 loben möchte. Lob! Wenn der Sommer 2007 so heiß wird wie der Frühling, wird’s ein heißer Sommer. – Siehe DEFA-Spielfilmarchiv 1968: „Heißer Sommer“. Mit Chris und Frank. Also Doerck und Schöbel. Damals noch ein Paar. Nun nur noch ein paar ... Erinnerungen. Selbst dieses blöde Rechtschreibprogramm unterstreicht mir Doerck und Schöbel. In der DDR wäre das nicht passiert!!

 

 Gut, da hatten wir überhaupt keine Rechtschreibprogramme. Aber soviel Personal, daß immer einer hinter einem stand um aufzupassen, ob man einen Fehler macht. So gesehen: ein Rechts(chreib)staat. – Man hat der verblichenen Republik unrecht getan. Also doch: Unrechtsstaat.

 

 Doch zurück zum heißen Frühling. Denn viele Menschen heißen Frühling. Im Landesverband der hannoverschen Imker gibt es sogar einen Jürgen Frühling (http://www.imkerlvhannover.de/alle_zub/alle_pdf/ber_horn_03.pdf, der Zweite von links und durchaus sympathisch, der kleine Brummer. – Oder Summer? – Oder Drohne???)

 

 Und wer machte 1937 am Leibniz-Gymnasium Essen sein Abitur? – Ihr ahnt es: Waldemar Herbst (http://leibniz-gymnasium-essen.de/veteranen/listen/19301939.htm). Und dann erfand er den Keks…

 

 Der 2007er Frühling aber brachte es in den letzten drei Tagen auf über 90 Grad. Celsius. Würde für Kochwäsche reichen.

 

 Und an jedem dieser Nachmittage saß ein kleiner depperter Kinderliedermacher und -sänger bei gefühlten 100 Grad auf einer kleinen Bühne, heute beispielweise in Treuenbrietzen, um für die und mit den Kindern ein Programm zu zelebrieren. Panta rhei. Alles fließt.

 

 Dieses Programm hatte fließende Übergänge. Und im Nachhinein kritikasternde Kinder, die, als ich die festgeklebte Gitarre endlich wieder vom Alabasterkörper losgerissen hatte, wie folgt, mit dem Finger auf mein klatschnasses T-Shirt zeigend, einen Versuch in verbaler Demütigung starteten: „Du hast gekleckert!“ – Ach, diese Rangen…

 

 Morgen aber erreicht der Frühling 2007 seinen Höhepunkt: Ich muß zum Zahnarzt. Ob er wieder, nur um sich nicht zu einem Zungenkuß hinreißen zu lassen, diesen schicken Mundschutz trägt? Oder wird es gar eine Zahnärztin sein, die mir in den Rachen schaut und in selbigem herumfuhrwerkt? Hü! Werde ich wieder weinen? Und dieser herrliche Brechreiz, wenn einem leckere Wattepfropfen in die Backentaschen gerammt werden, überkömmt er mich wieder?

 

 Vor allem freue ich mich auf das ca. dreistündige Sabbern nach dem Dentisten-Besuch, denn natürlich bin ich ein Held und lasse mich vor dem Eingriff ohnmächtig spritzen. Anschließend dann aber sofort ins Café, um mit tauber Gesichtsmuskulatur noch ein bissel in der Gegend rumzuspeicheln. Man selbst merkt es ja nicht, wenn’s langsam vom Kinn tropft… Und das zieht so schöne Fäden…

 

 Ja, gewiß, manch Fan würde den Sabber gern aufschlecken, ich weiß es wohl. Es sei denn, er ist Veganer. Dann natürlich nicht. Auch nicht, wenn er gerade Veganer ißt. Denn dann hätte er ja die Schnauze voll.

 

 So wie der morgen dann doch lieber belatzt das Haus verlassende

 

Jürgen

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